Archiv für den Monat April 2015

Sätze, die einfach nerven

Jeder kennt solche Sätze. Ich habe mal die für mich nervigsten aufgeschrieben. Bedauerlicherweise kommt das meiste davon aus meiner eigenen Familie. Die Liste ist natürlich beliebig erweiterbar. Was müsst ihr euch denn so anhören?

 

Zum Essen:

„Du stillst immer noch?“

„Willst du etwa stillen bis sie in die Schule kommt?“

„Sie braucht jetzt mal was RichtIges.“

„Wie….du gibst keinen Brei??“

„Wie soll sie denn das essen, ohne Zähne?“

„Ich hab dir mal ein Gläschen mitgebracht.“

„Hast du keine Angst, dass sie sich verschluckt?“

„Bald kann sie mit XYZ Eis essen gehen.“

„Stipp ihren Finger doch mal in den Pudding/Kuchen/whatever.“

„…aber sie wollte unbedingt.“

„Die sucht!“

 

Thema Urvertrauen

„Lass sie doch mal schreien. Das öffnet die Lungen.“

„Ich würd sie einfach mal schreien lassen.“

„Du darfst nicht immer sofort springen wenn sie kräht!“

„Die hat dich ja ganz schön im Griff!“

 

…früher!

„Das hat dir auch nicht geschadet!“

„Das hab ich bei dir früher auch so gemacht.“ / „Früher hat man das auch so gemacht.“

„Euch hat das damals immer gut gefallen.“ (Thema Türhopser)

„…sie ist doch schon groß!“

 

Tragen

„Du verwöhnst sie ja total!“

„Es gibt doch auch günstige Kinderwagen, du musst sie nicht die ganze Zeit schleppen.“

„Die lernt so ja gar nicht zu laufen.“

„Irgendwann will sie nur noch rumgeschleppt werden.“

 

Thema schlafen (siehe auch Urvertrauen….)

„Hat sie denn noch nie in ihrem eigenen Bettchen geschlafen?“

„Ich würd sie erstmal kurz schreien lassen und nicht immer sofort hinrennen.“

„Sie muss doch mal langsam ausziehen aus eurem Ehebett!“

„So einen Aufriss wurde früher nicht gemacht. Da wurdet ihr hingelegt, habt geweint und dann geschlafen.“

„Wie, du liegst daneben? Immer? Das muss sie jetzt aber mal lernen.“

„Schläft sie immer noch nicht durch??“

„Die kann doch nachts gar keinen Hunger mehr haben.“

„Sie liegt dann zwischen euch? Ja und was ist, wenn ihr mal kuscheln wollt?“

„Hast du keine Angst, dass du auf sie drauf rollst?“

„Vielleicht musst du abends ein Fläschchen geben, dann schläft sie auch mal durch!“

