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4 Wochen Krawallkeks – Zusammenfassung Woche 1

Der Hammer. Gestern war der Keks genau 4 Wochen alt! Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht – bald will sie mein Auto leihen. Und ich komme nicht zum Bloggen… Das hat mehrere Gründe. Zum einen den Keks selbst natürlich: Sie ist ein absoluter Tragling. Es geht ihr nur gut, wenn sie ganz eng bei, an oder auf einem liegen kann. Schlafend in den Laufstall legen klappt so gut wie nie, und wenn doch, dann nur für wenige Minuten. Ich habe also selten die Hände frei. Ein weiterer Grund ist, dass ich kein Notebook habe, sondern nur ein Smartphone und einen Desktop-PC. Gemütlich irgendwo sitzen und bloggen ist daher nur dann Möglich, wenn ich dem Herzmann sein Firmen-Notebook mal klaue. Der dritte Grund: Der Herzmann weiß nicht, dass ich über Schwangerschaft und Babyzeit blogge. Aber genug davon, ich will zumindest mal die Kernerinnerungen der letzten Wochen rückwirkend festhalten, ehe sie ganz verblasst sind. Fangmer mal an mit Woche 1.

 

Die erste Woche mit Krawallkeks

Der Herzmann hat zum Glück den ersten und den 12. Monat Elternzeit genommen. Ich wäre sonst vermutlich innerhalb der ersten Babywoche verhungert. Na gut, so schlimm nicht, habe ja noch genug Reserven – aber wenn er sich nicht ums Essen gekümmert hätte, hätte ich aus Zeitmangel nichts gegessen. Das ist ja auch so eine Sache, die ich nie nie niemals geglaubt hätte. So ein Baby schläft doch die meiste Zeit, da wird man ja wohl mal Nudeln oder ins Wasser schmeißen können. Ha. Hahaha. [insert trockenes Lachen here] Ich war schon stolz, dass ich mal nen Müsliriegel auf bekommen hab.

Am Sonntag unserer gar unverantwortlichen Selbstentlassung aus dem Krankenhaus waren wir gegen 12 Uhr zu Hause; um kurz nach eins kam unsere Hebamme schon vorbei. Das war Gold wert; sie erklärte mir vieles zum Stillen, zeigte mir die richtige Anlegetechnik für mich (liegend auf der Seite), gab mir solche B*ustwarzenschalen von medela gegen das Wundsein und half uns wirklich sehr. Sie war gute zwei Stunden da und ich war und bin einfach nur unendlich glücklich, dass ich sie habe. Für den Keks gab sie uns Paderborner Pupsglobuli und Kümmelzäpfchen von Wala, falls es mit dem Bauchweh zum Abend hin schlimmer werden würde. Sie besuchte uns in dieser Woche jeden Tag für mindestens eine Stunde, und das war auch gut so. Denn: Im Krankenhaus hatte mir ja keiner was zum Kühlen für die Nähte gegeben. ich fühlte mich nicht nur wie ein Pavian, ich sah auch so aus. Alles tat höllisch weh, ich konnte kaum laufen und eigentlich gar nicht sitzen. Ich fühlte mich körperlich total matsche, auch wenn es mir mental richtig gut ging. Die Heultage blieben komplett aus; geweint habe ich eigentlich nur, wenn der Keks so sehr schrie wegen den Pupsen und ich nichts machen konnte, um ihr zu helfen. Und Bauchweh hatte sie quasi von Beginn an. Dienstags schickte die Hebamme den Herzmann in die Apotheke: Calendula-Essenz für mich zum Spülen kaufen, BiGaia Tropfen und Sab Simplex für die Kleine, denn außer Wärme, tragen und warten half einfach nichts gegen das Gluckern im Bauch. Zusätzlich machte ich mir große Sorgen wegen des ausbleibenden Windelinhalts, sowohl vorn als auch hinten, aber hier beruhigte uns die Hebamme, und auch bzgl. des Gewichts machte sie keinen Stress sondern kündigte an, erst Ende der Woche wiegen zu wollen.

