Archiv der Kategorie: Babyzeit

15 Monate Krawallkeks

Der Keks



Motorik

Du rennst. Am liebsten spielst du fangen und verstecken. Du kitzelst uns und dein Beebbieee, läufst immer weiter Strecken und hältst uns sehr auf Trab. Die steckst Klötzchen in die richtigen Öffnungen, sortierst beim Sortierspiel die Dreiecke, Würfel und die runden Steine nach der Größe und meistens schon richtig nach der Farbe. Das kam sehr plötzlich. Fürs Bauen mit Holzklötzen interessierst du dich immer noch nicht so. Mal sehen ob das jetzt mit dem Lego anders wird. Du kannst die Anlage aus- und einschalten, tanzt am liebsten zu Rolf Zuckowskis Winterkinder CD und „When I found love again“, schnalzt und klatschst im Takt. Du holst Bücher, die du anschauen möchtest und du saust wie ein Blitz mit deinem Puky um den Tisch. Zwischen unseren Beinen fährst du damit auch gern durch. Mit dem Bobbycar draußen geht das noch nicht so gut, aber es wird! Du isst ganz prima mit der Gabel und wirst auch immer besser mit dem Löffel. Du kannst in 9 von 10 Fällen allein aus einem normalen Becher trinken ohne zu kleckern. Du pustest Kerzen mit einem Mal aus und pustest auch dein Essen, kannst Plätzchen ausstechen und hast geholfen den Weihnachtsbaum zu schmücken. Du räumst deine Sachen aus dem Geschirrspüler an die richtigen Stellen und holst Teller, Becher und Gabel, Löffel oder Snackschüssel, wenn du Hunger hast, du bemerkst, dass ich Essen mache oder wenn man dich darum bittet. 

Essen

Derzeit bist du etwas wählerisch. Mit der Hand magst du jetzt fast gar nichts mehr essen, du holst dir selbständig Gabel oder Löffel oder forderst es ein „Piek/Gabbä/Loffä“. Soße kannst du momentan nicht ausstehen, da wird dann alles Kontaminierte aussortiert, selbst Fleisch. Wenn man dich fragt, was du essen möchtest, sagst du entweder „Bo“ (Brot), „Toos“ (Toast), „Nuna“ (Nudeln, mit Babyzeichen), „Wussd“ (Wurst), „Gogu“ (Joghurt), „Affel“ (Apfel), „Guuke“ (Gurke) oder, sehr beliebt, auch „Gommibadegge“ (Gummibärchen!). Der Hit ist auch einfach „datta“ mit zeigen darauf, was wir gerade essen, auch wenn es exakt dasselbe ist, das du auf dem Teller hast. Du liebst Pomelo! Milch magst du nach wie vor nicht trinken und Tomate isst du auch immer noch nicht. 

Schlafen

Du schläfst sooo so schlecht derzeit nachts. Über Weihnachten hattest du auch eine megafiese Erkältung plus Schnupfen von den Eckzähnen, du warst praktisch die ganze Nacht wach und hast nie länger als 1h am Stück geschlafen. Wir sind alle sehr müde gewesen (und sind es noch). Leider drehst du immer noch am Rad, wenn dein Papa nachts rüber kommt um dich zu beruhigen. Das ist sehr schade, manchmal kann ich einfach nicht aufstehen (Kreislauf). Wach bin ich trotzdem, solange bis du auch wieder schläfst, was mit deinem Papa dann auch mal ne Stunde dauern kann. Hoffentlich sind die doofen Zähne bald da und wir haben wieder ruhigere Nächte!

Sprechen

Oh ja! Du quatschst! Man versteht dich meistens schon recht gut bzw bekommt durch Ausschlussfragen heraus was du möchtest. Falls nicht, bekommst du Wutausbrüche… Du hast ein Wort für deinen Namen und meinst auch wirklich dich dann. Oma und Opa sagst du aber immer noch nicht. 😀 Sonst redest du den lieben langen Tag und jetzt langsam fangen auch die lustigen Wortkreationen an. Ich meine, wie kann man bitte ernst bleiben, wenn du sagst „Gommibadegge? Ja?“ Und dann ernst schaust und gewichtig nickst? Auf die Frage ob du müde seist, sagst du zielsicher „Nein!“ und schüttelst den Kopf, ganz gleich ob deine Augen schon zuklappen. 



Sonstiges

Seit einer Woche sagst du zuverlässig an, wenn du die Windel voll gemacht hast! Du kommst dann und sagst „Kaka“, nimmst meistens die Hand und sagst „Komm“ und willst hoch gehen und eine neue Windel haben. Das ist ganz prima! Vielleicht gehen wir im Sommer dann doch schon das Thema windelfrei mal an. 

Ein Eckzahn ist jetzt draussen, ein anderer kurz davor und die zwei unteren kommen auch bald. 

Weil ich ein paarmal zum Arzt musste und dich da nicht mitnehmen konnte, hat deine Oma aufgepasst. Das ging erstaunlich gut!

Wir haben einen Reisebuggy gekauft für unterwegs, damit ich nicht immer den Sportwagen mitnehmen muss. Oft gehen wir aber auch einfach ganz ohne los. 



Mama und Papa 

…sind so müde und haben dich so lieb! Ich bin leider nachts nicht so geduldig wie ich es gern wär, auch wenn du mal wieder kein Stück hörst und Unsinn machst. Ich hoffe, dass ich da noch entspannter werde. Ich schimpfe viel zu viel, finde ich. 

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14 Monate Krawallkeks

Der Keks

Motorik

Zum Laufen nimmst du die Hände nun gar nicht mehr hoch. DAs Geleichgewicht kannst du wirklich super halten und deine Körperspannung ist echt bemerkenswert. Du kletterst aufs Sofa, auf den Papa, auf deinen Stuhl, die Treppe rauf und runter und sogar stehend an unseren Beinen hinauf bis du auf unseren Schultern stehst. Du tanzt schrecklich gern (und drehst leider auch oft die Musik GANZ laut), auch morgens direkt nach dem Aufwachen im Bett, wenn du an der Spieluhr ziehst und direkt loslegst. Du rennst durch das ganze Haus und die Straße entlang. Du saust mit dem Puky durchs Wohnzimmer, drehst Flaschen auf und zu, öffnest Deckel von Tupperdosen und den Verschluss deiner Trinkflasche. Überhaupt popelst du gern überall dran und drin herum. Liebend gern wirfst du Dinge in den Subwoofer, weil Papa dann immer so schön alles abstöpselt und das Ding schüttelt, damit es wieder raus fällt. Nach wie vor hast du null Interesse daran, mit Bauklötzen zu bauen oder Steckpuzzle zu machen. Das finde ich sehr schade! Dafür malst du ganz gern – ich freue mich schon, wenn wir dir zu Nikolaus das große Stifteset schenken können. Am liebsten spielst du Ball oder mit meiner alten Puppe ausziehen (nachdem ich sie angezogen habe). Du zerreißt gern Kataloge und du lieeeebst Bücher über alles. Wir lesen sicherlich 3h über den Tag verteilt. Du kennst so viele Begriffe, auch Dinge die wir gar nicht hier haben (Kopfhörer) und wo du nur die Abbildung kennst. Du imitierst gern Telefonate und weißt zielsicher, wie man die Tastensperre aus dem Telefon entfernt.

Essen

Problemlos. Tomate magst du immer noch nicht am Stück, das geht nur als Soße. Du weißt, wo deine Snacks liegen, und holst mich regelmäßig ab, damit ich die Schublade mit dir aufmache und dir etwas gebe. Neuerdings hast du Quetschis für dich entdeckt, da hatten wir eine Probe da und das mochtest du als Nachtisch sehr gern. Was keriner je gedacht hätte, ist übrigens dass du Bananen schrotest als gäbe es kein Morgen. Manchmal sagst du frühs im Bett schon „Nanä!“ und machst das Zeichen für essen.  Zu trinken bekommst du nach wie vor nur Wasser, manchmal ein paar Schlucke von unseren Tees, selten mal ein Smoothie nachmittags statt Obst.

Schlafen

Derzeit schläfst du morgens „nur“ noch für etwa 30 Minuten und dann mittags für 1,5-2h. Die Nächte sind letzte Woche etwas durchwachsen gewesen, was aber auch sicher an dem 4. Backenzahn lag, der da endlich durch kam. Du hast nun also 12 Zähne – und gelegentlich schon wieder rote Backen. Da kommen wohl also bald die nächsten.