 
Sonstiges

„Die sieht ja so gekniffen aus. Die kackert bestimmt grad.“

„Jetzt hatse sich geschüttelt. Die hat bestimmt gepullert.“

„Guck mal, die drückt doch.“

7 Monate Krawallkeks

Der Keks

Motorik

Wo ist die Zeit nur hin? Heute bist du schon sieben Monate alt. Sieben! Und du bist schon so groß! Seitdem du robben kannst, haben wir das Gefühl, dass du ausgeglichener bist. Vermutlich, weil du dich jetzt selbständig fortbewegen kannst und Dinge erreichst, die du haben willst (und auch die, die du nicht haben darfst – Fernbedienungen, Plissees, Katzenfutter,…). Du bist motorisch viel weiter als glleichaltrige Babys und sogar viel ältere. Als unsere Hebamme letzte Woche bei Babys in Bewegung fragte, wer sich schon zielgerichtet nach vorn bewegt, habe ich als einzige Mama die Hand gehoben – und dabei bist du die Zweitjüngste, die ältesten Kinder sind 10 und 11 Monate alt. Ich war wirklich stolz, auch wenn es Quatsch ist und du dich eben einfach so entwickelst, wie du es eben tust. Du rollst dich blitzschnell vom Rücken auf den Bauch (auch beim Wickeln…). Andersrum kannst du es auch, machst es aber nicht gern (vermutlich, weil du dir einmal ganz bös den Kopf auf dem Boden angeschlagen hast). Du übst den Pinzettengriff an kleinteiligem Essen (meistens klappt das schon prima) und kannst zielgerichtet winken. Rückwärts bist du gerade mal anderthalb Wochen gerobbt, dann ein paar Tage rückwärts im Kreis und seit dem 3. April robbst du nach vorn. Seit zwei Wochen gehen wir freitags zum Babyschwimmen und das findest du richtig klasse. Beim ersten Termin hast du vor Freude das ganze Bewegungsbad zusammengequietscht und wolltest nach der Dreiviertelstunde gar nicht raus aus dem Wasser. Ob über den Kopf, in den Ohren oder im Gesicht – Wasser ist dein Element und macht dir rein gar nichts aus.

Essen

Ende Februar hast du das erste Mal Interesse an festem Essen gezeigt, als ich einen Apfel aß. Ich habe dich dran nuckeln lassen, du fandest es gut, aber ich fand es aber noch zu früh für die Beikost. Von dem Moment an allerdings hast du dich immer mehr für unser Essen interessiert. Du hast an unseren Tellern gezogen, uns das Essen in den Mund geschaut und deutlich gemacht, dass du auch etwas haben willst. Da wir die Sache mit den Brei nicht mitmachen wollen, habe ich also Hirseskringel gekauft und dir mal einen gegeben. Du fandest ihn sehr interessant und hast ihn ganz weggeknuspert. Ein paar Tage später hattest du das so perfektioniert, dass wir beschlossen haben, dass du mitessen darfst. Wir machen (BLW)  Baby led weaning und das klappt ganz hervorragend, besser noch als ich es anfangs gedacht hatte. Seit drei Wochen bekommst du also immer dann etwas zu essen, wenn wir auch essen und wirst im Anschluss daran gestillt. Angefangen haben wir mit „Einzelteilen“, also puren, unverarbeiteten Lebensmitteln: Gurke, Birne, Möhre, Kartoffel, Nudeln, Brokkoli,… – das haben wir zwei Wochen lang gemacht, immer 2-3 Dinge pro Mahlzeit zum Aussuchen. Wir setzen dich dafür in den Tripptrapp (allein hinsetzen kannst du dich noch nicht, aber du sitzt sehr gut und ausbalanciert allein, wenn du dich irgendwo hochziehen kannst und wir finden, dass es für die kurze Dauer des Essens okay ist, wenn du da drin sitzt) und legen dir das Essen auf das Tabletop, damit du selbst aussuchen kannst. Du magst nach wie vor keine Flaschen, also haben wir gleich auf die Schnabeltasse verzichtet und geben dir Wasser aus einem Ikeaplastikbecher. Daraus trinkst du bemerkenswert gut und kleckerst nur, wenn du zu stürmisch bist. Zwei Wochen nach Beikoststart isst du schon sehr gut und hast eine echt krasse Abneigung gegen Bananen entwickelt. Da kann ich machen was du willst, selbst verbacken in Pfannkuchen willst du sie nicht essen, und roh ziehst du ein Gesicht als hättest du in eine Zitrone gegessen. Wir fingen dann an mit „normalem“ Essen. Es gibt da nur wenige Regeln, an die man sich halten sollte: nichts Rohes, keine Nüsse, kein Honig, nicht salzen. Manche Lebensmittel schäle ich dir (Tomate, Paprika, Apfel), weil ich etwas Bedenken habe, dass du dich an der Schale verschluckst. Sehr gern isst du Gurke, Vollkornbrot mit Kräuterfrischkäse, Gouda, Erdbeeren, Apfel. Du bekommst prinzipiell aber alles zum Probieren, was wir auch essen, so gab es schon Chili von Carne (nicht so scharf wie für uns), Couscoussalat, Kartoffelpüree, Frikadellen,…nur um mal ein paar Sachen zu nennen. Ich koche nach wie vor abends und mittags essen wir Brot oder Brötchen. Zwischendrin gibt es mal eine Dinkelstange, ein Apfelschiffchen oder eine kleine Reiswaffel. Morgens bist du kein so guter Esser, vermutlich weil du nachts noch viel stillst und dann morgens einfach keinen Hunger hast. Mittags und abends dagegen isst du richtig gut, gestern wolltest du sogar erst am Nachmittag stillen. Meine Milchproduktion findet das nicht ganz so toll, aber es ist auszuhalten. Deine Verdauung macht das alles prima mit, meistens wickeln wir dich morgens, entsorgen die Pipibombe und du nutzt die neue Windel dann direkt, zur Freude deines Papas, der dich morgens meistens wickelt. Obwohl du alles isst, bist du bisher nicht einmal wund geworden.