Die wunden B*ustwarzen wurden mit den Schalen und dem Balsam von Mam schnell besser (den hatte ich zum Glück noch in der Schwangerschaft geholt auf Empfehlung vder Twitter-Timeline), montags hatte ich schon den Milcheinschuss gehabt, der ohne Probleme und ohne Schmerzen kam. Am Ende der Woche musste ich daher einen schnellen Käsekuchen backen, um den ganzen Quark loszuwerden, den wir vorsorglich gekauft hatten. Große Probleme hatte ich eigentlich nur mit den Nähten. Ich spülte nach jedem Toilettengang mit Calendula-Essenz in warmem Wasser und hatte einfach nur Schiss, mal groß zu gehen. Die Hebamme empfahl Milchzucker, warmen Apfelsaft, Leinsamen und was man sonst eben noch alles unternehmen kann, aber es wollte trotzdem nicht wirklich in Gang kommen, sodass ich freitags dann eine Fußreflexzonenmassage von ihr verordnet bekam, bei der ich 4 Stunden später tatsächlich sehr schnell in der Keramikabteilung verschwinden musste. Außerdem gab sie mir Traumeel Salbe für die Nähte. Die brannte höllisch beim Auftragen, und ich lag danach meistens mit den Händen im Schritt und verkniffenem Gesichtsausdruck auf dem Sofa und wartete, dass das Brennen nachließ. Am Ende der Woche sah ich immer noch aus wie ein Pavian und fühlte mich untenwum wie Frankensteins Monster; ich glaubte ja schon nicht mehr daran, dass sich das jemals zurückbilden würde. Wenigstens die Gebärmutter bildete sich mit richtigen Kracher-Nachwehen beim Stillen super zurück; und am Ende der Woche wog ich schon 8 Kilo weniger als vor der Geburt.

Unserem Mädchen ging es gut bis auf die Verdauungsprobleme. Wir gaben Sab vor jedem Stillen und einmal täglich 5 Tropfen BiGaia. Mittwochs setzte dann zögerlich wieder die Windelmaschinerie ein, was mich etwas beruhigte. Wir hatten nun eigentlich jedes Mal eine nasse Windel, wo wir Montag und Dienstag maximal drei Stück täglich hatten. Schnell merkten wir, dass unser Mädchen nur dann zur Ruhe kam, wenn wir sie im Arm hatten oder sie auf uns schlafen durfte. Das führte zu einer Art Schichtdienst sowohl tags als auch nachts; denn das Beistellbettchen mochte sie auch nicht. Als problematisch stellte sich nur unser Wasserbett heraus, denn Babys sollen ja nicht im Wasserbett schlafen. Das hat verschiedene Gründe, wobei ich die geringe Atmungsaktivität der Unterlage persönlich noch als am wenigsten schlimm empfinde. Obwohl wir ein zu 90 % beruhigtes Wasserbett haben, hat die Kleine nämlich extremen Wellengang, sobald ich mich nur leicht bewege; von ihrer Rückenhaltung mal abgesehen, da ich ja viel mehr Wasser verdränge als sie mit ihren drei Kilo. Stillen im Liegen erwies sich auch als Herausforderung, ging aber nach etwas Übung ganz gut, nur das Bäuerchen danach war einfach unmöglich durchzuführen für mich. Einfach mal hinsetzen im Wasserbett, um den Keks aufstoßen zu lassen, war aufgrund der schmerzhaften Nähte nicht möglich; also kniete ich auf den Knien und starb dabei fast jedes Mal, weil es mich fast zerriss und den Beckenboden gleich mit. Ich wimmerte und weinte fast jedes Mal den Herzmann wach, und gerade in der ersten Woche nach der Geburt wollte der Krawallkeks etwa alle 2 Stunden trinken. Aber machten wir kein Bäuerchen, waren die Bauchschmerzen schlimmer. Das war wirklich hart für mich, und ich danke meinem Mann von ganzem Herzen, dass er mich so toll unterstützt hat und ungefragt Dinge übernommen und erledigt hat. ♥