Sprechen

Okay. Ich lass das jetzt mit der Liste. Das war Quatsch, auch wenn ich da echt euphorisch bin und ziemlich stolz auf dich. Aber die würde einfach recht schnell ellenlang werden. Als wir letzte Woche beim Nachbarskind zum Gratulieren waren, bemerkte eine Mutter (Erzieherin hier in der Kita), nachdem du kurz mit ihr allein die Treppe rauf warst, dass du ja so viel redest und man dich schon so gut versteht. Das hat mich sehr gefreut, und du sprichst wirklich schon echt gut. Dein neuestes Lieblingswort ist „Auffff“. ❤

Sonstiges

Leider haben wir jetzt erfahren, dass der Kitaplatz ab 1.8. wohl nicht so sicher ist wie gedacht. Es gibt „plötzlich“ sehr viele Zweijährige, sodass es jetzt eine Warteliste gibt für alle Kinder, die noch nicht in die Kita gehen. Ganz toll. Das Ärgerliche daran ist, dass unsere Gemeinde (besteht aus 4 Ortsteilen, in 3 gibt es eine Kita) in den zwei anderen OT noch Plätze hat, aber viele Eltern aus den anderen OT ihre Kinder bei uns in die Kita geben, weil es fahrtechnisch scheinbar besser liegt. Es kann also gut sein, dass wir dich später oder in eine andere Kita geben müssen. Das müssen wir noch rausfinden – ich dachte ja, dass wir recht gute Chancen haben, weil du erst nach den Sommerferien in die Kita kommst. Mal sehen.

Gegen MMR bist du inzwischen auch geimpft worden und hast mit einem fiesen Ausschlag aka Impfröteln reagiert. Dir ging es soweit ganz gut, einen Tag nach der Impfung hattest du erhöhte Temperatur. Der Ausschlag ist jetzt gerade am Abklingen.

Außerdem gehen wir jetzt einmal die Woche ins Schwimmbad, ab Januar machen wir auch einen Kurs bei der AWO mit.

Mama und Papa

…werden also nochmal Mama und Papa! Darüber sind wir sehr glücklich!

1 Jahr Krawallkeks

Ein Jahr! Ist das der Hammer? Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich bin so stolz und melancholisch und sentimental und überhaupt, es ist soooo viel passiert in den letzten Wochen und ich komme einfach nicht zum Bloggen, weil immer etwas anderes wichtiger ist. Vermutlich wird das hier jetzt auch etwas länger deswegen, holt euch am besten jetzt noch schnell einen Kaffee oder Tee und einen Keks. 😉

Der Keks

Motorik

Du läufst! Zwei Tage vor deinem Geburtstag hast du entschieden, dass du jetzt mutig genug bist, auch ohne eine Hand von uns zu laufen. Im Urlaub Anfang September hast du deinen Buggy schon die ganze Promenade in Grömitz rauf- und runtergeschoben, bist an der Hand gelaufen wie eine Große und hattest überhaupt viel Spaß dort. Frei gestanden hast du auch sehr oft, aber laufen wolltest du nicht allein, was auch okay war! Und vorletzten Freitag saßen dein Papa und ich abends auf dem Teppich und haben mit dir gespielt und gequatscht und auf einmal machst du deine ersten Schritte auf uns zu, das waren bestimmt 8 Schritte, die du ganz allein und schon sehr sicher gelaufen bist! Du hast einen kurzen Zwischenstopp eingelegt, dich gefreut und bist dann gleich weiter zum Couchtisch gelaufen. Wir waren ganz baff, da war nix zu erkennen vom Schwanken oder Stolpern, sondern du bist da einfach ganz souverän hingelaufen. Hach, mein großes Mädchen! Seitdem läufst du immer wieder mal allein, aber nur drinnen bisher, draußen magst du immer noch eine Hand oder deinen Buggy zum Festhalten haben.

Ansonsten ist gerade sortieren und ein- und ausräumen in. Wir haben Kastanien gesammelt und die werden auch fleißig in eine leere Kräuterflasche aus der Metro gesteckt. Du sortierst dein Essen, du räumst die Bauklötze ein und aus, stapelst deine Stapelbecher ineinander und steckst gefühlte hundert Mal den Fuchs in deinen neuen Puppenwagen und holst ihn wieder raus. Du kletterst sehr gern aufs Sofa und wieder runter (und versteckst dich hinter den Kissen), auch die Treppe rauf und runter oder von unserem Ehebett. Das machst du auch ganz prima, immer mit den Füßen zuerst und ganz langsam. Bei der Treppe hältst du dich entweder seitlich an den Streben fest und gehst wirklich selbst hoch oder du krabbelst, beides geht super, wobei krabbeln für dich derzeit noch schneller geht.

 

Essen

Du kannst immer besser mit dem Löffel essen und piepst auch mit der Gabel schon gut Brotstücke oder Fleisch auf. Allerdings wirst du jetzt gerade mäkelig, was das Essen betrifft. Etwa zwei Wochen lang wolltest du weder Toast noch Brot essen, was eine kleine Herausforderung war, da du auch kein Müsli magst und Milch nicht trinkst. Dann ging beides wieder, nur die Randstücke flogen sofort vom Teller. Ich muss sie dir immer noch abschneiden, weil du sie nicht essen willst und immer gleich aussortierst. Leider legst du das, was du nicht magst, nicht einfach neben den Teller, sondern schmeißt es auf den Boden. Da hilft auch kein Schimpfen oder vormachen oder erklären. Es gibt Tage, da isst du alles ohne zu meckern, dann gibt es Tage, da tust du absolut angewidert wenn es etwas gibt, das du sonst gern magst. Ich habe noch nicht raus woran das liegt, es sieht zumindest nicht danach aus als hättest du einfach nur keine Lust darauf. Überhaupt möchtest du jetzt immer von unserem Teller probieren, obwohl da meistens dasselbe drauf liegt wie bei dir (und DANN isst du auch Brotrinde oder das, was kurz vorher von deinem eigenen Teller flog). So bist du auch auf den Geschmack von Erdnussbutter gekommen und hast auch schon Marmelade und Nuss*li probiert und für gut befunden. Manchmal bekommst du daher morgens auch ein Stück von deinem Toast damit. Neues Obst hast du auch kennengelernt, Mandarinen magst du nicht, aber Pflaumen findest du super.

Für nachts haben wir dir jetzt doch eine Trinkflasche gekauft. Daraus kannst du zwar trinken, brauchst aber noch Hilfe. Du verstehst noch nicht, dass du die Flasche am Ende nach oben halten musst, damit du keine Luft ziehst. Es ist der Kidd* Cup geworden von N*k.

 

Schlafen

Ich traue es mich kaum zu schreiben, weil bestimmt Murphy auch mitliest, aber seitdem du laufen kannst, sind die Nächte wirklich besser geworden, und zwar deutlich! Du hast seit deinem Geburtstag FÜNF Nächte in Folge durchgeschlafen, von abends gegen acht bis morgens um sechs! Das ist soooo toll! In der Nacht auf heute warst du um halb 5 für 20 Minuten wach, aber du bist auch tierisch erkältet und hast nicht gut Luft bekommen.

Du machst immer noch zwei Schläfchen, was ich etwas doof finde, da man sich so eigentlich nichts vornehmen kann. Meistens schläfst du gegen 9, halb 10 für 1:20h und dann gegen halb 3 nochmal bis 4, da ist der Nachmittag schon fast rum.

Wir dachten ja, dass du im Urlaub nicht so gut schläfst, weil die vertraute Umgebung fehlt. Falsch gedacht! Du hast eigentlich sehr gut geschlafen. Wir hatten dort ein Reisebett zur Verfügung, allerdings ohne Matratze, deshalb hatten wir die zwei Decken aus dem Auto gefaltet und untergelegt. Leider haben wir dich beim Insbettgehen oft ungewollt geweckt, da du im selben Zimmer schliefst wie wir und das Bett dort knarzte bei Belastung. Als wir wieder zu Hause waren, haben wir jedenfalls erstmal ein Reisebett mit Matratze für dich bestellt. Dienstag probieren wir das aus, dann fahren wir zwei nämlich nach NRW zu meiner schwangeren Freundin für zwei Tage.

