10 Monate Krawallkeks

Zehn Monate bist du alt. Schon! Wo ist die Zeit nur hin? Du warst doch eben erst noch so klein, 50,5 cm nur lang und 3585 Gramm schwer. Und heute wiegst du 8600 Gramm und bist etwa 73 cm groß. Du bist schon fast kein Baby mehr. In 8 Wochen wirst du schon eins. Das sind noch genau 62 Tage. Nur noch! Und schwups, bist du achtzehn und willst unser Auto ausleihen, so kommt es mir jedenfalls vor.

 

Der Keks

Motorik

Du bist ständig in Aktion. Inzwischen krabbelst du nur noch, weil du dich so nun doch schneller fortbewegen kannst als beim Robben. Soooo schnell bist du! Einmal warst du schon auf der ersten Treppenstufe ehe wir gemerkt haben dass das Türgitter offen ist… Du verfolgst auf Schritt und Tritt die Katzen, denen das nicht so geheuer ist und die sich meistens mit einem Satz über das Türgitter retten. Dabei lachst und quietschst du so sehr, wenn du eine von ihnen entdeckst. Wenn du auf den Arm willst, reckst du die Arme nach oben, wenn du runter willst, lehnst du dich zur Seite und streckst einen Arm aus. Wenn du etwas bestimmtes haben willst, wird auch der Arm danach ausgestreckt, begleitet von einem „Da!“ Du wippst, sobald du Musik hörst (am liebsten Avicii) und du schüttelst den Kopf wenn du was nicht willst. Kleine Salzbrezeln fischst du dir aus einem Marmeladenglas, wenn man es dir hin hält. Nach dem Schlafen stehst du jetzt immer in deinem Bettchen und wartest zeternd bis jemand kommt. Überhaupt ziehst du dich überall hoch und popelst überall dran und drin herum. Du öffnest Schubladen und räumst sie aus. Du läufst seitlich an den Möbeln entlang und kannst dich schön vorsichtig kontrolliert aus dem Stand absetzen. Außerdem übst du fleißig das Freistehen. Du kletterst gern und sicher über uns und auf alles Mögliche (auch Treppenstufen), du fütterst uns und gibst und bereitwillig Dinge ab (Bauklötze, Beißringe, Essen). Wenn man dich bei irgendetwas erwischt, das du nicht sollst, und ermahnend deinen Namen sagt, zuckst du zusammen und versuchst dann schnell wegzukrabbeln. Das ist soooo niedlich! Dein Lieblingsspiel derzeit ist fangen. „Jeeeetzt hol ich dich!“ muss man rufen, und schon grinst du von einem Ohr zum anderen und krabbelst ganz schnell weg. Meistens hältst du nach ein paar Metern kurz inne und schaust prüfend über die Schulter, ob dich auch wirklich jemand verfolgt. Und wenn man dich dann gefangen hat, lachst du dich scheckig. Das ist sogar ein Spiel, das du von selbst anfängst, indem du einen angrinst, wegkrabbelsr und dann nochmal grinsend zurückschaust. Also wolltest du sagen „Na los, fang mich doch!“ Von den Nachbarn haben wir ein kleines Puppenwägelchen geliehen, da sind viele schwere Bücher drin und du schiebst es mit großer Begeisterung ganz allein hin und her. Wenn du dich festgefahren hast, ist das eine mittelschwere Katastrophe, die lautstark benörgelt wird, bis man dir hilft. Oft streckst du auch fordernd einen Arm aus, damit man dir zur Hilfe eilt.

 