Zur U2 und für den Hörtest waren wir bei unserem Kinderarzt, der auch keinen negativen Kommentar über das Gewicht verlor. Die Autofahrt dahin war für mich zwar hart, aber der Keks mag den Maxi Cosi und das Geschaukel und beruhigt sich fast sofort beim Losfahren.

Freitags hatten wir dann einen Termin bei uns zu Hause mit der Fotografin – das war auch super, der kleine Keks hat richtig gut mitgemacht und die Fotografin selbst war die Ruhe und Entspannung in Person, hat niemanden gestresst und gemütlich gewartet, bis ich nochmal gestillt hatte und die Kleine eingeschlafen war. Die Bilder sind richtig toll geworden! Der Herzmann und ich haben allerdings entschieden, dass wir keine Bilder mit Kopf von unserer Maus im Internet zeigen werden; zu viel Schindluder wird damit getrieben.

Im Krankenhaus

Nach der Geburt (das Passwort könnt ihr gern per Kommentar erfragen, wenn ihr möchtet) durften der Herzmann und ich bis etwa sieben Uhr früh allein im Kreißsaal kuscheln. Der Herzmann fütterte mich stillend mit einer Scheibe Käsebrot, weil ich ziemlichen Hunger hatte. Dann kam eine Hebamme herein, die der Kleinen ein weiteres Namensbändchen um das Handgelenk wickelte (Vorname diesmal falsch geschrieben) und sie anzog. Zu mir sagte sie, ich solle mich anziehen und dann hinsetzen. Sie sprach recht gebrochen deutsch und war schwer zu verstehen, aber gut. Der Herzmann sammelte alle Sachen ein und ich wurde in so einen Liege-Rollstuhl verfrachtet und fünf (!) Meter raus in den Gang geschoben, wo ich wieder aufstehen und mich in ein Bett legen sollte. Ich fühlte mich soweit eigentlich ganz gut, kreislauftechnisch war auch alles in Ordnung, nur die PDA steckte noch etwas in den Beinen. Dann bekam ich mein Baby in den Arm und der Herzmann brachte mich mit einer Krankenschwester zusammen eine Etage höher auf die Wochenstation, da war es kurz nach halb acht.