 

Sprache

Wow! Wir dachten ja, dass du viel früher läufst, weil du motorisch alles so früh gemacht hast im Verhältnis. Aber es scheint so, dass du das Laufen zugunsten der Sprachentwicklung erstmal gestoppt hattest. Was da an an Wörtern schon aus dir herauskommt, erleichtert uns den Alltag und lässt uns manchmal verblüfft oder grinsend schauen. Eines Abends, als ich dir ein Stück Brötchen gab, sagtest du beispielsweise „Daaake!“ Und das lässt sich reproduzieren. Bei Instagram habe ich ein Video davon hochgeladen, so niedlich ist das! Ich glaube, ich fange mal eine Liste an.

Mama, Papa, Bu (Buch), Ba (Ball), Baaa (Bär), Datzä (Katze), Daaake (Danke), Bluu (Blume), Wawa (Hund), da/datta/daaasda/iddass (das da oder was ist das), dinnn (trinken), eeeeyy (streicheln oder bürsten), Peppa (Treppe)

Du verstehst schon erstaunlich viel und nickst jetzt nur noch, wenn du wirklich etwas willst oder ja meinst, nicht mehr wie am Anfang, wo das noch eine 50/50 Chance war.

 

Sonstiges

Du bekommst gerade drei Backenzähne auf einmal. Bei einem sind 2 Spitzen schon durch, beim zweiten 1 Spitze. Das macht dir sehr zu schaffen, du sabberst sehr viel derzeit und wurschtelst dir auch ständig im Mund herum. Zur U6 waren wir zwei Tage nach deinem Geburtstag, dort maß man 9650 Gramm auf 75cm, aber wir glauben dass die Länge nicht stimmt, denn vor ein paar Wochen haben wir bei dir 78cm gemessen und die 74 ist dir zu kurz an den Armen und Beinen, da gehen nur noch Bodys. Im Urlaub bist du zum ersten Mal mit Hilfe gerutscht, das fandest du toll. Bei gutem Wetter gehen wir jetzt mindestens einmal am Tag auf den Spielplatz zum Schaukeln und Rutschen, manchmal in den Sandkasten. Es gibt dort auch viel Kies, den findest du derzeit interessanter als den Sand.

 

Mama und Papa

Ich bin wieder im Rennen. 😀 Soll heißen, pünktlich am zweiten Tag im Urlaub entschied mein Körper, dass es jetzt Zeit sei für den Zyklus. Ich kann sagen, dass es schmerzhafter ist, aber wie vor der Schwangerschaft auch nur 3-4 Tage dauert und nicht stärker ist. Bei dem was man so liest, denke ich, dass ich da Glück gehabt habe. Eine Woche nach Ende der Regelblutung war die Übelkeit übrigens komplett weg; es scheint also, als hätte ich tatsächlich extrem auf die Hormonumstellung reagiert. Leider sind inzwischen auch die Kopfschmerzen wieder in gewohnter Intensität und Ausprägung da (täglich). Die habe ich nun wirklich nicht vermisst in der Schwangerschaft und Stillzeit!

Ich bin euch ja noch eine kurze Zusammenfassung schuldig bzgl. meines Arzttermines. Schwanger war ich wie gesagt nicht, leider stellte der Frauenarzt auch wieder mehrere Eibläschen in unterschiedlichen Reifestadien fest, also wieder die Diagnose PCO, wie vor der Schwangerschaft mit dem Keks. Ich bin heute bei Zyklustag 28 mit niedriger Temperatur seit Zyklusbeginn, also exakt wieder so wie vorher auch. Ich hoffe nur, dass wir nicht wieder so lange warten müssen. Meine Zyklus-App sagte, dass ich vor dem Keks den Eisprung an Tag 40 hatte und im Schwangerschaftszyklus an Tag 56. 😦 Es wäre wirklich toll, wenn in 2016 ein GeschwisterKind käme, sowohl für den Keks als auch in Bezug auf meinen Job, bei dem man mir letztens mitteilte, man wolle keine Teilzeitkraft, weder in noch nach der Elternzeit. Ich müsste das also ggf. gerichtlich durchsetzen, das Gesetz steht da ja auf meiner Seite, aber ehrlich gesagt wäre mir ein zweites Kind lieber, da wir das eh so geplant haben und es meiner Meinung nach keinen Sinn macht, für ein paar Monate vor Gericht zu ziehen….

Sonst gibt es nicht mehr viel Neues. Der Herzmann war jetzt 7,5 Wochen zu Hause (Urlaub/Elternzeit), und es ist Hammer, wie schnell man sich daran gewöhnt. Seit dem 1.10. geht er nun beim neuen Arbeitgeber arbeiten und wir müssen uns alle erst wieder etwas zurechtfinden. Der Keks versteht nicht so ganz warum ihr Papa nun nicht mehr den ganzen Tag da ist und wir müssen für morgens eine neue Routine entwickeln, da der Mann nun einen längeren Arbeitsweg hat und wir morgens noch frühstücken wollen.

Ich suche derzeit nach Ideen, was wir unternehmen können, denn das Babyschwimmen ist in 3 Wochen zu Ende und Kurse werden hier kaum angeboten. Leider arbeiten die meisten Mütter hier im Ort nach einem Jahr schon wieder, sodass man nur nachmittags was unternehmen kann, da der Keks aber meist bis 16 schläft und die anderen um 18 Uhr uuuunbedingt ihre Breimahlzeit geben müssen…… Ich bin froh dass wir das nicht so schlaguhrmäßig machen sondern flexibel gestalten.

zusammenfassend lässt sich also sagen: Wir hibbeln dann mal. Hibbeln jemand mit?

10 Monate Krawallkeks

Zehn Monate bist du alt. Schon! Wo ist die Zeit nur hin? Du warst doch eben erst noch so klein, 50,5 cm nur lang und 3585 Gramm schwer. Und heute wiegst du 8600 Gramm und bist etwa 73 cm groß. Du bist schon fast kein Baby mehr. In 8 Wochen wirst du schon eins. Das sind noch genau 62 Tage. Nur noch! Und schwups, bist du achtzehn und willst unser Auto ausleihen, so kommt es mir jedenfalls vor.

 

Der Keks

Motorik

Du bist ständig in Aktion. Inzwischen krabbelst du nur noch, weil du dich so nun doch schneller fortbewegen kannst als beim Robben. Soooo schnell bist du! Einmal warst du schon auf der ersten Treppenstufe ehe wir gemerkt haben dass das Türgitter offen ist… Du verfolgst auf Schritt und Tritt die Katzen, denen das nicht so geheuer ist und die sich meistens mit einem Satz über das Türgitter retten. Dabei lachst und quietschst du so sehr, wenn du eine von ihnen entdeckst. Wenn du auf den Arm willst, reckst du die Arme nach oben, wenn du runter willst, lehnst du dich zur Seite und streckst einen Arm aus. Wenn du etwas bestimmtes haben willst, wird auch der Arm danach ausgestreckt, begleitet von einem „Da!“ Du wippst, sobald du Musik hörst (am liebsten Avicii) und du schüttelst den Kopf wenn du was nicht willst. Kleine Salzbrezeln fischst du dir aus einem Marmeladenglas, wenn man es dir hin hält. Nach dem Schlafen stehst du jetzt immer in deinem Bettchen und wartest zeternd bis jemand kommt. Überhaupt ziehst du dich überall hoch und popelst überall dran und drin herum. Du öffnest Schubladen und räumst sie aus. Du läufst seitlich an den Möbeln entlang und kannst dich schön vorsichtig kontrolliert aus dem Stand absetzen. Außerdem übst du fleißig das Freistehen. Du kletterst gern und sicher über uns und auf alles Mögliche (auch Treppenstufen), du fütterst uns und gibst und bereitwillig Dinge ab (Bauklötze, Beißringe, Essen). Wenn man dich bei irgendetwas erwischt, das du nicht sollst, und ermahnend deinen Namen sagt, zuckst du zusammen und versuchst dann schnell wegzukrabbeln. Das ist soooo niedlich! Dein Lieblingsspiel derzeit ist fangen. „Jeeeetzt hol ich dich!“ muss man rufen, und schon grinst du von einem Ohr zum anderen und krabbelst ganz schnell weg. Meistens hältst du nach ein paar Metern kurz inne und schaust prüfend über die Schulter, ob dich auch wirklich jemand verfolgt. Und wenn man dich dann gefangen hat, lachst du dich scheckig. Das ist sogar ein Spiel, das du von selbst anfängst, indem du einen angrinst, wegkrabbelsr und dann nochmal grinsend zurückschaust. Also wolltest du sagen „Na los, fang mich doch!“ Von den Nachbarn haben wir ein kleines Puppenwägelchen geliehen, da sind viele schwere Bücher drin und du schiebst es mit großer Begeisterung ganz allein hin und her. Wenn du dich festgefahren hast, ist das eine mittelschwere Katastrophe, die lautstark benörgelt wird, bis man dir hilft. Oft streckst du auch fordernd einen Arm aus, damit man dir zur Hilfe eilt.