Essen

Du bist nach wie vor ein ganz unkomplizierter Esser (es sei denn, man versucht dir Banane anzudrehen oder gibt dir etwas zu essen, wenn du satt bist). Inzwischen hast du sieben Zähne und kannst sie super benutzen. Du beißt alles mehrfach ab, gern auch mal viel zu große Stücke, die immer wieder ausgespuckt und neu abgebissen werden – weshalb wir dazu übergegangen sind, dir Brot nicht mehr als Sticks sondern als Stückchen zu geben. Du liebst kleine Salzbrezeln und Laugengebäck, der Bäcker schenkt dir sonntags immer ein Minicroissant, das du auch sehr gern isst. Grundsätzlich probierst du alles immer wieder (auch Banane), meistens verziehst du bei allem erst kurz das Gesicht, spuckst es aus, schaust es dir nochmal genau an und isst es dann doch. Joghurt magst du sehr, aber deine große Liebe gehört derzeit den Johannisbeeren. Da hast du nich nur unseren Busch, sondern auch den von Nachbars geplündert! Ich habe tatsächlich gegoogelt, ob man auch ZU VIEL Johannisbeeren essen kann…. Jedenfalls liebst du die Dinger abgöttisch und pflückst sie sogar selbst mit großem Enthusiasmus. Leider hat dir das den ersten wunden Po deines Lebens beschert, aber das haben wir mit Weleda gut im Griff und bald ist die Beerenzeit ja auch (leider) schon wieder vorbei. Du willst alles probieren und die Zeiten, in denen man sich mal eben was in den Mund stecken konnte, sind definitiv vorbei. Dein erstes Eis hast du auch schon (mit)gegessen, und Muffins hast du auch probiert. An Gemüse magst du derzeit am liebsten Zucchini essen, und was sonst immer geht, ist Fleisch in allen erdenklichen Varianten. Da ankommst du ganz nach deinem Papa. Weil es mir so schwer fiel, die Mengen einzuschätzen, die du so isst, wiege ich jetzt hin und wieder mal das, was auf deinem Teller liegt. Ich war erstaunt wie viel ca. 200 g doch sind und habe mich gefragt, ob ich dir nicht immer zu wenig gegeben habe (und du deswegen abends alle 40 Minuten wach wirst…aber daran liegt es offenbar nicht).

 

Schlafen

Ach, schlafen. Ja, du schläfst auch mal. Momentan stellst du dich scheinbar von 2 kurzen und einem längeren Mittagsschlaf um auf zwei längere Schläfchen. Im Schnitt wirst du etwa alle 3-4h müde, manchmal können wir das auf 4,5 Stunden strecken. Leider wachst du immer noch nach exakt 40 Minuten auf und kannst nicht allein wieder in die nächste Schlafphase finden. Das ist abends ganz schön anstrengend und für mich und deinen Papa frustrierend – für mich, weil du dich nicht von ihm beruhigen lässt und immer mich brauchst (obwohl ich nicht mehr jedes Mal zum Beruhigen stille!) und ich gern abends mal etwas Zeit für mich hätte und für ihn, weil du schreist und schreist wenn er zu dir kommt und sofort aufhörst, wenn ich das Weinen nicht mehr ertrage und euch beide erlöse. Abends lege ich dich in deinem Zimmer ins Bett und wenn wir ins Bett gegangen sind und du wach wirst, hole ich dich zu uns. Wenn du bei uns schlafen kannst, findest du offenbar gut in die nächste Schlafphase, zumindest werden wir dann nicht nach 40 Minuten wach, sondern nur wenn du stillen willst oder etwas klemmt (Zahn, Pups, krank). Zwei Wochen muss dein Papa noch arbeiten, dann hat er 3 Wochen Urlaub und seinen zweiten Monat Elternteil – dann wollen wir mal versuchen, dich auch nachts in deinem Zimmer schlafen zu lassen. Derzeit kommst du nachts ca. 3x zwischen halb elf und halb sieben und willst stillen – ich würde das gern nachts noch weiter reduzieren.

 

Sprechen

Du sagst „Mama“, „Papa“, „da“ und, lustigerweise, auch „Nei!“. Bei „da“ zeigst du oft auch auf etwas (neu ist, dass du manchmal den Zeigefinger dabei ausstreckst) und bei „nei“ schüttelst du seit neuestem den Kopf. Das ist richtig goldig. Wir machen mit dir seit ein paar Wochen auch die Babyzeichen für Milch, Essen und mehr und sind gespannt, ob und wann du die lernst und selbst machen kannst. Beim Zeichen für Essen schmatzt du jedenfalls schon laut. 😀 Ich bilde mir außerdem ein, dass du „Amm“ sagst und „auf den Arm“ meinst, wenn du vor mir sitzt und die Arme hochsteckst. Das machst du aber nicht immer und es kann genausogut Mama heißen.