(Besteht Interesse an weiteren Artikeln zum Thema BLW?)

Schlafen

Seitdem wir dich abends auf dem Sofa haben schlafen lassen, gab es eigentlich keine großartigen Probleme mehr. Allerdings schliefst du – bis auf deine Powernaps in der Nonomo – nur mit Körperkontakt. Jetzt im Sommer fällt es mir ungeheuer schwer, für 2-4 Stunden mittags im abgedunkelten Raum neben dir zu liegen wenn du deinen Mittagsschlaf machst, und auch abends ab sieben ist es schwierig auf dem Sofa mit dir, weil es ja noch taghell ist. Vor zwei Wochen haben wir daher beschlossen, es nochmal mit dir und dem Beistellbett zu versuchen, zumindest abends. Das klappt mal besser und mal schlechter. Unser Ritual beginnt mit dem Abendessen, danach wird gelesen und/oder gespielt, dann gehen wir beide hoch und ich ziehe dir eine Nachtwindel, den Schlafanzug und Schlafsack an, Stille dich in deinem Zimmer und singe dir Lalelu vor. Anschließend sagen wir all den Tieren in deinem Zimmer Gute Nacht und winken ihnen zu, dann gehen wir nochmal runter zum Papa, kuscheln kurz und sagen ihm auch Gute Nacht. Dann bringe ich dich hoch ins Schlafzimmer, wir drücken zusammen auf den Rolloschalter und warten, bis das Zimmer dunkel ist. Wir haben ein Ikea Nachtlicht und den Marienkäfer von Ansmann sn, der Sterne projiziert. Ich lege dich ins Beistellbett, mache die Spieluhr an und lege mich neben dich. Dann streichle ich deine Brust und halte deine Hand wenn du magst und ziehe die Spieluhr auf, bis du schläfst. Die ersten paar Tage dauerte das recht lange und war mit weinen verbunden, inzwischen nörgelst du allenfalls noch. Manchmal schlägst du dann schon zwei Stunden allein, manchmal müssen wir alle 40 Minuten raufgehen und dich beruhigen weil du aufwachst und weinst. In der Regel geht zuerst dein Papa zu dir und ich komme nach, wenn du ein paar Minuten später noch weinst. Dann Stille ich nochmal kurz und meistens schläfst du dann recht schnell wieder, sodass wir dich zurücklegen können. Wir nehmen dich eigentlich immer hoch, wenn du dich nicht innerhalb kurzer Zeit im Bett beruhigst. Wir bringen dich ins Bett wenn wir merken dass du müde bist. Meistens ist das gegen 19:15, manchmal später. Du schläfst dann bis etwa halb sieben morgens, wobei ich dich direkt neben mich zwischen uns lege, wenn wir auch im Bett sind und du wach wirst weil du Hunger hast. Da schläfst du dann weiter. Wie oft ich nachts Stille, kann ich immer noch nicht sagen. Beim Mittagsschlaf liege ich immer noch meistens daneben, du schläfst einfach besser und länger, wenn du nicht allein bist. Übrigens bist du unausstehlich, wenn du mittags weniger als 2h schläfst! Du quengelst dann nachmittags und hast keine Lust zu gar nix – da bist du wie ich! Meist gibt es vormittags noch ein längeres Schläfchen von 1 Stunde 20 (lustigerweisr schläfst du echt immer ein Vielfaches von 40 Minuten!), mittags gegen eins deine 1-3h und nachmittags gegen halb fünf nochmal so 40 Minuten.

