Archiv der Kategorie: Zipperlein

6. SSW (2)

 

Babyalter: 5+6

Gewicht: 69,3

Körper & Gefühle: Müdemüdemüde! Ich kann jetzt tatsächlich wieder tagsüber schlafen, wenn der Keks ihren Mittagsschlaf macht. Ich lege mich hin und bin fast sofort weg. Dafür finde ich abends schlecht in den Schlaf und brauche gefühlte Ewigkeiten bis ich endlich eingeschlafen bin. Ich fühle mich auch irgendwie kraftlos und erschöpft, also körperlich. Hoffe, dass das bald wieder nachlässt. Leider will der Keks gerade ständig auf den Arm, ich laufe also quasi dauernd mit ihr auf der Hüfte herum.

Außerdem ist mir dauerkalt. Ich trinke heißen Tee und trage zwei Paar Socken, das ist definitiv anders als bei der Schwangerschaft mit dem Keks. Da war mir permanent warm. Blöderweise ist auch die Sache mit dem Kreislauf wieder da. Beim Yoga hatte ich schon wieder Probleme und auch sonst ist es morgens nach dem Aufstehen wieder hart. Ich lag schon ein paarmal wieder mit Ohrensausen und kalkweiß auf dem Boden, was mit Kleinkind nicht ganz so einfach ist. Sie kommt dann nämlich sofort an und will auf der Mama reiten oder sonst was mit mir machen, und dazu fehlt mir in dem Moment einfach mein Blutdruck. Puh!

Auch krass ist, dass ich tatsächlich schon nicht mehr in meinen Jeans passe, bei gleichem Gewicht. Morgens sehe ich noch normal aus, spätestens ab Mittag erkennt man ein Bäuchlein und abends seh ich echt verdammt schwanger aus. Ich habe jetzt also ein paar neue Umstandshosen zur Auswahl bestellt und hoffe, dass ich das Bäuchlein noch etwas kaschieren kann bis wir es offiziell sagen wollen.

Schlecht ist mir nicht so wirklich. Manchmal zeitgleich mit dem Kreislauf, aber sobald der wieder da ist, ist das flaue Gefühl im Magen auch verschwunden. Ich denke daher, dass es davon kommt.

Gefühlsmäßig gehts mir gut. Ich denke durch Ablenkung derzeit noch relativ wenig an die Schwangerschaft, freue mich aber schon sehr auf den ersten Termin beim Doc nächsten Donnerstag.

Geht gut: Fisch, Obst, Gemüse

Geht schlecht: Kaffee! Kann ich echt schön nicht mehr trinken, schmeckt nach Erbrochenem!

Must have: Äpfel

Sonstiges: Der Herzmann macht sich wieder Sorgen und mag morgens am liebsten wieder nicht zur Arbeit fahren wenn ich weiß wie eine Wand am Tisch sitze und warte, dass der Keks zu Ende gefrühstückt hat. Naja, da müssen wir jetzt alle durch.

Verdammt und zugenäht…

Ich hab grad etwas Schiss. Denn heute werde ich gegrillt. Also nicht wirklich, aber so fühlt es sich sicher an und bestimmt wird es auch so riechen. Unter der Geburt bin ich innenliegend gerissen. Das kommt bei Saugglockengeburten wohl häufiger vor. Ich wurde über eine Stunde lang genäht und konnte auch zwei Wochen nach der Geburt weder lange sitzen noch stehen, vom Laufen mal ganz zu schweigen. Wochenlang half ich mir mit Traumeelsalbe und Calendulaspülung irgendwie über die Schmerzen und das Brennen hinweg. Sechs Wochen nach der Geburt hatte ich den Nachsorgetermin beim Frauenarzt, der alles begutachtete und dann mit einem Höllenstein (Silbernitrat) eine erbsengroße Wucherung verätzte, die sich am Narbenrand gebildet hatte. Das brannte wie Feuer. Angeblich sollte es nach ein paar Stunden aufhören. Tat es aber nicht. Das Brennen blieb mehrere Tage dauerhaft, machte sich dann immer beim Wasserlassen bemerkbar und war dann kaum auszuhalten. Anfang Dezember ließ ich mir dann einen neuen Termin geben, denn so ganz normal war das bestimmt nicht. Inzwischen hatte ich nämlich auch immer etwas Blut am Papier. Er schaute nach. Neue Wucherung. Manche Frauen neigten dazu. Dann sah er genauer hin – oh, die Narbe sei an der Stelle auch wieder auf gegangen. Sowas hätte er noch nicht gehabt. Sprachs, betäubte mich und griff zu Nadel und Faden. Und Silbernitrat. Neuer Termin Mitte Januar, zur Kontrolle und Vorsorge. Diesmal hörte das Brennen tatsächlich 2 Tage später auf. Ich dachte, es sei endlich alles okay.

