Mein Tragebaby

Unser Mädchen war ja nun wirklich von der Geburt an ein Tragebaby. Sie brauchte und braucht immer noch unglaublich viel Nähe. Schlafen im Beistellbett ist nicht, selbst in der Nonomo wacht sie alle 20 Minuten im Schnitt auf. Sie schläft nur wirklich gut, wenn sie ganz dicht an einen gekuschelt ist. Beim Papa auf dem Arm oder im Liegen an mir dran (der Grund, aus dem wir jetzt immer gemeinsam Mittagsschlaf machen – sie schläft, ich liege daneben und lese oder tippe, weil aufstehen is nicht). Recht bald nach der Geburt kamen dann diese fiesen Bauchschmerzen, die sie ständig plagten. Sie weinte wirklich jedes Mal eine Stunde oder länger, ehe sie die Windel voll machte, und auch hier halfen nur Wärme, Pupsglobuli und tragentragentragen. Nach einer Woche hatten der Herzmann und ich trotz der dreiebbes Kilo schon Schulterprobleme und Arme wie Orang Utans. Eine Trage musste her. Nur welche? Die Nachbarn liehen uns Ihre Manduca, welche die Hebamme aber für ein so kleines Baby nicht empfahl, Google sagte dasselbe, also ließen wir das. Stattdessen empfahl meine Hebamme die Fräulein Hübsch. Wir suchten gut anderthalb Wochen herum, waren erstaunt über die enorm hohen Gebrauchtpreise und entschlossen uns dann dazu, eine neue Hübsche zu kaufen, die ein paar Tage später hier ankam und ausprobiert wurde.

Für die ersten Bindeversuche ist es wichtig, dass das Baby ausgeschlafen und satt ist, denn sonst nörgelt es die ganze Zeit und ist der ganzen Sache nicht wirklich aufgeschlossen gegenüber. Natürlich banden wir die Hübsche zuerst viel zu locker, sie saß schief und fühlte sich tragend irgendwie seltsam an. Allein wussten wir nicht weiter, weil wir uns ja an die Anleitung gehalten hatten. Aber bei Twitter konnte man uns nach einem Foto recht schnell helfen. Der Trick ist, die Gurte wirklich sehr, sehr straff zu ziehen und dabei aufzupassen, dass die kleinen farbigen Stoffstückchen auf den Schultern auf einer Höhe bleiben. Während es Tragens lockert sich die Hübsch etwas, tut das aber gleichmäßig. Sie sitzt dann richtig, wenn man sich vornüber beugen kann, ohne dass das Baby sich vom Körper wegneigen kann. Nach ein paar Versuchen war ich soweit, dass ich den Keks auch allein gut, schnell und sicher an mir festschnallen konnte. Überlebenswichtig, nachdem der Herzmann wieder arbeiten ging! Weil die Schultergurte relativ dicht am Gesicht des Kekses verliefen, orderte ich zwei Gurtverkleinerer bei Mamidoo, natürlich in demselben Stoff wie das Cover meiner Hübsch. Und weil ich eh schon bestellte, gab es passende gefütterte Stulpen für den Keks on top.

Jetzt, nach gut einem Vierteljahr tragen, kann ich immer wieder nur erwähnen, wie toll es ist. Inzwischen hat sie die Bauchwehphase zum Glück hinter sich gelassen, aber getragen wird trotzdem noch viel. Wenn es mir draußen zu frostig für den Kinderwagen scheint, wenn sie dauernörgelig ist oder übermüdet, wenn ich einfach Lust zum Kuscheln habe, wenn der Kinderwagen einfach unpraktisch wär oder zu viel Platz im Kofferraum wegnähme (geocachen, Großeinkauf), oder wenn man einfach mal beide Hände frei haben möchte oder muss (nähen, kochen, saubermachen). Kurzum: Eine Trage ist einfach nicht mehr wegzudenken aus unserem Alltag, und mit der Fräulein Hübsch haben wir da eine super Wahl getroffen und können die auch uneingeschränkt weiterempfehlen.

Nun war ich vor Weihnachten im Geburtshaus zu einem Offenen Treff mit Vortrag einer Trageberaterin. Ich wollte ja gern mal ein Tuch probieren, weil man damit noch mehr Varianten tragen kann als in der Hübsch. Statt des Tuchs hielt ich allerdings plötzlich einen Ring Sling in der Hand und packte den Keks nach Anleitung dort rein. Keine fünf Minuten später schlief sie auf meiner Hüfte. Ich nahm den Ring Sling zum Testen mit nach Hause und zeigte ihn auch meinem Mann. Praktisch fand ich vor allem, dass man den Sling nicht binden muss, sondern einfach eingefädelt lässt, überstreift und dann das Kind hineinsetzt und festzieht. Also noch schneller als die Hübsch und für kurze Wege und „mal eben schnell“ optimal. Außerdem empfand ich das Tragen auf der Hüfte als sehr angenehm. Die Sache war also relativ schell entschieden, zum Geburtstag wünsche ich mir einen Sling. Es wird ein Didysling in der Farbe Smaragd werden und ich freue mich da schon richtig drauf. Ich seh mich schon am Herd stehen mit dem Keks im Sling – sie schaut nämlich schrecklich gern beim Kochen zu, der Herzmann muss immer mit ihr auf dem Arm daneben stehen. 🙂

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3 Kommentare zu “Mein Tragebaby

  1. Talymiau 26. Januar 2015 um 11:01 Reply

    Hach Tragen ist so schön! Du weißt ja, der Mini ist auch so ein Tragebaby. Der Kinderwagen ist seit längerem bei uns unbenutzt. So langsam wird er zu groß, hängt schon fast unterm Kinn und leichter wird er ja auch nicht. Ich denke spätestens im Frühjahr muss er auf den Rücken, oder wir probieren mal wieder den Kinderwagen aus. Oder doch eine Sling? Ich weiß es nicht noch nicht.
    Ich weiß nur das tragen so so schön ist und ich es ganz bestimmt schmerzlich vermissen werde wenn es nicht mehr geht.

  2. traumverliebt 26. Januar 2015 um 11:20 Reply

    Genau so einen Blogeintrag habe ich auch noch in den Entwürfen 😀

    Ich finde es so schön, wie einfach man seinen Kindern so die Nähe geben kann, die sie brauchen.

  3. Mama Majsan 26. Januar 2015 um 22:55 Reply

    Tragen ist wirklich superpraktisch! Eine Freundin von mir hat mir auch einen Ringsling ausgeliehen, den fand ich persönlich jetzt nicht so angenehm vom Handling und auch nicht für meinen Rücken.
    Ich habe mir dann eine Trageberatung gegönnt und eine Emaibaby (eine Mischung aus Tragetuch und Manduca) gekauft. Damit bin ich bis heute sehr zufrieden. Mittlerweile kann die Kleine zwar schon kurze Strecken laufen, aber wenn ich zum Bäcker oder Metzger gehe, binde ich sie immer noch um. Mein Rücken ächzt inzwischen zwar etwas wegen der über 10 Kilo, aber so habe ich die Hände frei, um zu bezahlen und die Einkäufe rauszutragen 😉
    Dir und dem Keks noch viel Spaß mit dem Sling!

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