Ein kleiner Pieks für den Keks

…ein großer für die Menschheit. Oder so.

Impfen. Das Thema wird ja ziemlich kontrovers diskutiert. Sollte man impfen lassen oder nicht, wenn ja – was und wann und in welcher Kombination, welche Nebenwirkungen gibt es, wie ernst sind die zu nehmen, welches Risiko besteht auf der anderen Seite, wenn man nicht oder später impfen lässt, als die STIKO empfiehlt. Fragen über Fragen. Wir sind uns von vornherein eigentlich einig gewesen, dass wir den Keks impfen lassen. Verunsichert waren wir allerdings hinsichtlich der folgenden Fragestellungen:

1. Muss die empfohlene 6fach Impfung wirklich so früh sein, wenn unsere Tochter doch voll gestillt wird und dadurch die meisten Antikörper von mir abbekommt (Nestschutz)? Kann man mit der Impfung nicht warten, bis sie etwas älter ist?

2. Müssen es wirklich alle 6 (bzw. sinds ja eigentlich sogar 7, Tetanus und Diphtherie gibts ja nur zusammen) Impfstoffe auf einmal sein oder kann man das nicht splitten? Gegen Hepatits B sind wir selbst ja auch erst im Teenageralter geimpft worden, da das ja durch Blut und Sex übertragen wird. Braucht ein Baby das unbedingt?

3. An der Rotavirenimpfung scheiden sich ja auch die Geister. Muss die sein? Man liest sooo viel von krassen und häufigen Nebenwirkungen. Außerdem ist der Impfstoff erst seit kurzem auf dem Markt und wirkt nur gegen einen bestimmten Stamm der Rotaviren. Die STIKO hat die Impfung auch erst neu drin, und der Impfschutz nimmt mit dem ersten Geburstag dann auch schon wieder rapide ab – lohnt sich der ganze Aufwand dann überhaupt? Die Kassen zahlen diese Impfungen zwar auch, aber man muss hier erstmal in Vorkasse gehen und sich dann die Summe zurückholen (gut, das ist für unsere Überlegungen irrelevant gewesen).

Inzwischen ist der Keks 14 Wochen alt, auf den Tag genau heute, und sie hat gestern morgen ihre zweite Impfung bekommen. Wir haben uns schlussendlich dafür entschieden, der Empfehlung der STIKO zu folgen und die 6fach Impfung entsprechend durchführen zu lassen. Der Hauptgrund dafür war allerdings, dass wir unsere Tochter vermutlich ab 12 oder 18 Monaten teilweise fremdbetreuen lassen müssen/wollen, weil ich dann wieder arbeiten gehen werde. Und dann braucht sie den Impfschutz, da eine Tagesmutter sie sonst nicht nimmt. Bei der großen Impfung hatten wir hinsichtlich der Nebenwirkungen auch relativ wenig Bedenken, da die Impfstoffe schon länger am Markt sind und hinsichtlich der Verträglichkeit gut getestet sind. Bei den Rotaviren dagegen haben wir uns ziemlich schwer getan und hin und her überlegt. Der Impfschutz hält nicht, der Keks hatte in den ersten 10 Lebenswochen eh immer so arge Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme (arges Weinen vor jeder Windelfüllung)…sollten wir wirklich ein relativ neues Mittel geben lassen, das nach einem Jahr sowieso eine deutlich Verringerte Schutzwirkung hat? Wir haben und bei der Erstimpfung dagegen entschieden und gleich von unserem Kinderarzt mal eine Mahnung kassiert. Später fanden wir dann heraus, dass er im Impfkommittee sitzt… Nun denn. Er sagte uns, dass wir dann besser nicht zum Babyschwimmen gehen sollten, da hier ein erhöhtes Infektionsrisiko bestünde. Zu Hause habe ich dann deswegen mal recherchiert. Nuja. Zum Babyschwimmen gehen wir nämlich ab April. Gestern stand dann die zweite Impfrunde an und wir haben relativ spontan dann die Rotaviren mitimpfen lassen. Grund war allerdings nicht das Babyschwimmen, sondern der Umstand, dass die zwei Nachbarskinder ganz oft hier bei uns sind und beide in die Kita gehen. Und: Wenn der Keks ein großes Geschwister hätte, würde sich die Frage eh gar nicht stellen.

So. Nun ist es so, dass sie gestern den Tag über dann ziemlich nölig war. Abends wurde sie dann heiß. Beim Schlafen bekommt sie sowieso immer einen warmen Kopf, aber gestern Abend sagte das Thermometer dann doch, dass sie Fieber hat. Also gab es ein Paracetamolzäpfchen. Das half auch ganz gut. Nachts trank sie (glaube ich) mehr als sonst und heute ist sie den ganzen Tag über sehr (!) anhänglich und hat noch erhöhte Temperatur. Das arme Mäuschen. Die Rotaviren haben wir bisher nur an der grünlich-grauen Windelfüllung heute Morgen bemerkt. Zum Glück! Hoffen wir also, dass es dem Impfkeks schnell besser geht und sonst alles ganz prima ist. Etwas mulmig ist mir da nämlich immer noch zumute, wenn ich ehrlich bin. Man kann sein Kind ja vor vielem schützen, aber gegen sowas ist man ja ziemlich machtlos.

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2 Kommentare zu “Ein kleiner Pieks für den Keks

  1. Fräulein Sonnenschein 3. Januar 2015 um 20:44 Reply

    Unserem Krümelchen ging es nach das Rotavirenimpfung auch einen Tag lang nicht ganz so gut: erhöhte Temperatur, viel kuscheln und vor allem viel Schlaf (was uns aber als geplagten Schreikind-Eltern gar nicht so ungelegen kam, um ganz ehrlich zu sein).

    Ich kann nur sagen: Ich selbst hatte die Rotaviren mit sechs Jahren, war wochenlang zuhause, für alles zu schwach und kurz vor der Krankenhauseinweisung. Um meinem Kind das zu ersparen, nehme ich auch gern kleine Nebenwirkungen und kontaminierten Windelinhalt in Kauf.

  2. Talymiau 14. Januar 2015 um 22:02 Reply

    Ich bin froh das wir mit den ersten drei Impfungen schon durch sind, die Nebenwirkungen waren beim Mini immer so fieß.
    Die letzte Impf Runde war zum Glück auch die verträglichste.

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