Dieser Kontrolltermin war Montag. Heute muss ich in die Gynäkologische Tagesklinik und werde gegrillt. Auf dem Handzettel mit der Anfahrtsskizze steht „Granulationspolyp“. Denn er ist wieder da. Mein Frauenarzt möchte ihn wegbrennen oder so ähnlich, so genau habe ich da gar nicht zugehört um ehrlich zu sein. Jedenfalls sagte er irgendwas mit Betäubung und Strom und dass es damit dann hoffentlich erledigt sei. Und doppelt-erbsengroß. Ich wills gar nicht so genau wissen. Ich hoffe nur, es tut nicht so weh. Ich habe gerade wahnsinnig Schiss. Hätte ja nicht gedacht, dass mich das noch verfolgt, wenn die Kleene schon fast 4 Monate alt ist. Und ich hoffe, dass es dann wirklich erledigt ist damit und wieder alles benutzt werden kann, wie es soll.

Übrigens erzählte ich davon auch meiner Mutter. Leider hat sie – trotz Erklärung meinerseits – mal
schön weitererzählt, ich hätte einen Gebärmutterriss und würde eine Ausschabung bekommen. (WTF!?!?) Dafür wünschten meine Schwester und meine Tante mir gestern nämlich viel Glück, und ich so: HÄÄÄ? Sowas ärgert mich. Sehr. Aber ich mache denselben Fehler leider immer wieder und erzähle ihr sowas. Grmpf.

Geschützt: Geburtsbericht Krawallkeks

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

40. SSW

Babyalter: 39+6

Gewicht: 82,5

Körper & Gefühle: So schlecht wie derzeit ging es mir seit Jahren nicht mehr. Der Grund ist unser kleiner roter Kater, der seit letztem Mittwoch spurlos verschwunden ist. Jetzt sagen viele „ist ja nur ne Katze“, „das Baby ist wichtiger“, „der kommt schon wieder“, „mach dir keine Sorgen“. Ich kann das alles nicht mehr hören! Wir haben drei Katzen, genau genommen zwei Kater und eine Katze, und die sind wie Kinder für uns. Das ändert sich doch nicht! Dem ein oder anderen mag das ja seltsam erscheinen, aber für uns ist es das Natürlichste auf der Welt, dass wir da vor Sorge ganz krank sind. Gerade beim Roten – der geht sonst nie weit weg vom Haus, er ist ein Schisser sondergleichen und geht Fremden weiträumig aus dem Weg. Und jetzt ist er spurlos verschwunden und mir geht es richtig, richtig schlecht deswegen. Ich weine, mache mir Sorgen, denke ständig an ihn, laufe kilometerlange Strecken mit Suchpkakaten und Leckerlis und Regenschirm und Rucksack. Das führte dazu, dass meine schönen Wehen, die ich beim CTG letzten Donnerstag beim noch Doc hatte, seit Samstagabend vollkommen verschwunden sind. Der Herzmann sagt, ich solle mich schonen – kann ich aber nicht! Ich kann nicht einfach zu Hause rumsitzen und nichts tun, wenn der Kleine vielleicht verletzt irgendwo liegt (es sind vier Grad nachts und es regnet ständig!). Wir haben alles unternommen, was wir konnten. Es hängen überall Plakate, er ist bei Tasso, dem Deutschen Haustierregister und bei der Tiermeldezentrale als vermisst gemeldet, die Tierheime und Tierärzte wissen Bescheid und sogar den Bauhof der Gemeinde habe ich angerufen – nichts. Keine Spur. Niemand hat ihn gesehen. Alle Nachbarn haben in Kellern, Gartenhäusern und Garagen geschaut. Es fehlen schon viele Abrisszettelchen von den Plakaten, aber eine Nachricht gab es bisher nicht. Das macht mich ganz krank vor Sorge, ich bin emotional so richtig am Ende. Ich glaube nicht, dass ich unter diesen Umständen eine Geburt überhaupt schaffen würde, wenn ich ehrlich bin. Ich schlafe schlecht, ich esse schlecht, ich fühle mich einfach mies, weil ich nicht weiter laufen kann als ich laufe und es nichts mehr gibt, das wir tun können. Bitte drückt uns die Daumen, dass der Kleine heile wiederkommt!

Dazu kommen dann fiese Rücken- und Hüftschmerzen beim Aufwachen, ein widerliches, unbekämpfbares Sodbrennen seit drei Tagen (durch Stress?) und das schlechte Gewissen, weil ich mich gerade nicht so auf den Krawallkeks freuen kann, wie das eigentlich angebracht wäre – die Kleine kann ja nichts dafür, dass der Kater sich so einen doofen Zeitpunkt zum Weglaufen ausgesucht hat. Im Hinterkopf habe ich ständig den Gedanken, dass keiner da ist, falls er geschwächt nach Hause kommt und ich bzw. wir gerade im Krankenhaus sind. Das ist alles eine ganz schön verzwickte Scheiße, auf gut Deutsch.

Geht gut: Nudeln mit Ketchup, Joghurt nachts um vier

Geht schlecht: Schlafen!!!

Must have: Süßigkeiten :-/

Sonstiges: Die Fotografin hat Urlaub vom 8. bis 15. Oktober….wir sind also gespannt, ob das mit einem Shooting zwischen dem 5. und 10. Lebenstag so klappt.

Ach und hier nochmal die Tipps der ET-Tipprunde. Es ist nur noch die liebe Schokolane im Rennen – vielleicht will ja noch jemand Neues tippen?