 

Essen

Du bist nach wie vor ein ganz unkomplizierter Esser (es sei denn, man versucht dir Banane anzudrehen oder gibt dir etwas zu essen, wenn du satt bist). Inzwischen hast du sieben Zähne und kannst sie super benutzen. Du beißt alles mehrfach ab, gern auch mal viel zu große Stücke, die immer wieder ausgespuckt und neu abgebissen werden – weshalb wir dazu übergegangen sind, dir Brot nicht mehr als Sticks sondern als Stückchen zu geben. Du liebst kleine Salzbrezeln und Laugengebäck, der Bäcker schenkt dir sonntags immer ein Minicroissant, das du auch sehr gern isst. Grundsätzlich probierst du alles immer wieder (auch Banane), meistens verziehst du bei allem erst kurz das Gesicht, spuckst es aus, schaust es dir nochmal genau an und isst es dann doch. Joghurt magst du sehr, aber deine große Liebe gehört derzeit den Johannisbeeren. Da hast du nich nur unseren Busch, sondern auch den von Nachbars geplündert! Ich habe tatsächlich gegoogelt, ob man auch ZU VIEL Johannisbeeren essen kann…. Jedenfalls liebst du die Dinger abgöttisch und pflückst sie sogar selbst mit großem Enthusiasmus. Leider hat dir das den ersten wunden Po deines Lebens beschert, aber das haben wir mit Weleda gut im Griff und bald ist die Beerenzeit ja auch (leider) schon wieder vorbei. Du willst alles probieren und die Zeiten, in denen man sich mal eben was in den Mund stecken konnte, sind definitiv vorbei. Dein erstes Eis hast du auch schon (mit)gegessen, und Muffins hast du auch probiert. An Gemüse magst du derzeit am liebsten Zucchini essen, und was sonst immer geht, ist Fleisch in allen erdenklichen Varianten. Da ankommst du ganz nach deinem Papa. Weil es mir so schwer fiel, die Mengen einzuschätzen, die du so isst, wiege ich jetzt hin und wieder mal das, was auf deinem Teller liegt. Ich war erstaunt wie viel ca. 200 g doch sind und habe mich gefragt, ob ich dir nicht immer zu wenig gegeben habe (und du deswegen abends alle 40 Minuten wach wirst…aber daran liegt es offenbar nicht).

 

Schlafen

Ach, schlafen. Ja, du schläfst auch mal. Momentan stellst du dich scheinbar von 2 kurzen und einem längeren Mittagsschlaf um auf zwei längere Schläfchen. Im Schnitt wirst du etwa alle 3-4h müde, manchmal können wir das auf 4,5 Stunden strecken. Leider wachst du immer noch nach exakt 40 Minuten auf und kannst nicht allein wieder in die nächste Schlafphase finden. Das ist abends ganz schön anstrengend und für mich und deinen Papa frustrierend – für mich, weil du dich nicht von ihm beruhigen lässt und immer mich brauchst (obwohl ich nicht mehr jedes Mal zum Beruhigen stille!) und ich gern abends mal etwas Zeit für mich hätte und für ihn, weil du schreist und schreist wenn er zu dir kommt und sofort aufhörst, wenn ich das Weinen nicht mehr ertrage und euch beide erlöse. Abends lege ich dich in deinem Zimmer ins Bett und wenn wir ins Bett gegangen sind und du wach wirst, hole ich dich zu uns. Wenn du bei uns schlafen kannst, findest du offenbar gut in die nächste Schlafphase, zumindest werden wir dann nicht nach 40 Minuten wach, sondern nur wenn du stillen willst oder etwas klemmt (Zahn, Pups, krank). Zwei Wochen muss dein Papa noch arbeiten, dann hat er 3 Wochen Urlaub und seinen zweiten Monat Elternteil – dann wollen wir mal versuchen, dich auch nachts in deinem Zimmer schlafen zu lassen. Derzeit kommst du nachts ca. 3x zwischen halb elf und halb sieben und willst stillen – ich würde das gern nachts noch weiter reduzieren.

 

Sprechen

Du sagst „Mama“, „Papa“, „da“ und, lustigerweise, auch „Nei!“. Bei „da“ zeigst du oft auch auf etwas (neu ist, dass du manchmal den Zeigefinger dabei ausstreckst) und bei „nei“ schüttelst du seit neuestem den Kopf. Das ist richtig goldig. Wir machen mit dir seit ein paar Wochen auch die Babyzeichen für Milch, Essen und mehr und sind gespannt, ob und wann du die lernst und selbst machen kannst. Beim Zeichen für Essen schmatzt du jedenfalls schon laut. 😀 Ich bilde mir außerdem ein, dass du „Amm“ sagst und „auf den Arm“ meinst, wenn du vor mir sitzt und die Arme hochsteckst. Das machst du aber nicht immer und es kann genausogut Mama heißen.

 

Sonstiges

Vor vier Wochen warst du zum ersten Mal richtig krank. Du hattest 39,9 Grad hohes Fieber für 2 Tage und am dritten noch erhöhte Temperatur. Das war für uns alle schlimm. Du warst so platt, dass du kaum spielen und ganz viel stillen wolltest und sogar auf dem Teppich liegend einfach eingeschlafen bist. In der zweiten Nacht musste ich dich bis auf die Windel ausziehen und anpusten, weil du dich sonst gar nicht hast beruhigen lassen. Du hast sooo geweint und dich immer in meine Arme geworfen, als wolltest du sagen „Mama, jetzt hilf mir doch!“. Ich hab echt mitgeweint. Alle 6 Stunden haben wir dir ein Paracetamol Zäpfchen gegeben und am Montagmorgen habe ich gleich unseren Kinderarzt angerufen, der sagte, dass wir vorsorglich kommen sollten. Ich hatte das Dreitagefieber vermutet und der Arzt sagte, dass es entweder das sei oder einfach ein Infekt. Wir bekamen eine höhere Paracetamoldosis und gingen wieder. Am Tag darauf warst du fieberfrei, Ausschlag hast du aber keinen bekommen. Das Dreitagefieber war es also wohl nicht. Es fällt einem irre schwer, sich in Erinnerung zu rufen, dass Fieber an sich eine gute Sache ist und Kinder ja eh gern mal höher fiebern, wenn man so ein Würmchen so leiden sieht. Seit einer Woche hast du nun einen üblen Schnupfen, sonst nix. Der kann natürlich auch vom 8. Zahn kommen, mal sehen wann der sich blicken lässt. Jedenfalls schläfst du noch schlechter als sonst.

 

Mama und Papa

Uns geht es gut. Dein Papa ist jetzt bald zwei Monate zu Hause und wir freuen uns schon darauf. Abends schauen wir jetzt oft eine Serie, oder wir sitzen zusammen auf der Terrasse und trinken noch ein (alkoholfreies) Schöfferhofer Grapefruit oder essen ein Eis. Weggehen ist für uns immer noch keine Option, so lange du dich abends nicht mal von deinem Papa beruhigen lässt und wir leider kein besonders gutes Gefühl bei einer Betreuung durch deine Oma haben. Für Mitte November haben wir eine Einladung zu einem runden Geburtstag bekommen, es wäre schön, wenn wir da mal für ein paar Stunden hin könnten und deine Oma hier so lange auf dich aufpassen kann. Ich habe allerdings jetzt schon große Bauchschmerzen deswegen.