Oben angekommen wurde ich zu zwei Frauen in ein Dreibettzimmer ans Fenster gerollt. Zu diesem Zeitpunkt war ich 24 Stunden wach und hatte eine körperlich und emotional sehr anstrengende Geburt hinter mir. Der Krawallkeks schlief total groggy in meinem Arm und ich wollte nur noch dösen. Der Herzmann blieb noch bis kurz vor acht, dann schickte ich ihn nach Hause zum Schlafen und er versprach, nachmittags wiederzukommen und Besuchs-Türsteher zu spielen (es hatten sich echt schon nichtfamiliäre Leute angekündigt!). Es wäre so schön gewesen, wenn ich einfach etwas hätte schlafen können, zumindest dösen… Aber nein. Die zwei Damen auf meinem Zimmer waren ja ausgeschlafen (eine mit leichten Wehen zur Beobachtung, eine mit Kaiserschnitt und Baby in der Betreuungsstation) und gaben ihr bestes, möglichst lautstark zu telefonieren und möglichst viel Besuch zu empfangen. Da eine hatte ihre Schwester mit Freund und Kindern da, die telefonierte und ständig „es“ sagte („da kannste es selber fragen“, „es muss noch im Krankenhaus bleiben“ etc. – lieb ich ja, sowas, besonders wenn man da nicht weghören kann…ich meine, ich komme auch vom Dorf, aber so hab ich nie geredet…), bei der anderen kamen Mann und 2jähriges Kind und ihr Bruder mit Tochter irgendwann; der Sohn war laut und sprang durch das Bett und drumherum und die Tochter stand ständig neben meinem Bett und starrte mein Baby und mich an. Zwischendrin kam Essen (Suppe – und das bei meinem Kohldampf…), eine Krankenschwester die mich ausfragte (Allergien? Telefonnummer? Vollkost? Mal hingefallen in den letzten 4 Wochen?), als ob ich diese Angaben nicht alle schon gemacht hätte bei der Geburtsanmeldung! Aber das sei für den Kreißsaal gewesen, man sei hier ja die Wochenstation. Äh, okay. Na dann. Hab ich also alle Angaben nochmal gemacht. Verstanden hab ichs nicht; der Herzmann hat bei Aufnahme im Kreißsaal auch noch einige Angaben gemacht, die ich auch schon gemacht hatte zwei Wochen zuvor. Kurz darauf kam dann eine neue Schwester, die mir im Schnelldurchlauf gezeigt hat, wie man mit dem Baby umgeht („Machst du so, legst du neue Windel hier, ziehst du Body so an.“ Und „Kannst du stillen? Legst du Kind so an, B*ustwarze in Mund, fertig.“ Das war übrigens auch alles, was man mir zum Thema Stillen gesagt hat; gezeigt wurde mir im Bett sitzend die Football-Haltung. Ich musste hierzu mein Kissen oder die Bettdecke knautschen, denn ein Stillkissen gabs nicht, nur im Stillzimmer hätte es zwei gegeben.

Irgendwann kam der Herzmann dann wieder, es war gegen vier oder so, ich versuchte gerade zu stillen – seit über einer Stunde, weil die Kleine ständig suchte und schmatzte und ich dachte dass nichts kommt und sie einfach Hunger hat. Das war natürlich tödlich für die B*ustwarzen, das Saugen tat weh und ich dachte, das müsse halt so sein am Anfang. Jemand maß meinen Blutdruck, der super sei, die Braunüle müsse aber noch im Arm bleiben, falls noch was wäre. Ich hatte morgens schon mal gefragt, ob sie die nicht rausziehen könnten, da hieß es noch nach dem Frühstück und wenn ich mal auf Toilette gewesen sei (was beides um zehn schon problemlos erledigt war). Ich fragte auch hier wegen den schmerzenden B*ustwarzen, aber mir wurde gesagt, dass die sich halt erstmal dran gewöhnen müssten. Okay, dachte ich, und fügte mich. Gegen fünf kamen meine Eltern (ich stillte derweil immer noch und hatte nicht geschlafen), sie gingen um sechs, als das Abendessen kam. Der Herzmann schmierte mir die zwei Brote und die Kleine war inzwischen endlich eingeschlafen, meine B*ustwarzen rot und rissig und ich wie gerädert. Ich teilte der Spätschicht mit, dass ich gern am nächsten Tag nach Hause gehen würde, wenn medizinisch nichts dagegen spräche bei mir oder meinem Kind; die Begeisterung hielt sich in Grenzen – ich solle das morgen bei der Visite sagen, aber es sei ja Sonntag und normalerweise sollte man bis zur U2 bleiben. Ich erwähnte meine Nachsorgehebamme und dass wir bereits einen Kinderarzt hätten, der die U2 auch durchführen würde. Die Frau mit den Wehen durfte derweil erstmal wieder nach Hause gehen.