Eure Tipps:

12.09. – Märchenkönigin

13.09. – Talymiau

19.09. – Frl. Null.Zwo

20.09. – Claudia

21.09. – traumzweiplus

22.09. – Anke | blumenpost

29.09. – Schokolane

39. SSW

Babyalter: 38+6

Gewicht: 82,3

Körper & Gefühle: Autschn. So gern wie ich schwanger bin, so froh bin ich, wenn der kleine Krawallkeks rauskommen möchte. Nachts stehe ich gut 1x die Stunde auf, weil ich es einfach nicht schaffe, vor dem Schlafengehen nichts mehr zu trinken. Und das will dann halt raus. Außerdem ist das Rumdrehen (ich nenne es liebevoll „Umwuchten“) im Allgemeinen und im Wasserbett im Besonderen inzwischen eine echte Herausforderung geworden. Morgens habe ich Hüftschmerzen, obwohl wir die Wassermenge regelmäßig meinem Gewicht anpassen. Google sagt, dass ich damit nicht allein bin.

Auf dem Sofa muss ich meinen Bauch nun untendrunter stützen , sonst tuts weh. Und gestern Nacht war ich gute drei Stunden wach, weil Madame ihren Hintern so sehr hin und her geschoben hat, dass es sich in mir drin anfühlte, als hätte der Frauenarzt sein Speculum vergessen. Solche Stiche, wie mit glühenden Nadeln oder einem heißen Messer sind das dann. Ganz gruselig. Erträglich, aber nicht schön. Und schlafen kann man dabei nicht. Immer mal wieder wird der Bauch hart und es drückt und zwiebelt; und ich bin der Meinung, dass die Kontraktionen heute nach der Akupunktur bei der Hebamme nochmal öfter kommen als sonst.

Geht gut: Müsli, Vollkornbrot, Nuuuuudeln

Geht schlecht: Schlafen!!!

Must have: Selbst geerntete Himbeeren, Weintrauben

Sonstiges: Das Heublumendampfbad gibt es nun 2x die Woche, die Dammmassage vergesse ich gern mal. *hust* Der Krawallkeks ist nun so groß wie eine kleine Wassermelone und sieht von außen auch so aus. Yay: Streifen habe ich immer noch keine! Ist bestimmt auch Veranlagung, aber ich schwöre ja auch auf das Mamaglück Öl von alverde. Riecht toll, zieht gut ein, fühlt sich einfach super an. Außerdem habe ich jetzt die Fotografin klar gemacht, die unseren Keks dann Shooten wird, wenn er auf der Welt ist. Da bin ich ja mal ganz schön gespannt!

Was ich im Mutterschutz erledigen möchte:

  • Bauchfotos für den Blog aufbereiten
  • Utensilos für den Wickeltisch nähen
  • Ikea-Lampe im Kinderzimmer mit Stoff pimpen
  • Wandgestaltung im Kinderzimmer fertig machen
  • meine Klamotten aussortieren (der Herzmann nennt mich schon einen Klamotten-Messi…)
  • Fenster im EG putzen
  • neue Kamera raussuchen
  • Geburtskarte weitgehend vorgestalten
  • …..

36. SSW

Babyalter: 35+6

Gewicht: 81,2 kg

Körper & Gefühle: Vom Krankenhausaufenthalt habe ich ja schon ausführlicher berichtet. Gestern war ich nochmal zur Kontrolle bei meinem Frauenarzt. Der Kleinen geht es nach wie vor super, ihr Köpfchen sitzt schon tief im Becken und lässt sich nicht mehr abschieben. Der Doc äußerte seine Vermutung, dass wir uns zum nächsten Termin am 18. September schon nicht mehr sehen würden. Wah!! Das geht jetzt irgendwie alles ziemlich rasant. Dabei habe ich das Gefühl, dass noch gar nicht alles fertig ist…

Bzgl. des Schwindelgefühls habe ich eine HNO-Überweisung bekommen und es wurde auch direkt am selben Tag ein Termin für mich vereinbart. Resultat: „Gutartiger Lagerungsschwindel“. Das kann wohl jedem jederzeit passieren und wäre auch ohne Paracetamol und Krankenhaus wieder weggegangen. Aber nur ja, ich suche mir halt meistens solche tollen Momente aus. Es ist auch schon fast wieder ganz verschwunden, nur bei ruckartigen Kopfbewegungen oder beim Aufrichten mit Kopfdrehung dreht sich noch alles um mich.

Sonst gehts mir gut. Dem Herzmann nicht so. Wir haben am Donnerstag einen Arzttermin für ihn ausgemacht, das ist mir lieber, wenn da mal jemand nachschaut (und sei es nur zur Bestätigung, dass er co-schwanger ist). Er schläft seit Wochen schlechter als ich, friert ständig und hat teilweise genauso Probleme wie ich mit dem Kreislauf. Die sollen das einfach mal checken; zuletzt beim Arzt war er vor Jahren irgendwann mal, da ist das eh nicht verkehrt…

Geht gut: Die Zeit im Mutterschutz rumkriegen und sich keine Gedanken um die Arbeit machen

Geht schlecht: Schlafen, Kopfschmerzen haben

Must have: Wassermelone, Minzschokolade

Sonstiges: Die Kleine ist ca. 2.600 Gramm schwer und 47 cm groß. ♥

Was ich im Mutterschutz erledigen möchte:

  • Bauchfotos für den Blog aufbereiten
  • Utensilos für den Wickeltisch nähen
  • Ikea-Lampe im Kinderzimmer mit Stoff pimpen
  • Wandgestaltung im Kinderzimmer fertig machen
  • meine Klamotten aussortieren (der Herzmann nennt mich schon einen Klamotten-Messi…)
  • Fenster im EG putzen
  • neue Kamera raussuchen
  • Geburtskarte weitgehend vorgestalten
  • …..

