Archiv für den Monat Januar 2015

Mein Tragebaby

Unser Mädchen war ja nun wirklich von der Geburt an ein Tragebaby. Sie brauchte und braucht immer noch unglaublich viel Nähe. Schlafen im Beistellbett ist nicht, selbst in der Nonomo wacht sie alle 20 Minuten im Schnitt auf. Sie schläft nur wirklich gut, wenn sie ganz dicht an einen gekuschelt ist. Beim Papa auf dem Arm oder im Liegen an mir dran (der Grund, aus dem wir jetzt immer gemeinsam Mittagsschlaf machen – sie schläft, ich liege daneben und lese oder tippe, weil aufstehen is nicht). Recht bald nach der Geburt kamen dann diese fiesen Bauchschmerzen, die sie ständig plagten. Sie weinte wirklich jedes Mal eine Stunde oder länger, ehe sie die Windel voll machte, und auch hier halfen nur Wärme, Pupsglobuli und tragentragentragen. Nach einer Woche hatten der Herzmann und ich trotz der dreiebbes Kilo schon Schulterprobleme und Arme wie Orang Utans. Eine Trage musste her. Nur welche? Die Nachbarn liehen uns Ihre Manduca, welche die Hebamme aber für ein so kleines Baby nicht empfahl, Google sagte dasselbe, also ließen wir das. Stattdessen empfahl meine Hebamme die Fräulein Hübsch. Wir suchten gut anderthalb Wochen herum, waren erstaunt über die enorm hohen Gebrauchtpreise und entschlossen uns dann dazu, eine neue Hübsche zu kaufen, die ein paar Tage später hier ankam und ausprobiert wurde.

Für die ersten Bindeversuche ist es wichtig, dass das Baby ausgeschlafen und satt ist, denn sonst nörgelt es die ganze Zeit und ist der ganzen Sache nicht wirklich aufgeschlossen gegenüber. Natürlich banden wir die Hübsche zuerst viel zu locker, sie saß schief und fühlte sich tragend irgendwie seltsam an. Allein wussten wir nicht weiter, weil wir uns ja an die Anleitung gehalten hatten. Aber bei Twitter konnte man uns nach einem Foto recht schnell helfen. Der Trick ist, die Gurte wirklich sehr, sehr straff zu ziehen und dabei aufzupassen, dass die kleinen farbigen Stoffstückchen auf den Schultern auf einer Höhe bleiben. Während es Tragens lockert sich die Hübsch etwas, tut das aber gleichmäßig. Sie sitzt dann richtig, wenn man sich vornüber beugen kann, ohne dass das Baby sich vom Körper wegneigen kann. Nach ein paar Versuchen war ich soweit, dass ich den Keks auch allein gut, schnell und sicher an mir festschnallen konnte. Überlebenswichtig, nachdem der Herzmann wieder arbeiten ging! Weil die Schultergurte relativ dicht am Gesicht des Kekses verliefen, orderte ich zwei Gurtverkleinerer bei Mamidoo, natürlich in demselben Stoff wie das Cover meiner Hübsch. Und weil ich eh schon bestellte, gab es passende gefütterte Stulpen für den Keks on top.

Jetzt, nach gut einem Vierteljahr tragen, kann ich immer wieder nur erwähnen, wie toll es ist. Inzwischen hat sie die Bauchwehphase zum Glück hinter sich gelassen, aber getragen wird trotzdem noch viel. Wenn es mir draußen zu frostig für den Kinderwagen scheint, wenn sie dauernörgelig ist oder übermüdet, wenn ich einfach Lust zum Kuscheln habe, wenn der Kinderwagen einfach unpraktisch wär oder zu viel Platz im Kofferraum wegnähme (geocachen, Großeinkauf), oder wenn man einfach mal beide Hände frei haben möchte oder muss (nähen, kochen, saubermachen). Kurzum: Eine Trage ist einfach nicht mehr wegzudenken aus unserem Alltag, und mit der Fräulein Hübsch haben wir da eine super Wahl getroffen und können die auch uneingeschränkt weiterempfehlen.