Um sieben kamen meine Schwester und ihr Freund und blieben bis kurz vor acht, um acht ging dann auch der Herzmann und ließ uns allein.Ich war froh, dass er Kekse mitgebracht hatte – ohne hätte ich die Nacht vermutlich nicht überlebt. Ich wollte eigentlich endlich duschen gehen, hatte aber diese blöde Braunüle noch im Unterarm mit Unmengen von Mull drumherum. Außerdem war das Baby jetzt wieder wach und ließ sich nicht beruhigen, nicht durch schaukeln und wiegen und kuscheln und streicheln, nicht durch reden und einwickeln – nur durch saugen. Also legte ich wieder an, wieder im Sitzen, obwohl meine Nähte inzwischen so sehr schmerzten. Wieder dachte ich, dass das halt so sei. Ich hatte den ganzen Tag halb aufgerichtet gesessen im Bett. Niemand hatte mir gesagt, dass ich so viel liegen sollte wie möglich, keiner hatte mir etwas zum Kühlen angeboten oder auch nur mal gefragt wie es mit den Nähten ist oder mit dem Stillen klappt oder mit dem Wickeln oder überhaupt. Ich fühlte mich so schlecht betreut! Die Frau mit dem Kaiserschnitt neben mir gab immer mal ein paar Kommentare ab, bei denen ich zwischen nervig und hilfreich schwankte, die ich aber nicht richtig beurteilen konnte. Gegen zehn versuchte sie zu schlafen und wir auch – leider gurgelte es im Bauch meines Babys so sehr, dass es ständig weinte und sich einfach nicht beruhigen wollte. Bis ich es nicht mehr aushielt und fast mitgeheult hätte vor Hilflosigkeit und Wut über diese Wochenstation, die ich zuvor noch so gut gefunden hatte bei meinem ersten Aufenthalt hier. Ich packte mein Baby und schob es ins Kinderzimmer. Dort würde man mir doch helfen können! Und wenn nicht, würde ich Rabatz machen und mich nicht abspeisen lassen. Es hatte inzwischen einen Schichtwechsel gegeben und ich traf auf ein vertrautes Gesicht – die Nachtschwester von meinem ersten Aufenthalt wegen des Lagerungsschwindels. Und sie war die erste, die mich mal fragte, wie es mir denn ging. Sie nahm sich Zeit und zeigte mir alles noch mal in Ruhe, erlöste den Krawallkeks mit einem Fieberthermometer von den Blähungen und dem festsitzenden Mekonium und half uns beiden damit wirklich sehr. Sie zog mir auch die Braunüle und schickte mich duschen und etwas schlafen. Ich war ihr so dankbar, dass ich um ein Haar in Tränen ausgebrochen wäre! Auch weil ich mir vorkam wie eine schlechte Mutter, dass ich mein weinendes Baby bei ihr ließ.

Ich duschte endlich und legte mich hin, und vermutlich bin ich sofort eingeschlafen – da war es übrigens kurz nach vier Nachts und ich war über 44 Stunden wach gewesen. Um halb sechs bekam ich mein schlafendes Baby zurück; es war gepuckt und sah so friedlich aus. Ich dankte der lieben Nachtschwester kurz und schlief selbst weiter – bis um sieben. Denn da flog die Tür auf, man wolle Blutdruck messen und Blut abnehmen für den Eisenwert. Das war eine Ärztin, die das machte, und obwohl ich nur drei Stunden geschlafen hatte, muss ich ziemlich bestimmt gewirkt haben, als ich ihr sagte, dass ich sofort nach Hause will. Sie war ebenso wenig begeistert, trug mir aber auf, mit dem Krawallkeks (der noch schlief) ins Kinderzimmer zu gehen. Ohne wiegen und „Endkontrolle“ würde ich nicht entlassen werden. Ich solle frühstücken und mich dann darum kümmern. Also holte ich mir Frühstück, frühstückte und wartete auf den Herzmann, der gegen halb neun kam. Die Ärztin erschien kurz darauf, flaumte mich regelrecht an, wieso ich den Schwestern noch nix von meinem Entlassungswunsch erzählt hätte, aber egal, ich solle jetzt dann halt mal mitkommen und das Baby bei meinem Mann lassen, fürs Entlassungsgespräch. Untersuchen (US) bräuchte sie mich ja nicht, da würde man eh nix sehen in der Gebärmutter, das wär dann halt so wenn ich jetzt schon nach Hause wolle und nicht bis zur U2 dableiben wollte. Ich ging mit ihr und war etwa 10 Minuten in einem Besprechungsraum mit ihr, kann mich aber beim besten Willen nicht mehr erinnern was sie da alles sagte oder fragte. Das ist einfach weg. Irgendwas mit „nicht baden“ und Kontrolltermin in 6 Wochen beim Frauenarzt, alles andere ist echt weg.