Sie haben gewonnen!

Und zwar einen 2tägigen Klinkaufenthalt. Ganz großes Kino. Aber von vorn.

Es fing damit an, dass ich am Mittwochmorgen schon merkte, dass das kein guter Tag werden würde. Ich hatte ein paar Schwierigkeiten aufzustehen (Kreislauf) und habe daher lieber lauwarm geduscht statt wie sonst heiß. Eine Freundin hatte sich für diesen Tag angekündigt; sie kommt von etwas weiter her und daher müssen solche Treffen im Vorfeld geplant werden. Wir hatten nichts Bestimmtes vor, wollten nur mittags irgendwo etwas essen gehen und sonst einfach nur reden. Das „Problem“ ist, dass ich mir seit Beginn meiner Schwangerschaft weit im Vorfeld schon immer Gedanken darüber mache, wie Treffen mit ihr so verlaufen werden, denn sie hat im letzten Jahr leider ihren 5 Tage alten Sohn verloren. Dementsprechend schwierig ist die Situation für mich, denn ich habe irgendwie immer ein schlechtes Gewissen – seit es wegen der Schwangerschaft allgemein oder wenn sie fragt wie es mir geht weil ich mich nicht von mir aus melde. Es ist nicht leicht, damit umzugehen, zumal sie auch oft weint wenn wir uns treffen. Ich mag sie wirklich sehr, habe aber immer die Befürchtung, dass sie wieder zu weinen anfängt, weil ich vielleicht etwas Falsches sage oder vor Glück strahle und sie dann an ihren Kleinen denken muss.

Jedenfalls kam sie gegen halb 12 und wir haben erstmal geredet. Da war mir schon leicht schummrig, sodass ich sie lieber bat, uns mit dem Auto zum Essen zu fahren. Es gab dann geegen zwei chinesisch und anschließend bummelten wir noch etwas durchs Einkaufszentrum. Da hatte ich mich schon bei ihr untergehakt, weil aus dem schummrigen Gefühl ein leichter Schwindel geworden war, sobald ich den Kopf irgendwie bewegte. Gegen halb 4 waren wir dann wieder zu Hause. Ich trank einen Kaffee und legte mich aufs Sofa, während wir noch etwas plauderten. Der Kaffee und das Liegen halfen allerdings überhaupt nicht; mir wurde immer schwindeliger. Um halb 5 fuhr sie dann wieder los, der Herzmann würde ja gleich kommen. Sie wollte zwar unbedingt, dass ich beim Arzt anrufe, aber ich bin niemand, der wegen einer vermeintlichen Lappalie gleich die Pferde scheu macht – und außerdem war es ja Mittwochnachmittag. Als sie weg war, wurde mir schon etwas mulmig. Ich kam auf die Idee, mir von der Nachbarin (sie ist Kinderärztin) mal den Blutdruck messen zu lassen. Bis auf den Schwindel hatte ich zwar nichts, aber sicher war sicher, und mich irritierte eben, dass es sich so gar nicht anfühlte wie sonst, wenn mein Kreislauf schwächelt. Also torkelte ich mehr als ich ging nach nebenan. Resultat: 130/75, also ganz normal. Inzwischen war auch der Herzmann da, dem ich geschrieben hatte, dass ich bei Nachbars bin. Er holte mich ab – und das war auch gut so, dass der Schwindel inzwischen auch bei geschlossenen Augen da war. Wir gingen also wieder nach nebenan, ich legte mich hin und stand nur noch auf, wenn ich mal zur Toilette musste. Das ging soweit auch noch, immer schön an der Wand lang. Gegen halb 7 rief ich meine Hebamme an. Sie sagte, ich sollte die Ohrsamen entfernen und, sofern noch dicke Knöchel, Schmerzen im Oberbauch oder Übelkeit dazu kämen, besser in die Klinik fahren, um das abklären zu lassen. Ich sollte etwas essen und trinken und schön liegen bleiben. Also blieb ich liegen. Der Herzmann warf sich eine Pizza ein, denn Hunger hatte ich überhaupt keinen – auch gegen neun noch nicht (und sonst halte ich es kaum noch 5 Stunden ohne einen Happen aus, weil ja nicht mehr so viel reinpasst). Schlecht war mir da aber nicht. Ich wechselte von Linsen auf Brille und wir warfen eine DVD ein. Zwischendrin musste der Herzmann mir schon aufhelfen und mich auf Toilette begleiten. Ich fühlte mich, als hätte ich eine ganze Flasche Tequila allein getrunken. Der Schwindel war nun so stark, dass ich ihn mit geschlossenen Augen ganz dolle merkte, wie seekrank, und auch wenn ich die Augen offen hatte und auf einen Punkt starrte, drehte sich die Welt immer nach rechts.