Nun war ich vor Weihnachten im Geburtshaus zu einem Offenen Treff mit Vortrag einer Trageberaterin. Ich wollte ja gern mal ein Tuch probieren, weil man damit noch mehr Varianten tragen kann als in der Hübsch. Statt des Tuchs hielt ich allerdings plötzlich einen Ring Sling in der Hand und packte den Keks nach Anleitung dort rein. Keine fünf Minuten später schlief sie auf meiner Hüfte. Ich nahm den Ring Sling zum Testen mit nach Hause und zeigte ihn auch meinem Mann. Praktisch fand ich vor allem, dass man den Sling nicht binden muss, sondern einfach eingefädelt lässt, überstreift und dann das Kind hineinsetzt und festzieht. Also noch schneller als die Hübsch und für kurze Wege und „mal eben schnell“ optimal. Außerdem empfand ich das Tragen auf der Hüfte als sehr angenehm. Die Sache war also relativ schell entschieden, zum Geburtstag wünsche ich mir einen Sling. Es wird ein Didysling in der Farbe Smaragd werden und ich freue mich da schon richtig drauf. Ich seh mich schon am Herd stehen mit dem Keks im Sling – sie schaut nämlich schrecklich gern beim Kochen zu, der Herzmann muss immer mit ihr auf dem Arm daneben stehen. 🙂

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Verdammt und zugenäht…

Ich hab grad etwas Schiss. Denn heute werde ich gegrillt. Also nicht wirklich, aber so fühlt es sich sicher an und bestimmt wird es auch so riechen. Unter der Geburt bin ich innenliegend gerissen. Das kommt bei Saugglockengeburten wohl häufiger vor. Ich wurde über eine Stunde lang genäht und konnte auch zwei Wochen nach der Geburt weder lange sitzen noch stehen, vom Laufen mal ganz zu schweigen. Wochenlang half ich mir mit Traumeelsalbe und Calendulaspülung irgendwie über die Schmerzen und das Brennen hinweg. Sechs Wochen nach der Geburt hatte ich den Nachsorgetermin beim Frauenarzt, der alles begutachtete und dann mit einem Höllenstein (Silbernitrat) eine erbsengroße Wucherung verätzte, die sich am Narbenrand gebildet hatte. Das brannte wie Feuer. Angeblich sollte es nach ein paar Stunden aufhören. Tat es aber nicht. Das Brennen blieb mehrere Tage dauerhaft, machte sich dann immer beim Wasserlassen bemerkbar und war dann kaum auszuhalten. Anfang Dezember ließ ich mir dann einen neuen Termin geben, denn so ganz normal war das bestimmt nicht. Inzwischen hatte ich nämlich auch immer etwas Blut am Papier. Er schaute nach. Neue Wucherung. Manche Frauen neigten dazu. Dann sah er genauer hin – oh, die Narbe sei an der Stelle auch wieder auf gegangen. Sowas hätte er noch nicht gehabt. Sprachs, betäubte mich und griff zu Nadel und Faden. Und Silbernitrat. Neuer Termin Mitte Januar, zur Kontrolle und Vorsorge. Diesmal hörte das Brennen tatsächlich 2 Tage später auf. Ich dachte, es sei endlich alles okay.

Dieser Kontrolltermin war Montag. Heute muss ich in die Gynäkologische Tagesklinik und werde gegrillt. Auf dem Handzettel mit der Anfahrtsskizze steht „Granulationspolyp“. Denn er ist wieder da. Mein Frauenarzt möchte ihn wegbrennen oder so ähnlich, so genau habe ich da gar nicht zugehört um ehrlich zu sein. Jedenfalls sagte er irgendwas mit Betäubung und Strom und dass es damit dann hoffentlich erledigt sei. Und doppelt-erbsengroß. Ich wills gar nicht so genau wissen. Ich hoffe nur, es tut nicht so weh. Ich habe gerade wahnsinnig Schiss. Hätte ja nicht gedacht, dass mich das noch verfolgt, wenn die Kleene schon fast 4 Monate alt ist. Und ich hoffe, dass es dann wirklich erledigt ist damit und wieder alles benutzt werden kann, wie es soll.