Ich habe meine Hebamme mal gefragt, was ich denn machen könnte, um wieder einen Zyklus zu haben. Sie riet mir, das nächtliche Stillen noch weiter zu reduzieren. Das gestaltet sich etwas schwierig, wenn du zwischen uns liegst – wir werden also im Urlaub deines Papas erstmal versuchen, dass du in deinem Bett schläfst und hoffen, dass sich das dann von allein einpendelt. Es wäre nämlich wirklich sehr schön, wenn du nächstes Jahr ein Geschwisterchen bekämst. Wir lassen es jedenfalls darauf ankommen.

Vor vier Tagen musste ich meine Hebamme dann wegen Schmerzen in der Brust kontaktieren, Milchstau, dachte ich. Ich schilderte ihr, was los war (Rötung, Schmerzen beim Anfassen und Stillen, Kopf- und Gliederschmerzen und dass ich total platt sei, aber kein Fieber) und sie vermutete eine Entzündung, ich solle weiterstillen Quarkwickel machen, nachts Traumeel Salbe schmieren, Bettruhe halten und Ibuprofen nehmen. Bei keiner Besserung innerhalb 2 Tagen sollte ich zum Arzt. Der erste Tag war echt hart, denn mal ehrlich, wie soll man denn Bettruhe halten mit einem kleinen Wirbelwind? Danach wurde es immer besser und heute ist alles wieder normal. Keine Ahnung was das nun war, ob Mastitis oder Milchstau, jedenfalls ist es weg und alles wieder gut.

Sätze, die einfach nerven

Jeder kennt solche Sätze. Ich habe mal die für mich nervigsten aufgeschrieben. Bedauerlicherweise kommt das meiste davon aus meiner eigenen Familie. Die Liste ist natürlich beliebig erweiterbar. Was müsst ihr euch denn so anhören?

 

Zum Essen:

„Du stillst immer noch?“

„Willst du etwa stillen bis sie in die Schule kommt?“

„Sie braucht jetzt mal was RichtIges.“

„Wie….du gibst keinen Brei??“

„Wie soll sie denn das essen, ohne Zähne?“

„Ich hab dir mal ein Gläschen mitgebracht.“

„Hast du keine Angst, dass sie sich verschluckt?“

„Bald kann sie mit XYZ Eis essen gehen.“

„Stipp ihren Finger doch mal in den Pudding/Kuchen/whatever.“

„…aber sie wollte unbedingt.“

„Die sucht!“

 

Thema Urvertrauen

„Lass sie doch mal schreien. Das öffnet die Lungen.“

„Ich würd sie einfach mal schreien lassen.“

„Du darfst nicht immer sofort springen wenn sie kräht!“

„Die hat dich ja ganz schön im Griff!“

 

…früher!

„Das hat dir auch nicht geschadet!“

„Das hab ich bei dir früher auch so gemacht.“ / „Früher hat man das auch so gemacht.“

„Euch hat das damals immer gut gefallen.“ (Thema Türhopser)

„…sie ist doch schon groß!“

 

Tragen

„Du verwöhnst sie ja total!“

„Es gibt doch auch günstige Kinderwagen, du musst sie nicht die ganze Zeit schleppen.“

„Die lernt so ja gar nicht zu laufen.“

„Irgendwann will sie nur noch rumgeschleppt werden.“

 

Thema schlafen (siehe auch Urvertrauen….)

„Hat sie denn noch nie in ihrem eigenen Bettchen geschlafen?“

„Ich würd sie erstmal kurz schreien lassen und nicht immer sofort hinrennen.“

„Sie muss doch mal langsam ausziehen aus eurem Ehebett!“

„So einen Aufriss wurde früher nicht gemacht. Da wurdet ihr hingelegt, habt geweint und dann geschlafen.“

„Wie, du liegst daneben? Immer? Das muss sie jetzt aber mal lernen.“

„Schläft sie immer noch nicht durch??“

„Die kann doch nachts gar keinen Hunger mehr haben.“

„Sie liegt dann zwischen euch? Ja und was ist, wenn ihr mal kuscheln wollt?“

„Hast du keine Angst, dass du auf sie drauf rollst?“

„Vielleicht musst du abends ein Fläschchen geben, dann schläft sie auch mal durch!“

 
Sonstiges

„Die sieht ja so gekniffen aus. Die kackert bestimmt grad.“

„Jetzt hatse sich geschüttelt. Die hat bestimmt gepullert.“

„Guck mal, die drückt doch.“

7 Monate Krawallkeks

Der Keks

Motorik

Wo ist die Zeit nur hin? Heute bist du schon sieben Monate alt. Sieben! Und du bist schon so groß! Seitdem du robben kannst, haben wir das Gefühl, dass du ausgeglichener bist. Vermutlich, weil du dich jetzt selbständig fortbewegen kannst und Dinge erreichst, die du haben willst (und auch die, die du nicht haben darfst – Fernbedienungen, Plissees, Katzenfutter,…). Du bist motorisch viel weiter als glleichaltrige Babys und sogar viel ältere. Als unsere Hebamme letzte Woche bei Babys in Bewegung fragte, wer sich schon zielgerichtet nach vorn bewegt, habe ich als einzige Mama die Hand gehoben – und dabei bist du die Zweitjüngste, die ältesten Kinder sind 10 und 11 Monate alt. Ich war wirklich stolz, auch wenn es Quatsch ist und du dich eben einfach so entwickelst, wie du es eben tust. Du rollst dich blitzschnell vom Rücken auf den Bauch (auch beim Wickeln…). Andersrum kannst du es auch, machst es aber nicht gern (vermutlich, weil du dir einmal ganz bös den Kopf auf dem Boden angeschlagen hast). Du übst den Pinzettengriff an kleinteiligem Essen (meistens klappt das schon prima) und kannst zielgerichtet winken. Rückwärts bist du gerade mal anderthalb Wochen gerobbt, dann ein paar Tage rückwärts im Kreis und seit dem 3. April robbst du nach vorn. Seit zwei Wochen gehen wir freitags zum Babyschwimmen und das findest du richtig klasse. Beim ersten Termin hast du vor Freude das ganze Bewegungsbad zusammengequietscht und wolltest nach der Dreiviertelstunde gar nicht raus aus dem Wasser. Ob über den Kopf, in den Ohren oder im Gesicht – Wasser ist dein Element und macht dir rein gar nichts aus.

Essen

Ende Februar hast du das erste Mal Interesse an festem Essen gezeigt, als ich einen Apfel aß. Ich habe dich dran nuckeln lassen, du fandest es gut, aber ich fand es aber noch zu früh für die Beikost. Von dem Moment an allerdings hast du dich immer mehr für unser Essen interessiert. Du hast an unseren Tellern gezogen, uns das Essen in den Mund geschaut und deutlich gemacht, dass du auch etwas haben willst. Da wir die Sache mit den Brei nicht mitmachen wollen, habe ich also Hirseskringel gekauft und dir mal einen gegeben. Du fandest ihn sehr interessant und hast ihn ganz weggeknuspert. Ein paar Tage später hattest du das so perfektioniert, dass wir beschlossen haben, dass du mitessen darfst. Wir machen (BLW)  Baby led weaning und das klappt ganz hervorragend, besser noch als ich es anfangs gedacht hatte. Seit drei Wochen bekommst du also immer dann etwas zu essen, wenn wir auch essen und wirst im Anschluss daran gestillt. Angefangen haben wir mit „Einzelteilen“, also puren, unverarbeiteten Lebensmitteln: Gurke, Birne, Möhre, Kartoffel, Nudeln, Brokkoli,… – das haben wir zwei Wochen lang gemacht, immer 2-3 Dinge pro Mahlzeit zum Aussuchen. Wir setzen dich dafür in den Tripptrapp (allein hinsetzen kannst du dich noch nicht, aber du sitzt sehr gut und ausbalanciert allein, wenn du dich irgendwo hochziehen kannst und wir finden, dass es für die kurze Dauer des Essens okay ist, wenn du da drin sitzt) und legen dir das Essen auf das Tabletop, damit du selbst aussuchen kannst. Du magst nach wie vor keine Flaschen, also haben wir gleich auf die Schnabeltasse verzichtet und geben dir Wasser aus einem Ikeaplastikbecher. Daraus trinkst du bemerkenswert gut und kleckerst nur, wenn du zu stürmisch bist. Zwei Wochen nach Beikoststart isst du schon sehr gut und hast eine echt krasse Abneigung gegen Bananen entwickelt. Da kann ich machen was du willst, selbst verbacken in Pfannkuchen willst du sie nicht essen, und roh ziehst du ein Gesicht als hättest du in eine Zitrone gegessen. Wir fingen dann an mit „normalem“ Essen. Es gibt da nur wenige Regeln, an die man sich halten sollte: nichts Rohes, keine Nüsse, kein Honig, nicht salzen. Manche Lebensmittel schäle ich dir (Tomate, Paprika, Apfel), weil ich etwas Bedenken habe, dass du dich an der Schale verschluckst. Sehr gern isst du Gurke, Vollkornbrot mit Kräuterfrischkäse, Gouda, Erdbeeren, Apfel. Du bekommst prinzipiell aber alles zum Probieren, was wir auch essen, so gab es schon Chili von Carne (nicht so scharf wie für uns), Couscoussalat, Kartoffelpüree, Frikadellen,…nur um mal ein paar Sachen zu nennen. Ich koche nach wie vor abends und mittags essen wir Brot oder Brötchen. Zwischendrin gibt es mal eine Dinkelstange, ein Apfelschiffchen oder eine kleine Reiswaffel. Morgens bist du kein so guter Esser, vermutlich weil du nachts noch viel stillst und dann morgens einfach keinen Hunger hast. Mittags und abends dagegen isst du richtig gut, gestern wolltest du sogar erst am Nachmittag stillen. Meine Milchproduktion findet das nicht ganz so toll, aber es ist auszuhalten. Deine Verdauung macht das alles prima mit, meistens wickeln wir dich morgens, entsorgen die Pipibombe und du nutzt die neue Windel dann direkt, zur Freude deines Papas, der dich morgens meistens wickelt. Obwohl du alles isst, bist du bisher nicht einmal wund geworden.