Gegen Ende des Films musste ich mich hinsetzen. Mir war hundeelend. Und als ich saß, kam etwas Übelkeit auf. Der Herzmann beäugte mich schon ganz kritisch von der Seite, immer wenn er dachte, ich würde es nicht merken. Er sagte aber nichts. Er kennt mich da ganz gut; wenn ich gedrängt werde, blocke ich total ab. Kurz darauf musste ich dann ganz dringend auf Toilette, und als ich dann raus kam und er im Flur auf mich wartete, sagte ich zu ihm: „Wir fahren jetzt. Mir ist gar nicht gut.“ In Windeseile hatte er ein paar Sachen zusammengerafft, mir meine Jeans gebracht und dann saßen wir auch schon im Auto. Da war es etwa elf. Er sah mich immer wieder besorgt von der Seite an. Irgendwann auf der A7, er überholte gerade einen LKW, sagte ich dann, dass ich mich übergeben müsse. Das Auto stand noch nicht ganz auf dem Seitenstreifen, da riss ich schon die Tür auf und übergab mich gerade noch rechtzeitig über die Schwelle nach draußen. Kurz darauf hing ich über der Leitplanke. Muss ein toller Anblick gewesen sein. Immerhin haben wir so dem Krawallkeks was zu erzählen, wenn sie dann irgendwann alt genug ist. Danach ging es mir etwas besser und wir fuhren weiter. Es sind nur knapp 20 Minuten bis zur Klinik von uns aus.

Dort eingetroffen, torkelte ich wie eine Besoffene auf Droge mit Hilfe des Herzmanns ins Gebäude. Wir mussten eine Menge Angaben machen, im Stehen, obwohl man deutlich sah, dass es mir richtig beschissen ging. In dem Moment dachte ich nur daran, dass ich eigentlich noch 4 Wochen warten wollte, bis ich Mama werde. Ich machte mir wahnsinnige Sorgen um das kleine Mädchen. Der Herzmann war auch kreidebleich. Nach einer gefühlten Ewigkeit durften wir dann zum Kreißsaal, wo ich erstmal als CTG angeschlossen wurde und wir wieder eine Menge Fragen für die Akte beantworten mussten. Ich bin so froh, dass der Herzmann den Großteil erledigt hat. Als wir nach etwa 10 Minuten dann allein im Raum waren, fragte er mich, ob es okay sei, wenn er kurz nochmal raus ginge. Später hat er mir erzählt, dasser tieirsch nervös war und einfach frische Luft brauchte, weil er dachte, dass er gleich Papa würde. Für mich wars okay, also war er knappe zehn Minuten draußen. Als er wieder kam, wurde gerade das CTG begutachtet und für astrein befunden. Anschließend ging es zum Ultraschall. Versorgung prima, Kind bei etwa 2.600 Gramm, Fruchtwasser tiptop. Sie wollten mich aber nicht nach Hause schicken mit diesem Schwindel, und so bekam ich einen Zugang gelegt und ein Einzelzimmer auf der Wochenstation. Gegen zwei Uhr gab es dann die erste Infusion für mich. Der Herzmann fuhr nach Hause, während ich versuchte, etwas zu schlafen. Alle halbe Stunde klingelte irgendwo irgendwas. Um vier bekam ich die nächste Infusion, beschissen ging es mir da immer noch. Ich musste klingeln, wenn ich auf Toilette musste (was quasi dauernd war, da schließlich ständig Flüssigkeit in mich getropft wurde). Um acht gab es dann Frühstück, das ich zum Großteil habe stehen lassen, weil ich keinen Hunger hatte. Kurz darauf war der Herzmann wieder da, mit Augenringen bis zum Bauchnabel, und hatte mir ein paar Sachen gepackt (die Kliniktasche hatte ich noch nicht fertig gepackt). Außerdem Äpfel und Kekse, mein Held!

Um halb 10 war Visite. Besser ging es mir da noch nich. Der Oberarzt testete meine Augenbewegungen mit einem Stift, wirkte aber ratlos und ordnete „auf Verdacht“ erstmal 3x täglich eine Infusion mit 1000 mg Paracetamol an. Das verstand ich zwar nicht, weil das ja ein Schmerzmittel war und ich immer wieder sagte, dass mir nichts weh tut, aber in dem Moment war ich einfach nur froh, dass sich jemand um mich kümmerte. Es wurde vermutet, dass der Schwindel durch Stress oder etwas Neurologisches oder etwas im Ohr hervorgerufen wurde. Kurz darauf kam noch eine Physiotante, die mir Nacken und Schultern massierte. Dann gabs die Infusion für mich. Danach war alles wie vorher. Allerdings nach der zweiten ging es schon besser mit dem Schwindel, und spätabends nach der dritten Infusion war es deutlich besser, wenn auch nicht ganz weg. Zwischendurch wurde mir Blut abgenommen, und 2x ein CTG geschrieben. Ich war so froh, dass es der kleinen Maus immer noch blendend ging! Abends kam der Herzmann nochmal vorbei, total müde sah er aus. Ich schickte ihn nach Hause, er solle schlafen.