Übrigens erzählte ich davon auch meiner Mutter. Leider hat sie – trotz Erklärung meinerseits – mal
schön weitererzählt, ich hätte einen Gebärmutterriss und würde eine Ausschabung bekommen. (WTF!?!?) Dafür wünschten meine Schwester und meine Tante mir gestern nämlich viel Glück, und ich so: HÄÄÄ? Sowas ärgert mich. Sehr. Aber ich mache denselben Fehler leider immer wieder und erzähle ihr sowas. Grmpf.

Elternsein

Zuerst mal: Heute vor einem Jahr war ich also frisch schwanger. Das allein ist schon der Hammer, also die Vorstellung. Denn grade liegt das Resultat dieses ultrahauchdünnen rosa Strichleins neben mir in der Federwiege und schläft selig. Man sagt ja, dass das Elternsein einen verändert. Ich mache inzwischen Dinge, von denen ich niemals gedacht hätte, dass ausgerechnet ich die überhaupt in Erwägung ziehen würde. Das fängt an beim Kontrollriechen am Babypopo, ob eine Wicklung nötig ist, geht über das Studieren von Breifreibüchern bis hin zum Nach-Hause-Rasen, weil mir die zwei Stunden Rückbildung (= Trennung vom Kind) wie eine mittelschwere Folter vorkommen. Dass der Keks die abgepumpte Milch aus der Aventflasche nicht nimmt, ist da nur ein kleiner Teil des Puzzles (aber gut, Schnuller nimmt sie ja auch nicht). Überhaupt macht man plötzlich viele Dinge anders, überhaupt erst oder gar nicht mehr. Erst am Wochenende sprachen der Herzmann und ich darüber, wie gern wir mal wieder ein, zwei Stündchen einfach nur am PC sitzen und zusammen zocken würden. Da macht der Keks aber nicht mit, denn zB Mittagsschlaf ist hier nur problemlos, wenn ich daneben liege (ich versuche den gerade einzuführen, indem ich sie gegen halb eins, eins, wenn sie müde ist, mit hoch nehme, im Bett stille und dann neben ihr liegen beleibe, das funktioniert so bisher auch super). Plötzlich sieht man sich Bücher zur breifreien Beikosteinführung suchen, bestellen und lesen, man besucht Themenvormittage im Geburtshaus, studiert stundenlang Anbieter von Ring Slings und kauft Unmengen an Stoffen für die Kinderklamottenproduktion. Besonders letzteres hätte ich ja nie für möglich gehalten. Ich habe zwar für meine Rollen im Liverollenspiel immer mal was Genäht, aber da hat eben auch niemand so genau auf die Verarbeitung geschaut. Das waren eben nur Kostüme. Jetzt nähe ich tatsächlich für den Keks. Richtige Anziehsachen, die sie im normalen Leben trägt. Und – ohne mich jetzt loben zu wollen – sie sieht so süß darin aus! Es gibt aber auch so tolle Stoffe! Jedenfalls macht es mir riesigen Spaß, für sie zu nähen, und es klappt inzwischen auch richtig gut. Insgeheim wünsche ich mir ja eine Overlockmaschine, damit die Nähte auch richtig gut aussehen. Aber dafür, glaube ich, nähe ich einfach zu wenig, als dass sich das lohnen würde. Zum Geburtstag nächste Woche wünsche ich mir von meinen Eltern einen Ring Sling. Eigentlich gefallen mir die Tücher von Ankalia total super, aber die sind leider unbezahlbar, also gibt es einen Didysling für unseren kleinen Tragling. Übrigens auch so eine Sache, die ich nicht gedacht hätte – dass ich mein Baby mal so oft herumschleppen werde und das auch noch genieße. Plötzlich trägt man sich Termine von Kinderbasaren im Kalender ein. Man sucht nach gebrauchten Babyklamotten und wird von schwangeren Bekannten gefragt, welche Empfehlungen man hat oder wie man dieses oder jenes macht oder gemacht hat. Man freut sich auf einen Urlaub an der Ostsee, zum ersten Mal in einer Ferienewohnung, weil man nun versteht, warum die eigenen Eltern damals mit uns kleinen Kindern nicht ins Hotel sind. Man kauft sündig teure Hochstühle und Federwiegen zum Wucherpreis, weil sie „die besten“ sind und das Beste gerade gut genug für das eigene Kind ist. Man liegt abends stundenlang neben seinem Baby auf dem Sofa und hält ein, damit es nicht aufwacht, wenn man gerade auf Toilette ist. Verrückt! So irre! Und trotzdem kommt es einem absolut richtig vor und nicht wie ein „Opfer“ das man bringt.

