8,5 Monate Krawallkeks

Der Keks

Motorik

Es ist der Wahnsinn, wie schnell das jetzt alles geht. Vor 2-3 Wochen hast du angefangen, zu uns zu Robben und auf uns zu klettern, wenn wir auf dem Boden sitzen oder liegen. Da musstest du deine Knie benutzen, was auch super geklappt hat. Wir dachten, dass du bald krabbelst. Du hast auch immer Anstalten gemacht, bis dann aber doch wieder gerobbt. Vermutlich, weil es auf dem Laminat auch einfach schneller geht – du hast einen Affenzahn drauf! Vor etwa anderthalb Wochen hast du dann angefangen, dich überall hochzuziehen, erst auf die Knie und dann direkt weiter in den Stand. Jedes Mal freust du dich wie eine Schneekönigin, wenn das klappt. Seit ein paar Tagen reicht dir das nicht mehr. Du forderst vehement ein, dass man dir die Hände reicht, und dann machst du tatsächlich Schritte in die Richtung, in die du gehen willst. Und du bist so schnell dabei! Wir dachten schon, dass du das Krabbeln einfach überspringen willst. Und vor vier Tagen, da warst du genau 8 Monate und 14 Tage alt, setze ich dich draußen ins Gras, du drehst dich rum und krabbelst einfach so weg. Als hättest du nie was anderes getan! Ich musste sofort ein Video machen und es Papa schicken. Wenn du nicht mehr laufen magst (das sieht derzeit noch aus wie Storch im Salat, aber meistens setzt du schon den ganzen Fuß auf), hältst du an und setzt dich oder sinkst nach vorn auf die Knie. Frei sitzen kannst du inzwischen auch, seit etwa dreieinhalb Wochen. Den PInzettengriff beherrschst du ausgezeichnet, du winkst zur Begrüßung von ganz allein und auch, wenn jemand „tschüss“ sagt oder „Gute Nacht“ – das ist sooo so niedlich! Seit ein paar Tagen willst du mir auch immer etwas abgeben. Deinen Beißring, etwas zu essen, ein Spielzeug. Du hältst es mir hin und schaust erwartungsvoll, wenn ich es nehme, freust du dich. Du putzt meine Zähne, du machst Pupsgeräusche auf unserer nackten Haut und lachst dich dann selbst kaputt darüber.

Essen

Was in so ein Baby alles reinpasst! Ich muss gestehen, dass es mir manchmal schwer fällt, dich so lange essen zu lassen bis du von selbst aufhörst. Das liegt vermutlich an den Mengen, die du verdrückst. Eben warst du noch ein winziges Neugeborenes mit dem Magen einer Murmel – und jetzt soll da ein ganzes Vollkornbrot und Gouda und Gurke und ein paar Löffel Fruchtmus reinpassen? Ich habe manchmal Sorge, dass du zu viel isst, obwohl ich doch weiß, dass Babys ein gutes Sättigungsgefühl haben. Allerdings schluckst du wirklich viel einfach noch am Stück herunter, und bei uns Erwachsenen ist es ja auch so, dass das Gehirn erst etwas später merkt, wenn man satt ist. Tagsüber brauchst du nur noch wenig Milch. Ich stille morgens vor dem Aufstehen irgendwann noch, also vor sechs meistens (das merke ich daran, dass die Br*st weich ist wenn wir aufstehen), dann erst mittags wieder ehe du schläfst. Manchmal gegen halb 5 wieder, sonst erst gegen 19 Uhr, wenns ins Bett geht. Morgens hast du deswegen noch nicht so viel Hunger. Am liebsten isst du derzeit Fleisch und Brot und Nudeln, Gemüse geht so und an Obst magst du gerade nur Heidelbeeren, Himbeeren und Apfel, alles andere lässt du liegen. Du kannst jetzt vollkommen ohne Kleckerei mit Hilfe aus einem Glas trinken.

Schlafen

Seit vier Tagen lege ich dich mittags nun in dein eigenes Bettchen. Das klappt soweit auch ganz gut, du wirst nach 40 Minuten wach und schläfst dann manchmal nochmal ein (nach kurzem Stillen oder Herumtragen). Ich habe festgestellt, dass du deutlich besser schläfst, wenn es fast ganz dunkel im Zimmer ist. Wir lassen nur ein paar Schlitze im Rollo offen. Mittags schläfst du meistens 40 oder 80 Minuten, mein kleines Weckerkind. Deiner inneren Uhr macht man echt nix vor. Abends dasselbe Spiel: nach 40 Minuten muss ich zum Stillen hoch, ot schaffst du danach dann 80 oder sogar 120 Minuten, ehe du dich wieder meldest. Derzeit schläfst du nur mit kurzem Schlafanzug, weil du nachts so doll schwitzt. Weil du dich überall hochziehst, bauen wir eine Deckenburg um das Beistellbett herum (und hoffen das Beste…). Wir wollen dich abends auch in dein Bett in deinem Zimmer legen, wenn das mittags sehr gut klappt. Da kannst du nicht ausbüchsen. Nachts schläfst du immer noch zwischen uns. Tagsüber hast du immer noch 2-3 Schläfchen, je nach dem wie lang die jeweils ausfallen. Du wirst nach 2,5-3h müde.