Ich ging dann wieder zum Herzmann und zum Krawallkeks, der immer noch schlief (da war es kurz nach neun). Eigentlich wollte ich sie gar nicht wecken, aber man wollte mich bis zehn entlassen. Also rollte ich sie ins Kinderzimmer und ließ den Mann meine Sachen packen. Er kam kurz darauf zu uns mit dem Heimfahr-Outfit, da wartete ich noch immer, dass eine der Kinderkrankenschwester Zeit fand für uns. Mein Beckenboden drückte, die Nähte ziepten, ich stand neben dem fahrbaren Babybettchen. Eine halbe Stunde lang. Dann schnappte sich die Kinderkrankenschwester unser Baby, riss es aus dem Schlaf und zog es aus. Ob wir uns sicher seien mit dem Heimfahren. Wegen der U2 und so. Wir bejahten. Es wurde der Zuckerwert genommen, der war bei 68 und damit wohl okay. Dann sollten wir unterschreiben, dass wir die Blutabnahme bzgl. des Stoffwechselscreenings verweigerten. Machten wir; das würde die Hebamme machen, darum hatte ich mich im Vorfeld schon prophylaktisch gekümmert. Dann wurde die Kleine gewogen. Die Schwester rechnete. Und teilte uns dann schroff mit, dass unser Mädchen 9 % des Geburtsgewicht abgenommen hätte und sie unter diesen Umständen eigentlich nicht entlassen werden könnte. Wenn, dann nur gegen ausdrücklichen ärztlichen Rat und überhaupt wäre das fahrlässig und von uns total unverantwortlich. Das verunsicherte mich dann etwas und brachte den Entschluss ein wenig zum Bröckeln. Andererseits wollte ich unbedingt nach Hause, da ich bisher auch nur rumgelegen/-sessen und sich niemand um mich gekümmert hatte. Deswegen teilte ich der Kinderkrankenschwester mit, dass wir jetzt erstmal meine Hebamme anrufen und die dazu befragen. Da kam dann allen Ernstes die Frage „Wieso denn das? Vertrauen Sie der mehr als uns hier?“ Ungelogen! Und ich so: „Ja.“ Ich blieb beim Kind und zog es schon um, der Herzmann rief derweil die Hebamme an.

Kurz darauf kam er zurück, die Kinderkrankenschwester hatte mich bis dahin ignoriert und irgendwelche Papiere ausgefüllt. Meine Hebamme sagte, dass wir trotzdem nach Hause gehen sollten. Zur Sicherheit (weil Sonntag war) sollten wir uns etwas Pre-Nahrung mitgeben lassen; die Hebamme würde dann um halb zwei zu uns nach Hause kommen und nach uns schauen. Sie sagte, dass das Stillen zu Hause sogar besser klappen würde als im Krankenhaus und 9 % ja noch völlig im Rahmen lägen und nicht ungewöhnlich seien. Das beruhigte sowohl mich als auch den Herzmann, und so nahmen wir unsere Krankenhausgeschenke, unseren Kram und unser Baby und fuhren gegen kurz nach zehn nach Hause. Die Sonne schien, es war ein tolles Gefühl, den kleinen Keks mitnehmen zu können und ich war froh, die Entscheidung getroffen zu haben, nach Hause zu gehen – auch gegenärztlichen Rat. Ich würde es rückblickend jederzeit wieder so machen.