Schlaf, Kindlein, schlaf…

…doch endlich!

Ich muss zugeben, dass ich mir das etwas einfacher vorgestellt hatte. Wir haben ein Babybett im Kinderzimmer, ein Beistellbett am Elternbett und hatten auch einen Laufstall im Wohnzimmer stehen. In den ersten zwei Wochen klappte es auch ganz gut, der Keks hat tagsüber im Laufstall geschlafen. Zwar nur, wenn man sie schlafend reingelegt hat, aber immerhin. Ab der dritten Lebenswoche war’s das dann mit schlafen überall sonst – nur auf und an einem von uns ging das noch. Nachts hat sie sich ins Beistellbettchen legen lassen, zumindest in der ersten Runde wenn wir ins Bett gingen und sie schlafend reinlegen konnten. Alle weiteren Schlafzyklen nachts waren mehr oder weniger anstrengend in der Einschlafphase (weinen, schaukeln, tragentragentragentragen). Seit ein paar Wochen schläft sie meistens nach der ersten Runde dann neben mir im Wasserbett, teilweise sogar von Anfang an wenn wir ins Bett gehen, weil sie in 9 von 10 Fällen halbwach wird, wenn wir sie oben ins Beistellbettchen legen.

Als sie ca. 7-9 Wochen alt war, dachten wir uns, dass es eigentlich eine ganz gute Idee sei, ihr langsam mal beizubringen, oben zu schlafen, während wir mit Babyphone unten sitzen. Das ging exakt zweimal problemlos, einmal direkt beim ersten Mal und einmal ein paar Tage später. Rückblickend muss ich sagen, dass das eine ziemlich bescheuerte Idee war, aber man lernt ja (mit dem ersten Kind) immer dazu. Alle anderen Abende dieser 2wöchigen Testphase waren einfach ätzend. Ich habe teilweise anderthalb Stunden frusrtriert im Dunkel neben ihr gelegen und versucht, sie in den Schlaf zu stillen. Am Ende war ich soweit, dass ICH fast eingeschlafen wäre, sie aber war hellwach. Meistens hat der Herzmann sie dann noch etwas oben im dunklen Schlafzimmer herumgetragen, bis sie dann entweder tatsächlich einschlief und er sie hinlegen konnte, oder aber so wach war, dass sie genörgelt hat, bis er mit ihr wieder ins Wohnzimmer kam. Das hat mich dann zusätzlich noch frustriert, weil nicht nur ich es nicht geschafft hatte, sie in den Schlaf zu stillen – sondern er meine „Vorarbeit“ zunichte gemacht hatte, indem er das granatenwache Kind einfach wieder mitbrachte. Meistens war es dann schon fast so spät, dass wir eh nichts mehr vom Abend hatten außer etwas aufräumen – oder es war sogar so spät, dass wir uns selbst langsam auf den Weg ins Bett machen wollten. Bei Twitter habe ich den anderen mein vermeintliches Leid geklagt, und dort riet man mir, sie einfach wieder auf dem Sofa schlafen zu lassen, in unserer Nähe. Das machen wir seit 3 Wochen wieder und es klappt einfach fantastisch und ist stressfrei für uns alle.

Was wir in den vergangenen drei Monaten bzgl. des Schlafens gelernt haben: Der Keks wird irgendwann zwischen 18 und 20 Uhr abends müde und zeigt das auch schön an. Sie reibt sich die Augen, gähnt und schaut desinteressiert zur Seite. Manchmal ist sie nörgelig dabei, in jedem Fall ist aber gut erkennbar, dass sie müde ist. Dann geht einer von uns mit ihr hoch, wickelt sie, zieht ihr den Schlafanzug an und den Strampelsack drüber. Einen Schlafsack akzeptiert sie nach wie vor nicht, das gibt dann viele Tränen und großes Geschrei. Dann kommt sie wieder mit nach unten. Meistens hat sie der Papa dann auf dem Arm und trägt sie ein wenig hin und her, erzählt ihr ganz ruhig was und lässt sie schauen, wo sie gerade mag. Sie schaut mir zum Beispiel gern beim Kochen zu. Beim Essen ist sie dann entweder schon eingeschlafen und der Papa muss mit ihr auf dem Arm essen, oder sie sitzt bei einem von uns auf dem Schoß und schaut noch etwas rum. Auf dem Sofa bekommt sie dann noch eine Runde Milch im liegen neben mir, und spätestens dann schläft sie ein und bleibt auch schlafend dort neben mir liegen, bis wir ins Bett gehen. Das klappt so gut, dass wir abends auch einen Film schauen können, ohne dass sie wach wird. Zwischen ihr und dem Fernseher rollen wir dann die Decke zusammen, dass sie einerseits nicht runterfallen kann, andererseits das flackernde Licht nicht auf ihr Gesicht fällt. Bei Bedarf, also wenn sie im Schlaf sucht oder bei einem Geräusch leicht wach wird, kann sie so die Brust auch leicht finden und wacht gar nicht erst richtig auf. Ich gehe dann irgendwann hoch, mache mich bettfertig, und der Herzmann bringt mir den schlafenden Keks dann hoch ins Bett. Wie gesagt, in 1 von 10 Fällen lässt sie sich dann ohne wach zu werden ins Bettchen legen, aber meistens wird sie kurz wach und ich nehme sie gleich rüber zu mir.