 

Sonstiges

Vor vier Wochen warst du zum ersten Mal richtig krank. Du hattest 39,9 Grad hohes Fieber für 2 Tage und am dritten noch erhöhte Temperatur. Das war für uns alle schlimm. Du warst so platt, dass du kaum spielen und ganz viel stillen wolltest und sogar auf dem Teppich liegend einfach eingeschlafen bist. In der zweiten Nacht musste ich dich bis auf die Windel ausziehen und anpusten, weil du dich sonst gar nicht hast beruhigen lassen. Du hast sooo geweint und dich immer in meine Arme geworfen, als wolltest du sagen „Mama, jetzt hilf mir doch!“. Ich hab echt mitgeweint. Alle 6 Stunden haben wir dir ein Paracetamol Zäpfchen gegeben und am Montagmorgen habe ich gleich unseren Kinderarzt angerufen, der sagte, dass wir vorsorglich kommen sollten. Ich hatte das Dreitagefieber vermutet und der Arzt sagte, dass es entweder das sei oder einfach ein Infekt. Wir bekamen eine höhere Paracetamoldosis und gingen wieder. Am Tag darauf warst du fieberfrei, Ausschlag hast du aber keinen bekommen. Das Dreitagefieber war es also wohl nicht. Es fällt einem irre schwer, sich in Erinnerung zu rufen, dass Fieber an sich eine gute Sache ist und Kinder ja eh gern mal höher fiebern, wenn man so ein Würmchen so leiden sieht. Seit einer Woche hast du nun einen üblen Schnupfen, sonst nix. Der kann natürlich auch vom 8. Zahn kommen, mal sehen wann der sich blicken lässt. Jedenfalls schläfst du noch schlechter als sonst.

 

Mama und Papa

Uns geht es gut. Dein Papa ist jetzt bald zwei Monate zu Hause und wir freuen uns schon darauf. Abends schauen wir jetzt oft eine Serie, oder wir sitzen zusammen auf der Terrasse und trinken noch ein (alkoholfreies) Schöfferhofer Grapefruit oder essen ein Eis. Weggehen ist für uns immer noch keine Option, so lange du dich abends nicht mal von deinem Papa beruhigen lässt und wir leider kein besonders gutes Gefühl bei einer Betreuung durch deine Oma haben. Für Mitte November haben wir eine Einladung zu einem runden Geburtstag bekommen, es wäre schön, wenn wir da mal für ein paar Stunden hin könnten und deine Oma hier so lange auf dich aufpassen kann. Ich habe allerdings jetzt schon große Bauchschmerzen deswegen.

Ich habe meine Hebamme mal gefragt, was ich denn machen könnte, um wieder einen Zyklus zu haben. Sie riet mir, das nächtliche Stillen noch weiter zu reduzieren. Das gestaltet sich etwas schwierig, wenn du zwischen uns liegst – wir werden also im Urlaub deines Papas erstmal versuchen, dass du in deinem Bett schläfst und hoffen, dass sich das dann von allein einpendelt. Es wäre nämlich wirklich sehr schön, wenn du nächstes Jahr ein Geschwisterchen bekämst. Wir lassen es jedenfalls darauf ankommen.

Vor vier Tagen musste ich meine Hebamme dann wegen Schmerzen in der Brust kontaktieren, Milchstau, dachte ich. Ich schilderte ihr, was los war (Rötung, Schmerzen beim Anfassen und Stillen, Kopf- und Gliederschmerzen und dass ich total platt sei, aber kein Fieber) und sie vermutete eine Entzündung, ich solle weiterstillen Quarkwickel machen, nachts Traumeel Salbe schmieren, Bettruhe halten und Ibuprofen nehmen. Bei keiner Besserung innerhalb 2 Tagen sollte ich zum Arzt. Der erste Tag war echt hart, denn mal ehrlich, wie soll man denn Bettruhe halten mit einem kleinen Wirbelwind? Danach wurde es immer besser und heute ist alles wieder normal. Keine Ahnung was das nun war, ob Mastitis oder Milchstau, jedenfalls ist es weg und alles wieder gut.

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2 Kommentare zu “10 Monate Krawallkeks

  1. Sabrina 6. August 2015 um 18:29 Reply

    Es ist schon unglaublich, wie ähnlich das Kinderleben so verhält 🙂 Bis auf das Sprechen ist das bei uns auch so. Den Zyklus hab ich allerdings, trotz (ganz häufigem) nächtlichem Stillen.
    Ich bin gespannt, wie es bei Euch weitergeht. Ich muß meine Kleine im November in der Kita eingewöhnen. Da hab ich auch so meine Zweifel, ob das so klappt 🙂

  2. Talymiau 16. August 2015 um 22:17 Reply

    Fangen ist hier auch das liebste spiel, seitdem er laufen kann mag er es sogar noch viel lieber. Manchmal dreht er mitten im Spiel um, und versucht mich zu fangen ♥

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