Wie hat sich mein Inneres nun aber verändert seit der Geburt unserer Tochter? Der Keks hat aus mir eine Löwenmutter gemacht. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt. Fakt ist, dass ich sie nicht gut abgeben kann, obwohl mir das vermutlich auch mal ganz gut tun würde. Ich bin vermutlich nicht unbedingt geduldiger geworden, aber wir arbeiten daran. Gar nicht fehlt mir ehrlich gesagt mein Job bisher – und das hätte ich ebenfalls nie nie niemals gedacht! Ich bin jetzt schon knapp ein halbes Jahr zus Hause, und in mir sträubt sich alles, wenn ich daran denke, dass ich theoretisch im September wieder arbeiten gehen könnte. In der ersten Zeit zu Hause habe ich sogar noch mehrmals täglich meine Firmenmails angeschaut und die Social Media Accounts betrachtet. Seitdem die Kleine da ist, interessiert mich das alles so gut wie gar nicht mehr. Es ist einfach nicht mehr wichtig, hat einen sehr viel geringeren Stellenwert eingenommen. Hätte mir das vor einem Jahr jemand gesagt, hätte ich vehement widersprochen. Die Prioritäten haben sich geändert, andere Dinge sind jetzt wichtiger. Ich kann die Frauen nun nicht mehr verstehen, die sich ganz auf die Karriere konzenttieren. Sie verpassen so vieles, das ihr Leben bereichern könnte. Natürlich schränken einen Kinder auch ein, bzgl. Urlaub und sonstigen Freiheiten, die man als Paar hatte – aber sie bereichern das Leben so ungemein! Ausgestreckte Ärmchen, wenn sie hochgenommen werden wollen, ein Lächeln, das Glucksen wenn man Quatsch mit Ihnen macht – das alles gibt mir persönlich so viel mehr als es ein schöner Urlaub je könnte. Ein klein wenig bereue ich es, nicht schon viel früher Mutter geworden zu sein. Aber der Zeitpunkt war vor einem Jahr einfach ideal, finanziell gesehen und auch vom Umfeld her. Und eines weiß ich garantiert: Ein Keks kommt selten allein (was auch der neue Blogsubtitel ist). Der Keks wird noch ein Geschwisterchen bekommen, und – da sind wir uns einig – das eher früher als später!

Ein kleiner Pieks für den Keks

…ein großer für die Menschheit. Oder so.

Impfen. Das Thema wird ja ziemlich kontrovers diskutiert. Sollte man impfen lassen oder nicht, wenn ja – was und wann und in welcher Kombination, welche Nebenwirkungen gibt es, wie ernst sind die zu nehmen, welches Risiko besteht auf der anderen Seite, wenn man nicht oder später impfen lässt, als die STIKO empfiehlt. Fragen über Fragen. Wir sind uns von vornherein eigentlich einig gewesen, dass wir den Keks impfen lassen. Verunsichert waren wir allerdings hinsichtlich der folgenden Fragestellungen:

1. Muss die empfohlene 6fach Impfung wirklich so früh sein, wenn unsere Tochter doch voll gestillt wird und dadurch die meisten Antikörper von mir abbekommt (Nestschutz)? Kann man mit der Impfung nicht warten, bis sie etwas älter ist?