(Besteht Interesse an weiteren Artikeln zum Thema BLW?)

Schlafen

Seitdem wir dich abends auf dem Sofa haben schlafen lassen, gab es eigentlich keine großartigen Probleme mehr. Allerdings schliefst du – bis auf deine Powernaps in der Nonomo – nur mit Körperkontakt. Jetzt im Sommer fällt es mir ungeheuer schwer, für 2-4 Stunden mittags im abgedunkelten Raum neben dir zu liegen wenn du deinen Mittagsschlaf machst, und auch abends ab sieben ist es schwierig auf dem Sofa mit dir, weil es ja noch taghell ist. Vor zwei Wochen haben wir daher beschlossen, es nochmal mit dir und dem Beistellbett zu versuchen, zumindest abends. Das klappt mal besser und mal schlechter. Unser Ritual beginnt mit dem Abendessen, danach wird gelesen und/oder gespielt, dann gehen wir beide hoch und ich ziehe dir eine Nachtwindel, den Schlafanzug und Schlafsack an, Stille dich in deinem Zimmer und singe dir Lalelu vor. Anschließend sagen wir all den Tieren in deinem Zimmer Gute Nacht und winken ihnen zu, dann gehen wir nochmal runter zum Papa, kuscheln kurz und sagen ihm auch Gute Nacht. Dann bringe ich dich hoch ins Schlafzimmer, wir drücken zusammen auf den Rolloschalter und warten, bis das Zimmer dunkel ist. Wir haben ein Ikea Nachtlicht und den Marienkäfer von Ansmann sn, der Sterne projiziert. Ich lege dich ins Beistellbett, mache die Spieluhr an und lege mich neben dich. Dann streichle ich deine Brust und halte deine Hand wenn du magst und ziehe die Spieluhr auf, bis du schläfst. Die ersten paar Tage dauerte das recht lange und war mit weinen verbunden, inzwischen nörgelst du allenfalls noch. Manchmal schlägst du dann schon zwei Stunden allein, manchmal müssen wir alle 40 Minuten raufgehen und dich beruhigen weil du aufwachst und weinst. In der Regel geht zuerst dein Papa zu dir und ich komme nach, wenn du ein paar Minuten später noch weinst. Dann Stille ich nochmal kurz und meistens schläfst du dann recht schnell wieder, sodass wir dich zurücklegen können. Wir nehmen dich eigentlich immer hoch, wenn du dich nicht innerhalb kurzer Zeit im Bett beruhigst. Wir bringen dich ins Bett wenn wir merken dass du müde bist. Meistens ist das gegen 19:15, manchmal später. Du schläfst dann bis etwa halb sieben morgens, wobei ich dich direkt neben mich zwischen uns lege, wenn wir auch im Bett sind und du wach wirst weil du Hunger hast. Da schläfst du dann weiter. Wie oft ich nachts Stille, kann ich immer noch nicht sagen. Beim Mittagsschlaf liege ich immer noch meistens daneben, du schläfst einfach besser und länger, wenn du nicht allein bist. Übrigens bist du unausstehlich, wenn du mittags weniger als 2h schläfst! Du quengelst dann nachmittags und hast keine Lust zu gar nix – da bist du wie ich! Meist gibt es vormittags noch ein längeres Schläfchen von 1 Stunde 20 (lustigerweisr schläfst du echt immer ein Vielfaches von 40 Minuten!), mittags gegen eins deine 1-3h und nachmittags gegen halb fünf nochmal so 40 Minuten.

Sprechen

Seit gestern sagst du Mama zu mir. Das ist kein Scherz, auf Instagram habe ich ein paar Leuten ein Video geschickt und nachgefragt, weil ich es einfach selbst nicht glauben kann, dass du mit sieben Monaten zielgerichtet Mama sagst. Es ist aber reproduzierbar, du sagst es immer, wenn du zu mir robbst und wenn du hochgenommen werden magst. Das ist der Hammer und ich bin ganz verliebt in deine Stimme, wenn sie Mama sagt. Angefangen hast du mit den typischen Silbenspielchen, dada, blahblah und bababa und so – jetzt sind wir gespannt, wie das weiter geht.

Sonstiges

Du bist so ein aufgewecktes, freundliches Baby! Du weinst eigentlich nur, wenn wir etwas nicht passt oder du übermüdet bist. Derzeit fremdelst du ziemlich, ein paar Tage lang hast du das sogar abends bei deinem Papa gemacht. Da ging ich echt auf dem Zahnfleisch. Dein Opa ist bisher der einzige Mann mit Oberlippenbart in der Familie, das findest du sehr suspekt und magst nie bei ihm auf den Arm. Du brauchst generell etwa eine halbe Stunde, bis du „warm“ wirst und dann auch mal zurücklachst. Das finden wir ganz gut. Die Katzen liebst du abgöttisch. Ständig schaust du ihnen hinterher, lachst und willst streicheln und grabschen. Die Katze nimmt da sofort Reißaus, der Große aber lässt fast alles mit sich machen und kommt immer wieder zu dir, lässt sich ins Fell greifen und schnurrt dabei noch. Von unserem Dritten haben wie leider nichts mehr gehört. Du trägst jetzt übrigens immer noch 68, einzelne Teile (meist Hosen) passen aber in 74 auch schon. Du wiegst etwa 7einaslb Kilo, gemessen haben wir dich seit der U5 nicht mehr. Etwa eine Woche, nachdem wir unser Abendritual mit dem Winken angefangen hatten, hast du plötzlich auch die Hand gehoben, ein paar Tage später hast du gewunken, das machst du auch wenn du eine dir liebe Person siehst, hallo und Tschüss und gute Nacht sagst du so schon. Das ist so niedlich! Außerdem schaust du jetzt immer zu deinem Papa hin, wenn man dich fragt „Wo ist der Papa?“.

Mama und Papa

…haben sich erst kürzlich über ein Geschwisterchen für dich unterhalten. Das wäre im ersten Jahr sicherlich total anstrengend, aber je geringer der Altersunterschied, desto schöner ist das bestimmt für euch Kinder. Es gibt da allerdings noch nicht die notwendigen Voraussetzungen für, da warten wir noch drauf. Mir geht das Herz auf, wenn ich sehen wie du mit deinem Papa lachst und Quatsch machst. Du liebst es, auf seinen Schultern zu sitzen, ganz oft geht ihr beide dann zum Spiegel und ich höre es nur noch lachen. Dein Papa freut sich sehr, wenn du ihm winkst wenn er abends nach Hause kommt und wenn du ihn dann strahlend anlachst. Wochenends geht ihr beide morgens einmal zum Bäcker, er kauft dir dann immer ein kleines Croissant, das du sehr magst. Wir beide als Paar leben allerdings mehr so nebeneinander her derzeit; was auch damit zu tun hat, dass wir dich nicht guten Gewissens mal ein paar Stunden abgeben können (und wollen). So erledigt jeder schnell das, was er zu tun hat, wenn du am Wochenende schläfst, abends reicht es nicht zu mehr als ein paar Folgen einer Serie auf dem Sofa.