Am nächsten Morgen gab es wieder eine Infusion. Es ging mir eigentlich so wie abends zuvor. Ich musste nicht mehr klingeln, um zur Toilette zu gehen. Ich wollte nur noch nach Hause; Paracetamol haben wir schließlich auch hier und ich wollte nicht übers Wochenende im Krankenhaus liegen. Der Arzt ordnete bei der Visite noch einige Untersuchungen an und machte mir die Auflage, am Montag zum Frauenarzt zu gehen, sowie mich beim HNO und Neurologe vorzustellen, dann durfte ich tatsächlich gehen. Das letzte CTG und ein weiterer Ultraschall waren zufriedenstellend. Und am Freitag gegen drei war ich dann wieder zu Hause.

Inzwischen geht es mir so wie gestern. Der Schwindel ist noch minimal da, ich würde sagen, ich bin zu 80 % wiederhergestellt. Keine Ahnung was es war. Eine Hebamme dort in der Klinik vermutete ganz deutlich den emotionalen Stress wegen des Besuchs meiner Freundin. Ich bin mir da echt nicht sicher. Spannungskopfschmerzen hatte ich immer schon, auch dass es im Nacken ganz doll knackt und dann teilweise sofort der Schmerz weg ist, ist nix Neues für mich. Vielleicht ist es wirklich was mit den Nerven im Nacken. Wenn ich den Kopf neige und dann drehe oder wenn ich aufstehe und dabei den Kopf irgendwie bewege, ist mir immer noch schwindelig. Deswegen mache ich ganz langsam, nehme aber kein Paracetamol mehr. Montagfrüh gehts dann zum Frauenarzt und ich hole mir ein paar Überweisungen, dann sehen wir weiter. Solange es der Kleinen gut geht, halte ich alles aus was da noch kommt.

35. SSW

Babyalter: 34+4

Gewicht: 80,4 kg

Körper & Gefühle: Ich weiß inzwischen, dass die Akupunktur gegen Kopfschmerzen nicht geholfen hat (also, nicht gegen Kopfschmerzen, dafür aber bei der Verdauung). Letzten Montag habe ich daher Aku-Tape auf Nacken und Schultern bekommen, sowie zwei Samenkörner ins Ohr (für alle, die das genauso seltsam finden wie ich zuerst, hier ein Infolink). Was soll ich sagen – es hat geholfen! Ich kann jetzt nicht sagen, ob es am Tape, den Ohrsamen oder an beiden liegt, aber bis Freitag hatte ich keine Kopfschmerzen. Dann musste ich das Tape leider abmachen, weil es nicht mehr geklebt hat, und die Ohrsamenpflaster hatten sich durch den Wasserdampf beim Baden auch gelöst. Sonntag wars dann wieder ganz unerträglich, und heute Abend fahre ich in die Praxis und lasse mich erneut tapen.

So, dann haben die Tage zwei liebe Menschen ihre Babys bekommen. Zum einen die liebe July – herzlichen Glückwunsch von mir nochmal! Zum anderen eine ehemalige Klassenkameradin, die einen Kollegen vom Herzmann geheiratet hat und zufällig dann mit mir im Geburtsvorbereitungskurs war, diesen Blog aber nicht kennt. Und zack, wird alles noch viel, viel realer. Jetzt dauert es wirklich nicht mehr lange und unser kleines Mädchen purzelt auch in die Welt. Noch 38 Tage bis zum Termin, sagt die App. Allein die Vorstellung ist so wahnsinnig krass!

Von Übungs- oder Senkwehen merke ich übrigens noch nicht wirklich was. Es ist mal irgendwie unangenehm, mal etwas hart, dann wieder scheint es einfach nur unmöglich, eine gescheite Position einzunehmen, in der weder Rücken noch Bauch weh tun. Dafür habe ich letzte Woche mit der Dammmassage angefangen (übrigens auch ein total seltsames Gefühl, aber wenns hilft…). Heublumen habe ich auch schon hier, für Dampfbäder, und das Magnesium habe ich abgesetzt. Leider hatte ich als Quittung Samstag einen so fiesen Krampf mitten in der Nacht, dass mir heute noch die Wade dolle weh tut und ich den Herzmann mit einem Schmerzensschrei so aus dem Schlaf gerissen hab, dass er dachte, es geht los (ups…).

Der kleine Krawallkeks hat inzwischen auch nicht mehr so viel Platz, was aber nicht heißt, dass sie deswegen weniger aktiv wäre. Im Gegenteil – sie wackelt mit dem Hintern, dass mein ganzer Bauch sich verformt und verschiebt. Sie drückt inzwischen auch gegen die Hand, wenn man sie etwas ärgert, oder schiebt die Katzen weg, wenn die am Bauch liegen und vibrierend schnurren. Ich finde es immer noch unfassbar, dass da ein kleiner, fertiger Mensch in mir drin wohnt und bald raus kommt, um unser Leben für immer zu bereichern.