2. Müssen es wirklich alle 6 (bzw. sinds ja eigentlich sogar 7, Tetanus und Diphtherie gibts ja nur zusammen) Impfstoffe auf einmal sein oder kann man das nicht splitten? Gegen Hepatits B sind wir selbst ja auch erst im Teenageralter geimpft worden, da das ja durch Blut und Sex übertragen wird. Braucht ein Baby das unbedingt?

3. An der Rotavirenimpfung scheiden sich ja auch die Geister. Muss die sein? Man liest sooo viel von krassen und häufigen Nebenwirkungen. Außerdem ist der Impfstoff erst seit kurzem auf dem Markt und wirkt nur gegen einen bestimmten Stamm der Rotaviren. Die STIKO hat die Impfung auch erst neu drin, und der Impfschutz nimmt mit dem ersten Geburstag dann auch schon wieder rapide ab – lohnt sich der ganze Aufwand dann überhaupt? Die Kassen zahlen diese Impfungen zwar auch, aber man muss hier erstmal in Vorkasse gehen und sich dann die Summe zurückholen (gut, das ist für unsere Überlegungen irrelevant gewesen).

Inzwischen ist der Keks 14 Wochen alt, auf den Tag genau heute, und sie hat gestern morgen ihre zweite Impfung bekommen. Wir haben uns schlussendlich dafür entschieden, der Empfehlung der STIKO zu folgen und die 6fach Impfung entsprechend durchführen zu lassen. Der Hauptgrund dafür war allerdings, dass wir unsere Tochter vermutlich ab 12 oder 18 Monaten teilweise fremdbetreuen lassen müssen/wollen, weil ich dann wieder arbeiten gehen werde. Und dann braucht sie den Impfschutz, da eine Tagesmutter sie sonst nicht nimmt. Bei der großen Impfung hatten wir hinsichtlich der Nebenwirkungen auch relativ wenig Bedenken, da die Impfstoffe schon länger am Markt sind und hinsichtlich der Verträglichkeit gut getestet sind. Bei den Rotaviren dagegen haben wir uns ziemlich schwer getan und hin und her überlegt. Der Impfschutz hält nicht, der Keks hatte in den ersten 10 Lebenswochen eh immer so arge Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme (arges Weinen vor jeder Windelfüllung)…sollten wir wirklich ein relativ neues Mittel geben lassen, das nach einem Jahr sowieso eine deutlich Verringerte Schutzwirkung hat? Wir haben und bei der Erstimpfung dagegen entschieden und gleich von unserem Kinderarzt mal eine Mahnung kassiert. Später fanden wir dann heraus, dass er im Impfkommittee sitzt… Nun denn. Er sagte uns, dass wir dann besser nicht zum Babyschwimmen gehen sollten, da hier ein erhöhtes Infektionsrisiko bestünde. Zu Hause habe ich dann deswegen mal recherchiert. Nuja. Zum Babyschwimmen gehen wir nämlich ab April. Gestern stand dann die zweite Impfrunde an und wir haben relativ spontan dann die Rotaviren mitimpfen lassen. Grund war allerdings nicht das Babyschwimmen, sondern der Umstand, dass die zwei Nachbarskinder ganz oft hier bei uns sind und beide in die Kita gehen. Und: Wenn der Keks ein großes Geschwister hätte, würde sich die Frage eh gar nicht stellen.

So. Nun ist es so, dass sie gestern den Tag über dann ziemlich nölig war. Abends wurde sie dann heiß. Beim Schlafen bekommt sie sowieso immer einen warmen Kopf, aber gestern Abend sagte das Thermometer dann doch, dass sie Fieber hat. Also gab es ein Paracetamolzäpfchen. Das half auch ganz gut. Nachts trank sie (glaube ich) mehr als sonst und heute ist sie den ganzen Tag über sehr (!) anhänglich und hat noch erhöhte Temperatur. Das arme Mäuschen. Die Rotaviren haben wir bisher nur an der grünlich-grauen Windelfüllung heute Morgen bemerkt. Zum Glück! Hoffen wir also, dass es dem Impfkeks schnell besser geht und sonst alles ganz prima ist. Etwas mulmig ist mir da nämlich immer noch zumute, wenn ich ehrlich bin. Man kann sein Kind ja vor vielem schützen, aber gegen sowas ist man ja ziemlich machtlos.

