Schuhe für’s Kind…oder auch nicht

Vorneweg möchte ich noch etwas sagen. Ich bin kein Schuhverkäufer. Ich habe vor dem Keks noch nie Kinderschuhe kaufen müssen. Ich hielt vor Twitter Elefantenschuhe für das non plus ultra überhaupt und kannte eigentlich auch keine anderen Marken für Kinderschuhe. Ich wusste nicht, wie man Kinderfüße richtig ausmisst, was WMS bedeutet oder dass Füße generell länger werden beim Laufen und es einen „Schubraum“ im Schuh geben muss. ABER! Aber all das habe ich mir in einer halben Stunde durchgelesen, ehe wir los sind – in das Kinderschuh FACHgeschäft shubaloo nach Kassel.

Mit ein wenig Hintergrundwissen und in der Annahme, dass die in einem Kinderschuhladen schon wissen würden, wie man die richtigen Schuhe an des Kindes Fuß bringt, sind wir also los. Schon die Ankunft im kleinen, überschaubaren Laden war nicht so toll, es war nämlich bereits ein Mädchen samt Mutter anwesend und die einzige Verkäuferin sagte nicht mal „hallo, einen kleinen Moment“ oder sowas in der Art, bis ich direkt neben ihr stand (ich hatte schon an der Tür hallo gesagt). Also gut. Wir warteten etwas, ich sah mir zwischenzeitlich die Auslage an und der Keks lief zur Bauklotzkiste. Im winzigen Lagerraum nebenan stand jemand herum und ignorierte mich. Als wir an der Reihe waren, wurden mir zuerst Lauflerner mit weicher Sohle gezeigt (aha, dachte ich, weißte Bescheid, weiche Sohlen für Laufanfänger sind wichtig!). Praktisch im nächsten Satz sagte die Dame mir, dass es jetzt aber kalt würde und sie dewegen *diese hier* empfehlen könnte (sie zog einen Schneestiefel von Superfit aus dem Regal). Okay, dachte ich, und ließ sie machen, erwähnte aber zur Sicherheit nochmal, dass ich schon Kamik Schneestiefel zu Hause habe. Sie nahm die Innensohle heraus und stellte den Keks mit Socken darauf, schob etwas herum und sagte dann „also 21 muss es schon sein“. Ich hab davon ja keine Ahnung, wird also schon richtig sein, dachte ich, und wartete insgeheim auf dieses Fußmessgerät was ich selbst von früher noch kannte (gibts das noch?). Tja, dann kamen schon die Schuhe an den Fuß. in „Mittel“. Mehr gemessen wurde nicht. Ich fragte mich dann, wozu es wohl dieses WMS-System gibt, wenn die Kinderfüße nicht entsprechend ausgemessen werden. Die Verkäuferin steckte den Keks also in diese riesig wirkenden, pinken Klötze und betonte nochmal, dass die super für den Schnee seien. Ich dachte an meine Kamiks und sagte nichts, lief dann mit dem Keks ein wenig auf und ab, während die Dame sich wieder um die anderen Kunden kümmerte und mich nach der siebten Runde dann fragte, wie ich die Schuhe fände. Ich muss wohl recht ratlos ausgesehen haben, der Keks lief wie ein Storch im Salat und außerdem waren sie pink mit rosa. Ich sagte also, dass ich das nicht beurteilen könne, mich aber fragte, ob das denn so richtig sei wie sie da läuft. Die Verkäuferin drückte dem Keks dann auf den Zehen herum (was ja bei kleinen Kindern nicht aussagekräftig ist) und meinte, das wäre alles schon okay so und normal. Ich sagte nichts. Und dass sie halt auch sehr rosa seien. Konsterniert bemerkte die Dame, dass das eben ein Mädchenschuh sei. Ich fragte lustlos nach anderen Farben. Sie zeigte mir Modelle mit Blümchen, Feen, Pferden, Strass und Glitzer, fast alle quietschrosa oder pink. Ich fragte ob sie denn nix anderes da hätten? Dann zog sie Autos, orange/neongrün (WTF!), Monster und Bagger aus dem Regal. Inzwischen hatte ich gedanklich n Haken an den Schuhkauf gemacht, das war mir alles sehr suspekt. Andere Farben, so die Verkäuferin, hätte man nicht, Angebot und Nachfrage und so, und eigentlich seien alle mit den angebotenen Modellen zufrieden. HA HA HA! Ich gab ihr noch eine letzte Chance und fragte, ob sie denn vielleicht Schuhe bestellen könne, die ich dann anprobieren und kaufen würde? Das wurde abgelehnt, man müsse immer 12 Paar kaufen und wenn die so „exotisch“ (!!!) seien, würde die ja keiner abnehmen. Alles klar. Neutral oder zumindest etwas gedeckter ist also exotisch. Klar. Wir gingen also, fuhren auf dem Rückweg noch bei einem sehr großen Geschäft vorbei, die allerdings auch nichts hatten, und dann nach Hause.