Was mich glücklich macht

 

  • das Babylachen, wenn man Quatsch mit ihr macht
  • Kaffee mit Milchschaum
  • wenn der Herzmann sie morgens mitnimmt zum Wickeln und ins Bad, damit ich noch 15 Minuten dösen kann
  • nähen
  • Sonne!
  • kleine Patschehände in meinem Gesicht
  • der Geschmack von Granatapfel und Vanillepudding
  • nicht sagen zu können wie oft sie nachts trinken will
  • neue Rezepte auszuprobieren
  • nach Klamotten und Stoffen und Schnittmustern zu schauen
  • das Baby in der Trage zu tragen
  • und wie die meisten Leute dann schauen, als sei das eine kleine Sensation, weil man das so selten sieht
  • Eis
  • dass der Herzmann sich so auf die Kleine freut, wenn er abends nach Hause kommt
  • dass die Kleine sich so auf den Papa freut, wenn er abends nach Hause kommt
  • ihr den ersten Schnee ihres Lebens zu zeigen und zu versprechen, dass wir ihr einen Schlitten kaufen und zusammen damit fahren
  • zu sehen, wie sehr sie sich freut, wenn sie mit dem Papa Baden darf
  • das Jauchzen zu hören, wenn ihr Papa sie fliegen lässt
  • mir selbst Tulpen zu kaufen
  • wenn meine Schwester nicht genug von ihrer Nichte bekommt und deswegen öfter spontan vorbei kommt (früher undenkbar!)
  • und dann Kuchen oder ein Geschenk für den Keks mitbringt
  • als der Herzmann mir spontan eine Overlockmaschine schenkte
  • laut im Auto Linkin Park mitsingen
  • nackte Baby-Stinkefüße knutschen
  • ihr Blick, wenn sie stillt
  • nach dem Duschen noch 10 Minuten drunter stehen zu bleiben und das Wasser immer heißer zu drehen
  • als meine Schwester sagte, ich hätte das hübscheste Baby das sie je gesehen hat
  • das Gefühl, wenn man sich eine halbe Stunde Zeit genommen hat zum sporteln
  • in den graubraunen Garten zu schauen und sich den bunten Sommer vorzustellen
  • das schlafende Baby anzuschauen und dabei zu denken, dass sie vor einem Jahr noch in meinem Bauch war
  • Erdbeeren mit Schlagsahne

4-Monats-Keks

Vor einer Woche ist sie tatsächlich schon 4 Monate alt gewesen. Ich kann (und mag) das gar nicht glauben. Ich meine: VIER Monate ist sie alt. Ein halbes Jahr bin ich nun schon zu Hause. Und sie wächst soooo schnell! Ich ertappe mich so oft dabei, wie ich mir ziemlich wehmütig wünsche, dass sie doch nicht so schnell groß wird.

 

Der Keks

Du trägst derzeit eine gute 62, in einigen Hosen schon 68. Du rollst dich seit einem Monat vom Bauch auf den Rücken und wirst immer schneller dabei, du ziehst dich selbst in der Wippe oder an unseren Zeigefingern zum Sitzen hoch, du lachst mit Ton, kannst gezielt nach Dingen greifen und wenn man dich hochnehmen soll oder du irgendwo näher schauen möchtest, streckst du die Ärmchen nach einem bzw. nach der Sache aus. Du liebst es, wenn dein Papa mit dir den Flieger macht und freust dich ganz dolle, wenn er abends nach Hause kommt. Du kannst es gar nicht leiden, wenn Mama dienstags zur Rückbildung ist und du mit deinem Papa allein zu Hause bleiben musst, bisher gab es jedes Mal ein großes Drama dann. Nuckel findest du nach wie vor doof und Muttermilch aus der Flasche magst du auch nicht trinken, was es dem Papa natürlich nicht leichter macht, dienstags auf dich aufzupassen. Letzte Woche hast du deinen ersten richtigen Schnee gesehen und warst auf unseren Spaziergängen hellwach. Ich habe dich in die Fräulein Hübsch gesteckt und du warst wach und hast dauernd den Kopf gedreht, um auch ja nichts zu verpassen. Vor ein paar Tagen hatten Mama und Papa Geburtstag, und du hast auch Geschenke bekommen (abgesehen von dem Ringsling, den sich Mama gewünscht hat und den du auch ganz toll findest). Deine Tante ist hin und weg von dir und kommt ganz oft vorbei. Du scheinst sie auch zu mögen und bist einmal sogar ganz entspannt auf ihrem Arm eingeschlafen. Und das, obwohl du soooo neugierig bist! Du schaust lieber bis zum Umfallen herum, statt zu schlafen. Nach wie vor schläfst du am effektivsten beim Tragen oder an Mamas Brust ein, tragend mmmmhst du dich dann meistens selbst in den Schlaf. Und wenn du zu müde bist, muss seit zwei Wochen Mama dich tragen und dabei singen, dann wirst du ganz still und ruhig und hörst zu, bis die Augen zu sind. Vorher bist du besser bei Papa eingeschlafen. Übrigens ist der beste Müdigkeits- Indikator bei dir, wenn der Kopf warm wird. Dann dauert es nur noch ein paar Minuten und du bist weggedämmert.

Heute waren wir zum 3. Mal zum Impfen, und du hast nur kurz genörgelt und gar nicht geweint. Der Doc ist sehr zufrieden mit dir und sagt, wir sollen dich in deinem Bewegungseifer unterstützen (da hatten Mama und Papa etwas Bedenken, weil du ja noch so klein bist, aber ständig sitzen und stehen willst und meckerst wenn wir da nicht mitmachen). Er sagte, dass du das super machst und wenn du dich weiter so schnell in der Mobilität entwickelst, du bald die Wohnung unsicher machen wirst und wohl früh laufen kannst. Etwas komisch ist das zwar schon, wenn Babys, die zwei Monate älter sind, nicht so lange den Kopf halten oder sich so hochziehen können wie du – aber es ist okay. Vielleicht sprichst du dafür später, und das wäre auch okay, denn wir lieben dich so, wie du bist. Deine Ungeduld, wenn Mama die B*rust nicht schnell genug auspackt oder Papa morgens nicht schnell genug in die Gänge kommt, um vor der Arbeit noch kurz mit dir zu spielen – das strahlende Lächeln, dass du uns schenkst, wenn wir mit dir Quatsch machen und das Gemecker, wenn du merkst, dass du gerade nicht der Mittelpunkt bist oder man dich kurz allein im Raum lässt…das alles macht dich so wunderbar liebenswert und einzigartig!

 

Mama und Papa

Wir haben keinen Grund zur Klage, auch wenn das viele offenbar anders sehen. Ständig werden wir gefragt, wie denn die Nächte seien, wie oft du trinken willst und wie lange du schläfst, ob du nicht bald aus dem Ehebett ausziehen willst und wieso wir dich nicht auch mal weinen lassen, wenn es nicht nach deinem Kopf geht. Auf die Frage nach den Nächten antworten wir inzwischen nur noch, dass wir uns nicht beschweren können und super schlafen. Dass das Beistellbett momentan nur als Ablage für Mamas Buch benutzt wird, erzählen wir gar nicht mehr, weil das nämlich immer zu mitleidigen Blicken führt. Die meisten Leute halten es wohl für nervig, dass du direkt neben mir schläfst – ich finde es ehrlich gesagt richtig schön, wie du dich an mich kuschelst und wir beide gar nicht wach werden, wenn du nachts Hunger hast. Deswegen kann ich auch gar nicht sagen, wie oft du nachts trinkst. Du bist eigentlich rund um die Uhr in Mamas Nähe – nur wenn Mama näht oder zur Rückbildung ist, passt Papa allein auf dich auf. Das bedeutet allerdings auch, dass wir beide das Paarsein etwas vermissen…