Schlaf, Kindlein, schlaf…

…doch endlich!

Ich muss zugeben, dass ich mir das etwas einfacher vorgestellt hatte. Wir haben ein Babybett im Kinderzimmer, ein Beistellbett am Elternbett und hatten auch einen Laufstall im Wohnzimmer stehen. In den ersten zwei Wochen klappte es auch ganz gut, der Keks hat tagsüber im Laufstall geschlafen. Zwar nur, wenn man sie schlafend reingelegt hat, aber immerhin. Ab der dritten Lebenswoche war’s das dann mit schlafen überall sonst – nur auf und an einem von uns ging das noch. Nachts hat sie sich ins Beistellbettchen legen lassen, zumindest in der ersten Runde wenn wir ins Bett gingen und sie schlafend reinlegen konnten. Alle weiteren Schlafzyklen nachts waren mehr oder weniger anstrengend in der Einschlafphase (weinen, schaukeln, tragentragentragentragen). Seit ein paar Wochen schläft sie meistens nach der ersten Runde dann neben mir im Wasserbett, teilweise sogar von Anfang an wenn wir ins Bett gehen, weil sie in 9 von 10 Fällen halbwach wird, wenn wir sie oben ins Beistellbettchen legen.

Als sie ca. 7-9 Wochen alt war, dachten wir uns, dass es eigentlich eine ganz gute Idee sei, ihr langsam mal beizubringen, oben zu schlafen, während wir mit Babyphone unten sitzen. Das ging exakt zweimal problemlos, einmal direkt beim ersten Mal und einmal ein paar Tage später. Rückblickend muss ich sagen, dass das eine ziemlich bescheuerte Idee war, aber man lernt ja (mit dem ersten Kind) immer dazu. Alle anderen Abende dieser 2wöchigen Testphase waren einfach ätzend. Ich habe teilweise anderthalb Stunden frusrtriert im Dunkel neben ihr gelegen und versucht, sie in den Schlaf zu stillen. Am Ende war ich soweit, dass ICH fast eingeschlafen wäre, sie aber war hellwach. Meistens hat der Herzmann sie dann noch etwas oben im dunklen Schlafzimmer herumgetragen, bis sie dann entweder tatsächlich einschlief und er sie hinlegen konnte, oder aber so wach war, dass sie genörgelt hat, bis er mit ihr wieder ins Wohnzimmer kam. Das hat mich dann zusätzlich noch frustriert, weil nicht nur ich es nicht geschafft hatte, sie in den Schlaf zu stillen – sondern er meine „Vorarbeit“ zunichte gemacht hatte, indem er das granatenwache Kind einfach wieder mitbrachte. Meistens war es dann schon fast so spät, dass wir eh nichts mehr vom Abend hatten außer etwas aufräumen – oder es war sogar so spät, dass wir uns selbst langsam auf den Weg ins Bett machen wollten. Bei Twitter habe ich den anderen mein vermeintliches Leid geklagt, und dort riet man mir, sie einfach wieder auf dem Sofa schlafen zu lassen, in unserer Nähe. Das machen wir seit 3 Wochen wieder und es klappt einfach fantastisch und ist stressfrei für uns alle.