Den Aufreger der Woche hatte ich am Samstag, als wir zum Geburtstagsabendessen bei meinen Eltern waren. Nicht nur, dass ich von meiner Mutter immer wieder gefragt werde, ob ich auch etwas Wein oder Sekt trinken will – nein, sie beantwortet sich die Frage postwendend selbst mit „Ach, du willst ja nicht…“ Und zwar in einem Tonfall, der mir einfach nur noch auf die Nerven geht. Was dann gar nicht ging: Zum Nachtisch gab es eine Waffel mit Kirschen und Vanilleeis, alles schon angerichtet auf Tellern. Nachdem ich die erste Kirsche im Mund hatte, kam sofort das Aroma von ordentlich Kirschwasser raus, was dazu führte, dass der Herzmann meine Waffel mit dem Zeug drauf dann essen durfte. Ich sagte meiner Mutter, dass ich das echt daneben finde, weil sie ja weiß, dass ich absolut Alkohol vermeide während der Schwangerschaft und sie sagte nur, ich solle mich nicht so anstellen und das Fläschchen Kirschwasser sei ja eh verkocht. Gut, ich wollte keine Szene machen, mir ging es Samstag kreislauftechnisch eh nicht so gut und meine sagenhaft laute Verwandtschaft hat mir an dem Abend eh schon den Rest gegeben (ich vertrag das gerade einfach nicht), dass ich nur nochmal drauf hinwies, dass selbst der Alkohol in Wein nicht binnen anderthalb Stunden Kochen verdampft und sie sich ja keinen Zacken aus der Krone gebrochen hätte, wenn sie gefragt hätte, ob ich das essen will oder nicht. Dann hab ichs dabei belassen und bin wieder aus der Küche gegangen, sie hat da eh kein Verständnis. Wie oft ich schon hören musste, dass sie bei mir damals auch mal nen Glas Rotwein getrunken hat und es hätte mir nicht geschadet… Klar, die eine Kirsche hat jetzt ganz sicher eh nix bewirkt. Aber es geht da ums Prinzip, und ich habe für mich nun mal entschieden, dass Alkohol absolut tabu ist während der Schwangerschaft. Ich könnte es mir niemals verzeihen, wenn mein Kind deswegen einen Hirnschaden oder einen sonstigen Entwicklungsfehler hätte.

Geht gut: Eis, Kakao, Baden, das kühlere Wetter

Geht schlecht: Schlafen

Must have: Walnuss-Eis, Haferfleks von K*lln

Sonstiges: Donnerstag gehts wieder zum Arzt! Ich bin gespannt, ob nochmal geschallt wird. Leider hat meine Hebamme dann auch erstmal zwei Wochen Urlaub. Hier übrigens mal ein aktuelles Bauchfoto von gestern:

SSW34T3

 

 

 

 

 

 

Was ich im Mutterschutz erledigen möchte:

  • Bauchfotos für den Blog aufbereiten
  • Utensilos für den Wickeltisch nähen
  • Ikea-Lampe im Kinderzimmer mit Stoff pimpen
  • Wandgestaltung im Kinderzimmer fertig machen
  • meine Klamotten aussortieren (der Herzmann nennt mich schon einen Klamotten-Messi…)
  • Fenster im EG putzen
  • neue Kamera raussuchen
  • auf den Stoffmarkt gehen
  • Geburtskarte weitgehend vorgestalten
  • …..

Vom Salz im Kühlschrank

Spätestens jetzt ist es soweit und ich muss mir eingestehen, dass wohl auch mein Hirn geschrumpft ist. Das liest man ja allenthalben, dass das Hirn einer Frau im Laufe der Schwangerschaft kleiner wird (zum Glück wird es nachher wieder größer, sogar größer als vorher). Jedenfalls passieren mir immer mehr kuriose Sachen, teilweise lustige, teilweise peinliche und leider auch echt ärgerliche. Vor einigen Wochen habe ich beispielsweise einen ziemlich blöden Anfängerfehler beim Satz eines A2-auf-A4 Faltblatts gemacht, der dazu führte, dass ein mittiges Poster teilweise auf Umschlagseite 4 gedruckt wurde. Das hat meine Firma dreitausend Euro gekostet und war mir endpeinlich, auch wenn niemand sich so sehr darüber aufgeregt hat wie ich selbst. Klar, Fehler passieren halt mal. Nuja, mir passieren normalweise solche blöden Fehler nicht, weil ich mich selbst zigmal kontrolliere. Blöder Hang zum Perfektionismus halt (übrigens, wer sich etwas für die unterschiedlichen Persönlichkeitstypen und generell für emotionale Intelligenz interessiert, dem sei dieser sehr empfehlenswerte Blog von Roland Kopp-Wichmann nahegelegt).

Ünerhaupt scheine ich gerade nicht ganz richtig zu ticken. So habe ich vor ein paar Tagen verzweifelt das Salzfässchen gesucht und nicht gefunden, ich hatte schon den Herzmann im Verdacht, weil er auch gern mal irgendwelche Dinge aus der Spülmaschine dort hin räumt, wo sie nicht hin gehören. Aber er hat mich nur fragend angeschaut und mit den Schultern gezuckt. Naja – gefunden habe ich es dann im Kühlschrank, als ich etwas anderes rausnehmen wollte. Mit dem Kühlschrank hab ich’s übrigens: Gestern wollte ich die Ofenhandschuhe wegräumen und hatte schon die Kühlschranktür auf, um sie reinzulegen.