Sprechen

HIer hat sich nicht mehr so viel getan, aber du verstehst jetzt scheinbar etwas mehr wenn wir etwas sagen. Du hörst auf deinen Namen und drehst dich immer zu uns, wenn wir ihn sagen. Manchmal hört es sich so an, als würdest du dich schimpfend beschweren. Du verstehst „Nein“ und „Wo ist…?“.

Sonstiges

Du hast 4 Zähne und arbeitest an Nummer 5 und 6! Langsam verstehst du auch, wofür die Dinger gut sind und beißt ins Essen und in unsere Schultern, Arme,… Du liebst Katzen und Hunde, magst gerade gar nicht still liegen beim Wickeln und brauchst meistens so 20 Minuten bis du mit Personen warm wirst. Das finden wir gut! Du zeigst deutlich wenn du etwas nicht willst und auch wenn du etwas willst, zum Beispiel etwas zu trinken beim Essen. Wir schauen uns aktuell nach einem Kindersitz für dich um und schwanken noch zwischen Cybex Sirona und Maxi Cosi 2way Pearl. Im Maxi Cosi sitzt du zwar noch, aber wir haben den Eindruck, dass du da sehr durchhängst.

Mama und Papa

Ehrlicherweise vermissen wir nicht, dass wir nicht abends weggehen können. Wir vermissen eher die Rücksichtnahme unserer engeren Verwandten auf dich. Einladungen zum Grillen gegen halb acht abends sind nicht das, was wir brauchen. Leider enden auch nachmittägliche Besuche bei den Großeltern meistens damit, dass du überschüttet wirst mit neuen Sachen und abends so reizüberflutet bist, dass du nicht schlafen kannst und nur weinst. Alle Versuche, das deutlich zu machen (und wir waren SEHR deutlich!), scheitern leider. Das finden wir traurig und das macht uns wütend, aber ändern können wir daran wohl nichts. Natürlich sind die Großeltern zum Verwöhnen da, aber es müssen eben nicht drei neue Spielsachen in 1,5 Stunden sein. Wir sind daher bei weitem nicht so häufig bei Oma und Opa wie es eigentlich schön wäre. Auch schön wäre, wenn mein Zyklus dann mal wieder käme. 😉

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Ein Kommentar zu “8,5 Monate Krawallkeks

  1. Märchenkönigin 17. Juni 2015 um 14:53 Reply

    Wow, das klingt aufregend bei euch. Pass nur auf, dass du das mit dem Laufen an den Händen nicht zu oft praktizierst, sonst fordert sie das ständig ein. Ich mein ja nur… Rückenaua der Eltern und so. 😉
    Mein Zyklus kam exakt 25 Tage nach dem letzten mal Stillen. Auch zuletzt, als ich nur noch nachts 2-3mal gestillt habe, war da nix in Sicht. Könnte also noch etwas dauern. 😀 Leider sind die „Tage“ jetzt immer ziemlich heftig (war nach dem 1. Kind schon so, nach dem 2. ist es noch mal krasser).
    Hast du auch das Gefühl, dass sie schneller müder wird und mehr Schlaf braucht, seit dem sie mobil ist? Hier ist es zumindest spürbar so. Und ja, ohne Rolläden geht mit Kind nix mehr (spätestens im Sommer). Wir haben deswegen sogar schon bei Oma und Opa aufgerüstet und achten sogar beim Urlaubsbuchen darauf (zumindest ob es komplett verdunkelbare Vorhänge gibt). Erspart viel (Schlaf)stress. Hehe. 😉

    Das mit der Reizüberflutung in anderer Umgebung ist bei uns auch so. Vielleicht schaffst du es den Großeltern das nicht so übel zu nehmen. Ich bin da inzwischen entspannt, denn natürlich sind unsere Eltern auch immer auf 120%, wenn das Enkelchen mal da ist. 😉 Meine beiden Mäuse haben schwer damit zu tun (die Prinzessin verarbeitet noch heute viel im Kopf und hat viel Albträume), der Prinz litt in den ersten 15 Wochen ganz fürchterlich darunter. Es wird besser. Das kann ich versprechen. Und die Mäuse gewöhnen sich mit der Zeit daran und lernen immer besser die Reize zu verarbeiten. Man kann die Kleinen nun mal nicht von allem abschirmen, in der Kita bzw. bei externer Betreuung später wird es noch extremer. Aber du kannst ihr bei all dem helfen, in dem du sie eine kurze Zeit aus dem „Gefecht“ nimmst, ihr Nähe gibst und ihr hilfst/zeigst sich selbst zu beruhigen (Kopf wegdrehen (machen sie ja meist schon alleine), schnullern oder an was anderem saugen/kuscheln). Vielleicht hilft ja ein Spaziergang nach einer Stunde Omabespaßung z.B. ganz gut.

    Ich bin gespannt, wie es bei euch weiter geht. Du darfst gerne wieder öfter hier berichten. 😉

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