Was wir in den vergangenen drei Monaten bzgl. des Schlafens gelernt haben: Der Keks wird irgendwann zwischen 18 und 20 Uhr abends müde und zeigt das auch schön an. Sie reibt sich die Augen, gähnt und schaut desinteressiert zur Seite. Manchmal ist sie nörgelig dabei, in jedem Fall ist aber gut erkennbar, dass sie müde ist. Dann geht einer von uns mit ihr hoch, wickelt sie, zieht ihr den Schlafanzug an und den Strampelsack drüber. Einen Schlafsack akzeptiert sie nach wie vor nicht, das gibt dann viele Tränen und großes Geschrei. Dann kommt sie wieder mit nach unten. Meistens hat sie der Papa dann auf dem Arm und trägt sie ein wenig hin und her, erzählt ihr ganz ruhig was und lässt sie schauen, wo sie gerade mag. Sie schaut mir zum Beispiel gern beim Kochen zu. Beim Essen ist sie dann entweder schon eingeschlafen und der Papa muss mit ihr auf dem Arm essen, oder sie sitzt bei einem von uns auf dem Schoß und schaut noch etwas rum. Auf dem Sofa bekommt sie dann noch eine Runde Milch im liegen neben mir, und spätestens dann schläft sie ein und bleibt auch schlafend dort neben mir liegen, bis wir ins Bett gehen. Das klappt so gut, dass wir abends auch einen Film schauen können, ohne dass sie wach wird. Zwischen ihr und dem Fernseher rollen wir dann die Decke zusammen, dass sie einerseits nicht runterfallen kann, andererseits das flackernde Licht nicht auf ihr Gesicht fällt. Bei Bedarf, also wenn sie im Schlaf sucht oder bei einem Geräusch leicht wach wird, kann sie so die Brust auch leicht finden und wacht gar nicht erst richtig auf. Ich gehe dann irgendwann hoch, mache mich bettfertig, und der Herzmann bringt mir den schlafenden Keks dann hoch ins Bett. Wie gesagt, in 1 von 10 Fällen lässt sie sich dann ohne wach zu werden ins Bettchen legen, aber meistens wird sie kurz wach und ich nehme sie gleich rüber zu mir.

Die Nächte sind super, da können wir uns nicht beschweren. Der Herzmann schläft eigentlich komplett durch, der Keks wird nur zum Stillen etwas wach, bedient sich und schläft dann wieder ein (ich schlafe mit aufgeknöpftem Oberteil). Meistens werde ich selbst nur kurz wach oder schlafe einfach weiter, deswegen kann ich morgens auch nie sagen, wann sie getrunken hat oder wie oft. Die Seite wechsle ich nach Bedarf, also wenn ich merke, dass eine spannt, packe ich die aus und die andere ein. Manchmal, wenn wir beide nachts mal kurz wach sind, gehe ich sie auch wickeln – das ist aber selten, obwohl es echt nötig wäre. Für nachts nutzen wir die Baby Dry Windeln, aber die sind allerspätestens morgens wahre Pipibomben und halten bei uns definitiv keine 12 Stunden trocken. Dicht sind sie wohl, aber eben gefühlt mehrere Liter schwer. 😉

Zwischen acht und neun morgens weckt mich Madame dann mit gähnen, glucksen und strampeln. Ich gehe sie dann direkt wickeln und nehme sie ohne den Strampelsack wieder mit ins Bett. Jetzt im Urlaub machen wir dann zusammen den Papa wach; sonst liegen wir einfach noch zu zweit etwas im Bett und sie erzählt mir, wie die Nacht war. Auf die Frage, ob sie schon durchschläft, antworten wir immer, dass wir uns nicht beklagen können – und das ist ja auch nicht gelogen. Aber so richtige 5 Stunden am Stück oder sogar noch mehr hatten wir glaube noch nie.

Vormittags macht sie immer nochmal ein Kurzschläfchen in der Nonomo, dann gegen 12 nochmal ein etwas längeres, so 2-3 Stunden, am liebsten auf dem Arm oder neben einem von uns liegend. Alles in allem war es die beste Entscheidung, dieses Schlafprojekt quasi abzubrechen. Uns allen geht es damit besser, egal was „die anderen“ sagen. Und ja, das Wasserbett ist vermutlich nicht der optimalste Babyschlafplatz – aber hey, es funktioniert problemlos so. Für UNS ist das die beste Lösung. Und wenn ich ehrlich bin: Es ist toll.

Achja: Ein schönes, gesundes, neues Jahr euch allen! ♥