Mein Tragebaby

Unser Mädchen war ja nun wirklich von der Geburt an ein Tragebaby. Sie brauchte und braucht immer noch unglaublich viel Nähe. Schlafen im Beistellbett ist nicht, selbst in der Nonomo wacht sie alle 20 Minuten im Schnitt auf. Sie schläft nur wirklich gut, wenn sie ganz dicht an einen gekuschelt ist. Beim Papa auf dem Arm oder im Liegen an mir dran (der Grund, aus dem wir jetzt immer gemeinsam Mittagsschlaf machen – sie schläft, ich liege daneben und lese oder tippe, weil aufstehen is nicht). Recht bald nach der Geburt kamen dann diese fiesen Bauchschmerzen, die sie ständig plagten. Sie weinte wirklich jedes Mal eine Stunde oder länger, ehe sie die Windel voll machte, und auch hier halfen nur Wärme, Pupsglobuli und tragentragentragen. Nach einer Woche hatten der Herzmann und ich trotz der dreiebbes Kilo schon Schulterprobleme und Arme wie Orang Utans. Eine Trage musste her. Nur welche? Die Nachbarn liehen uns Ihre Manduca, welche die Hebamme aber für ein so kleines Baby nicht empfahl, Google sagte dasselbe, also ließen wir das. Stattdessen empfahl meine Hebamme die Fräulein Hübsch. Wir suchten gut anderthalb Wochen herum, waren erstaunt über die enorm hohen Gebrauchtpreise und entschlossen uns dann dazu, eine neue Hübsche zu kaufen, die ein paar Tage später hier ankam und ausprobiert wurde.

Für die ersten Bindeversuche ist es wichtig, dass das Baby ausgeschlafen und satt ist, denn sonst nörgelt es die ganze Zeit und ist der ganzen Sache nicht wirklich aufgeschlossen gegenüber. Natürlich banden wir die Hübsche zuerst viel zu locker, sie saß schief und fühlte sich tragend irgendwie seltsam an. Allein wussten wir nicht weiter, weil wir uns ja an die Anleitung gehalten hatten. Aber bei Twitter konnte man uns nach einem Foto recht schnell helfen. Der Trick ist, die Gurte wirklich sehr, sehr straff zu ziehen und dabei aufzupassen, dass die kleinen farbigen Stoffstückchen auf den Schultern auf einer Höhe bleiben. Während es Tragens lockert sich die Hübsch etwas, tut das aber gleichmäßig. Sie sitzt dann richtig, wenn man sich vornüber beugen kann, ohne dass das Baby sich vom Körper wegneigen kann. Nach ein paar Versuchen war ich soweit, dass ich den Keks auch allein gut, schnell und sicher an mir festschnallen konnte. Überlebenswichtig, nachdem der Herzmann wieder arbeiten ging! Weil die Schultergurte relativ dicht am Gesicht des Kekses verliefen, orderte ich zwei Gurtverkleinerer bei Mamidoo, natürlich in demselben Stoff wie das Cover meiner Hübsch. Und weil ich eh schon bestellte, gab es passende gefütterte Stulpen für den Keks on top.

Jetzt, nach gut einem Vierteljahr tragen, kann ich immer wieder nur erwähnen, wie toll es ist. Inzwischen hat sie die Bauchwehphase zum Glück hinter sich gelassen, aber getragen wird trotzdem noch viel. Wenn es mir draußen zu frostig für den Kinderwagen scheint, wenn sie dauernörgelig ist oder übermüdet, wenn ich einfach Lust zum Kuscheln habe, wenn der Kinderwagen einfach unpraktisch wär oder zu viel Platz im Kofferraum wegnähme (geocachen, Großeinkauf), oder wenn man einfach mal beide Hände frei haben möchte oder muss (nähen, kochen, saubermachen). Kurzum: Eine Trage ist einfach nicht mehr wegzudenken aus unserem Alltag, und mit der Fräulein Hübsch haben wir da eine super Wahl getroffen und können die auch uneingeschränkt weiterempfehlen.

Nun war ich vor Weihnachten im Geburtshaus zu einem Offenen Treff mit Vortrag einer Trageberaterin. Ich wollte ja gern mal ein Tuch probieren, weil man damit noch mehr Varianten tragen kann als in der Hübsch. Statt des Tuchs hielt ich allerdings plötzlich einen Ring Sling in der Hand und packte den Keks nach Anleitung dort rein. Keine fünf Minuten später schlief sie auf meiner Hüfte. Ich nahm den Ring Sling zum Testen mit nach Hause und zeigte ihn auch meinem Mann. Praktisch fand ich vor allem, dass man den Sling nicht binden muss, sondern einfach eingefädelt lässt, überstreift und dann das Kind hineinsetzt und festzieht. Also noch schneller als die Hübsch und für kurze Wege und „mal eben schnell“ optimal. Außerdem empfand ich das Tragen auf der Hüfte als sehr angenehm. Die Sache war also relativ schell entschieden, zum Geburtstag wünsche ich mir einen Sling. Es wird ein Didysling in der Farbe Smaragd werden und ich freue mich da schon richtig drauf. Ich seh mich schon am Herd stehen mit dem Keks im Sling – sie schaut nämlich schrecklich gern beim Kochen zu, der Herzmann muss immer mit ihr auf dem Arm daneben stehen. 🙂

Verdammt und zugenäht…

Ich hab grad etwas Schiss. Denn heute werde ich gegrillt. Also nicht wirklich, aber so fühlt es sich sicher an und bestimmt wird es auch so riechen. Unter der Geburt bin ich innenliegend gerissen. Das kommt bei Saugglockengeburten wohl häufiger vor. Ich wurde über eine Stunde lang genäht und konnte auch zwei Wochen nach der Geburt weder lange sitzen noch stehen, vom Laufen mal ganz zu schweigen. Wochenlang half ich mir mit Traumeelsalbe und Calendulaspülung irgendwie über die Schmerzen und das Brennen hinweg. Sechs Wochen nach der Geburt hatte ich den Nachsorgetermin beim Frauenarzt, der alles begutachtete und dann mit einem Höllenstein (Silbernitrat) eine erbsengroße Wucherung verätzte, die sich am Narbenrand gebildet hatte. Das brannte wie Feuer. Angeblich sollte es nach ein paar Stunden aufhören. Tat es aber nicht. Das Brennen blieb mehrere Tage dauerhaft, machte sich dann immer beim Wasserlassen bemerkbar und war dann kaum auszuhalten. Anfang Dezember ließ ich mir dann einen neuen Termin geben, denn so ganz normal war das bestimmt nicht. Inzwischen hatte ich nämlich auch immer etwas Blut am Papier. Er schaute nach. Neue Wucherung. Manche Frauen neigten dazu. Dann sah er genauer hin – oh, die Narbe sei an der Stelle auch wieder auf gegangen. Sowas hätte er noch nicht gehabt. Sprachs, betäubte mich und griff zu Nadel und Faden. Und Silbernitrat. Neuer Termin Mitte Januar, zur Kontrolle und Vorsorge. Diesmal hörte das Brennen tatsächlich 2 Tage später auf. Ich dachte, es sei endlich alles okay.

Dieser Kontrolltermin war Montag. Heute muss ich in die Gynäkologische Tagesklinik und werde gegrillt. Auf dem Handzettel mit der Anfahrtsskizze steht „Granulationspolyp“. Denn er ist wieder da. Mein Frauenarzt möchte ihn wegbrennen oder so ähnlich, so genau habe ich da gar nicht zugehört um ehrlich zu sein. Jedenfalls sagte er irgendwas mit Betäubung und Strom und dass es damit dann hoffentlich erledigt sei. Und doppelt-erbsengroß. Ich wills gar nicht so genau wissen. Ich hoffe nur, es tut nicht so weh. Ich habe gerade wahnsinnig Schiss. Hätte ja nicht gedacht, dass mich das noch verfolgt, wenn die Kleene schon fast 4 Monate alt ist. Und ich hoffe, dass es dann wirklich erledigt ist damit und wieder alles benutzt werden kann, wie es soll.

Übrigens erzählte ich davon auch meiner Mutter. Leider hat sie – trotz Erklärung meinerseits – mal
schön weitererzählt, ich hätte einen Gebärmutterriss und würde eine Ausschabung bekommen. (WTF!?!?) Dafür wünschten meine Schwester und meine Tante mir gestern nämlich viel Glück, und ich so: HÄÄÄ? Sowas ärgert mich. Sehr. Aber ich mache denselben Fehler leider immer wieder und erzähle ihr sowas. Grmpf.