Heute dann fuhr ich mit Sommerreifen durch den Schnee zu einem anderen Kinderschuhgeschäft. Hier maß man die Größe des Keksfußes sogar auf meinem Schoß sitzend (!) und kam auf Größe 19, und da sah ich als Laie schon, dass ich in 2 Wochen neue Schuhe hätte kaufen müssen, weil so gut wie kein Spiel vorhanden war! Angeboten wurden mir dünne, ungefütterte Schuhe von Richter in nettem Aubergineton (die ich ablehnte, da muss ja Futter rein bei dem Wetter!) und zwei andere von Superfit, einer in hellrosa mit Blume und Glitzerstein und einer in braun mit Leopardenmuster.Ich sprach die Verkäuferin direkt auf das WMS System an und fragte, was es damit auf sich hat, sie belächelte mich kurz, erklärte flüchtig dass das „was mit den Schuhbreiten zu tun“ hat und sagte dann, dass es bei so kleinen Füßen eh keinen Sinn macht das zu messen. Ähm?! Achso! Dann schreiben das die Hersteller da nur just vor fun drauf, verstehe! Im Hinterkopf hatte ich den Satz „Höchstens 2% aller Fußschäden sind angeboren“. Hier war ich noch schneller wieder raus als gestern. Auf dem Rückweg schauten wir erwartungslos bei Quick Schuh rein – nix – und noch bei heinmüller im Outlet (4 Paar in 21).

Tja. Hätt ich jetzt nicht gedacht. Damit sind die Möglichkeiten für Kinderschuhgeschäfte in der Umgebung erschöpft. Bei „normalen“ Läden macht es vermutlich noch weniger Sinn, zu schauen. Deswegen habe ich jetzt für knapp 400€ Kinderschuhe im Netz bestellt. Und zwar: Gefütterte Corany von Ricosta, gefütterte Polly und gefütterte Viola von Däumling, und zwar in 20 und 21, in dunkelblau, rot, beere und dunkellila. Wird ja wohl was dabei sein, das ihr passt. Grr.

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3 Kommentare zu “Schuhe für’s Kind…oder auch nicht

  1. Talymiau 14. Oktober 2015 um 20:03 Reply

    Orrr wie bescheuert, bei uns lief der erste Schuhkauf auch nicht so toll, am ende haben wir ja die Däumling bei „Schuh Braun“ mit einer recht guten Beratung bekommen (es wurde übrigens mit diesem Fußmessgerät gemessen )

    Wenn ich das bei Dir so lese, graut es mir schon vor dem Kauf der Winterschuhe, dank der arschkälte, wird das nicht lange auf sich warten lassen -_-
    Mit den ersten Schuhen lief der Mini auch kurze Zeit „wie ein Storch im Salat“ da musste er sich einfach erstmal dran gewöhnen, ging am besten draußen, wo er abgelenkt war und sich nicht ständig auf seine Füße konzentriert hat 🙂

  2. blumenpost 14. Oktober 2015 um 20:06 Reply

    Dass die die Füße nicht ordentlich messen wundert mich…
    Ich fahre immer extra in einen Laden, die so ein elektrisches Gerät haben, das misst Breite und Länge. Mit der Auswahl der Schuhe bin ich auch nicht immer zufrieden, aber ich kann inzwischen auch gut mit pinken Schuhen leben.

  3. Sabine 18. Oktober 2015 um 12:54 Reply

    Wir haben nun auch die ersten Schuhe gekauft. Im Pekip wurde „reno“ empfohlen und daher sind wir dort hin. Die Beratung war super (mit ordentlichem Ausmessen 😉 ) und wir haben einen dunkelblauen Mädchenschuh bekommen, in dem die Motte sehr gut läuft.

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