Die Nächte sind super, da können wir uns nicht beschweren. Der Herzmann schläft eigentlich komplett durch, der Keks wird nur zum Stillen etwas wach, bedient sich und schläft dann wieder ein (ich schlafe mit aufgeknöpftem Oberteil). Meistens werde ich selbst nur kurz wach oder schlafe einfach weiter, deswegen kann ich morgens auch nie sagen, wann sie getrunken hat oder wie oft. Die Seite wechsle ich nach Bedarf, also wenn ich merke, dass eine spannt, packe ich die aus und die andere ein. Manchmal, wenn wir beide nachts mal kurz wach sind, gehe ich sie auch wickeln – das ist aber selten, obwohl es echt nötig wäre. Für nachts nutzen wir die Baby Dry Windeln, aber die sind allerspätestens morgens wahre Pipibomben und halten bei uns definitiv keine 12 Stunden trocken. Dicht sind sie wohl, aber eben gefühlt mehrere Liter schwer. 😉

Zwischen acht und neun morgens weckt mich Madame dann mit gähnen, glucksen und strampeln. Ich gehe sie dann direkt wickeln und nehme sie ohne den Strampelsack wieder mit ins Bett. Jetzt im Urlaub machen wir dann zusammen den Papa wach; sonst liegen wir einfach noch zu zweit etwas im Bett und sie erzählt mir, wie die Nacht war. Auf die Frage, ob sie schon durchschläft, antworten wir immer, dass wir uns nicht beklagen können – und das ist ja auch nicht gelogen. Aber so richtige 5 Stunden am Stück oder sogar noch mehr hatten wir glaube noch nie.

Vormittags macht sie immer nochmal ein Kurzschläfchen in der Nonomo, dann gegen 12 nochmal ein etwas längeres, so 2-3 Stunden, am liebsten auf dem Arm oder neben einem von uns liegend. Alles in allem war es die beste Entscheidung, dieses Schlafprojekt quasi abzubrechen. Uns allen geht es damit besser, egal was „die anderen“ sagen. Und ja, das Wasserbett ist vermutlich nicht der optimalste Babyschlafplatz – aber hey, es funktioniert problemlos so. Für UNS ist das die beste Lösung. Und wenn ich ehrlich bin: Es ist toll.

Achja: Ein schönes, gesundes, neues Jahr euch allen! ♥

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Ein Kommentar zu “Schlaf, Kindlein, schlaf…

  1. Talymiau 14. Januar 2015 um 21:52 Reply

    Bei uns war das ähnlich. Ich glaube der Mini war 3 Monate alt, da kam ich auf die tolle (bescheuerte) Idee ihm ein Einschlafritual mit anschließendem Schlummer in seinem Bettchen aufs Auge zu drücken.
    Außer Tränen hatte das nichts gebracht. Er schlief bei uns im Wohnzimmer und wir nahmen ihn mit rüber wenn wir ins Bett gingen.

    Inzwischen schlummere ich ihn in unserem Familienbett ein und das klappt prima. Er brauchte eben seine Zeit und allein im Raum sein zu können. Die haben wir ihm gegeben und jetzt sind alle happy 🙂

    Wenn eure kleine also soweit ist, dann klappt das mit dem oben schlafen ganz bestimmt ♥

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