Ob diese Schusseligkeit auch mit Tollpatschig- und Vergesslichkeit in Verbindung steht, weiß ich nicht. Allerdings fallen mir letztens ziemlich oft irgendwelche Dinge runter. Oder ich erzähle ganz euphorisch von etwas, ehe mein Gesprächspartner mich darauf hinweist, dass ich es kurz vorher schon erzählt hatte oder er dabei war, als es passiert ist. Das ist mir vor der Schwangerschaft so gut wie nie passiert. Ich weiß ganz plötzlich an der Kasse meine Pin für die EC-Karte nicht mehr (natürlich fällt sie mir dann direkt wieder ein, wenn ich die bar bezahlten Einkäufe ins Auto räume), vergesse Termine ganz (oder verschiebe sie gedanklich um einen Tag nach vorn), verdrehe jahrelang bekannte (4stellige!) Telefonnummern und Postleitzahlen, duze plötzlich Leute, die ich sonst sieze und umgekehrt und bin nicht mehr im Stande, einen einfachen Dreisatz anzuwenden. Irgendwas scheint da oben nicht ganz richtig zu sein. Hormonell verstellt oder so.

Jetzt wird dieses Phänomen ja als „Schwangerschaftsdemenz“ belächelt. Tjahahaaa – aber eigentlich sagen mir alle Mütter, die stillen bzw. gestillt haben, dass daraus leider erstmal ne Stilldemenz wird. Das bleibt also spannend. Ich kann vorerst nichts anderes tun, als mir alles mögliche aufzuschreiben und die Leute um mich rum zu bitten, mich an Dinge zu erinnern, auch wenn sie banal sind.

Und die Sache mit dem Dreisatz vertusche ich einfach, da gibts nämlich tolle Rechner im Internet für. Wobei ich ja eh nur noch zwei Arbeitstage habe, an denen ich das eventuell können muss. 😀

Wie war bzw. ist das bei euch so?

32. SSW

Babyalter: 31+4

Gewicht: 79,0 kg

Körper & Gefühle: Der wachsende Bauch macht mir inzwischen etwas zu schaffen. Beim Treppensteigen schnaufe ich nach den ersten paar Stufen wie eine Dampflok, Schuhe mit Schnürsenkeln kann ich nur noch ganz umständlich anziehen und im Wasserbett umdrehen ist echt ein etwas größerer Akt. Wenn ich auf dem Rücken liege, komme ich inzwischen nur noch über die Seite wieder hoch oder wenn der Herzmann an mir zieht – ich fühle mich wie ein Maikäfer! Hinzu kommt diese ätzende Schwüle, die mich richtig regelmäßig ausknockt. Ich vertrage das einfach nicht so gut. Wassereinlagerungen in Beinen, Füßen und Fingern habe ich allerdings nach wie vor nur temporör und sehr selten, was super ist! Meinen Ehering werde ich trotzdem jetzt bis zum Ende der Schwangerschaft ausgezogen lassen, das ständige An- und Abziehen ist etwas nervig (ich trage ihn sonst immer, auch nachts). Sehr kurios finden der Herzmann und ich übrigens meine Eigenschaft als Glühwürmchen: Ich ess etwas, und kaum eine halbe Stunde später bekomme ich dermaßen heiße Hände und Füße, dass wir schon mit Eiswürfeln und gefüllter Babybadewanne gekühlt haben. Bisher war die anschließende Erleichterung allerdings immer nur von kurzer Dauer. Naja – das ist halt was, womit man leben muss. Der Bauch ist übrigens nach wie vor kühl.

Gefühlstechnisch ist eigentlich alles okay, seitdem die Sache mit der Hebamme geklärt ist. Dafür heule ich gerade bei jeder Kleinigkeit los – sobald jemand im Fernsehen weint, weine ich mit, ohne den Grund zu kennen. Ich weine, wenn ich im Radio von einem 10 Monate alten Baby in den USA höre, dass bei dieser Hitze im Auto gestorben ist. Ich heule, wenn der Herzmann „geht doch“ zu einem Kleid sagt, das ich anziehe und selbst kritisch beäuge. Überhaupt bin ich gerade sehr sensibel, finde ich. Ich kann viele Menschen nicht gut ertragen, und wenn die dann noch laut sind, will ich am liebsten weglaufen (so passiert am Samstag, auf dem Geburtstagsessen meines Onkels – 13 Leute, 3 davon unterhielten sich ständig sehr laut und quer über den langen Tisch hinweg). Jetzt müsst ihr wissen, dass ich sonst eigentlich gern auf solche Feiern gehe und mit vielen Menschen Kontakt habe. Deswegen irritiert mich das alles ziemlich – ich schiebe es aber wirklich auf die Schwangerschaft; der Herzmann meint, vielleicht sei es eine Art Reizüberflutung. Ansonsten freue ich mich sehr darüber, dass ich nur noch 9 Tage arbeiten muss – mein letzter Tag hier ist der 08. August. Hätt ich auch nie gedacht, dass ich das mal schreibe (der aufmerksame Leser erinnert sich sicher, dass ich zu Anfang der Schwangerschaft mir gar nicht vorstellen konnte, überhaupt zu Hause zu bleiben)!

Geht gut: Wieder Äpfel essen, ohne dass das Zahnfleisch blutet

Geht schlecht: Katzenfutter riechen, viele Stufen gehen, die Hitze ertragen

Must have: Eis (!!!), Weintrauben, Mandelschokolade

Sonstiges: Noch 59 Tage bis zum errechneten ET! Und das Babyzimmer nimmt immer mehr Formen an. ♥