Sprechen

Seit gestern sagst du Mama zu mir. Das ist kein Scherz, auf Instagram habe ich ein paar Leuten ein Video geschickt und nachgefragt, weil ich es einfach selbst nicht glauben kann, dass du mit sieben Monaten zielgerichtet Mama sagst. Es ist aber reproduzierbar, du sagst es immer, wenn du zu mir robbst und wenn du hochgenommen werden magst. Das ist der Hammer und ich bin ganz verliebt in deine Stimme, wenn sie Mama sagt. Angefangen hast du mit den typischen Silbenspielchen, dada, blahblah und bababa und so – jetzt sind wir gespannt, wie das weiter geht.

Sonstiges

Du bist so ein aufgewecktes, freundliches Baby! Du weinst eigentlich nur, wenn wir etwas nicht passt oder du übermüdet bist. Derzeit fremdelst du ziemlich, ein paar Tage lang hast du das sogar abends bei deinem Papa gemacht. Da ging ich echt auf dem Zahnfleisch. Dein Opa ist bisher der einzige Mann mit Oberlippenbart in der Familie, das findest du sehr suspekt und magst nie bei ihm auf den Arm. Du brauchst generell etwa eine halbe Stunde, bis du „warm“ wirst und dann auch mal zurücklachst. Das finden wir ganz gut. Die Katzen liebst du abgöttisch. Ständig schaust du ihnen hinterher, lachst und willst streicheln und grabschen. Die Katze nimmt da sofort Reißaus, der Große aber lässt fast alles mit sich machen und kommt immer wieder zu dir, lässt sich ins Fell greifen und schnurrt dabei noch. Von unserem Dritten haben wie leider nichts mehr gehört. Du trägst jetzt übrigens immer noch 68, einzelne Teile (meist Hosen) passen aber in 74 auch schon. Du wiegst etwa 7einaslb Kilo, gemessen haben wir dich seit der U5 nicht mehr. Etwa eine Woche, nachdem wir unser Abendritual mit dem Winken angefangen hatten, hast du plötzlich auch die Hand gehoben, ein paar Tage später hast du gewunken, das machst du auch wenn du eine dir liebe Person siehst, hallo und Tschüss und gute Nacht sagst du so schon. Das ist so niedlich! Außerdem schaust du jetzt immer zu deinem Papa hin, wenn man dich fragt „Wo ist der Papa?“.

Mama und Papa

…haben sich erst kürzlich über ein Geschwisterchen für dich unterhalten. Das wäre im ersten Jahr sicherlich total anstrengend, aber je geringer der Altersunterschied, desto schöner ist das bestimmt für euch Kinder. Es gibt da allerdings noch nicht die notwendigen Voraussetzungen für, da warten wir noch drauf. Mir geht das Herz auf, wenn ich sehen wie du mit deinem Papa lachst und Quatsch machst. Du liebst es, auf seinen Schultern zu sitzen, ganz oft geht ihr beide dann zum Spiegel und ich höre es nur noch lachen. Dein Papa freut sich sehr, wenn du ihm winkst wenn er abends nach Hause kommt und wenn du ihn dann strahlend anlachst. Wochenends geht ihr beide morgens einmal zum Bäcker, er kauft dir dann immer ein kleines Croissant, das du sehr magst. Wir beide als Paar leben allerdings mehr so nebeneinander her derzeit; was auch damit zu tun hat, dass wir dich nicht guten Gewissens mal ein paar Stunden abgeben können (und wollen). So erledigt jeder schnell das, was er zu tun hat, wenn du am Wochenende schläfst, abends reicht es nicht zu mehr als ein paar Folgen einer Serie auf dem Sofa.