Yoga

Ich gehe seit einem Jahr regelmäßig einmal in der Woche zum (Entspannungs-)Yoga. Obwohl ich zuerst etwas skeptisch war (da ich zuvor mit einer Freundin zur Probestunde beim Poweryoga war – Folter!), habe ich schnell gemerkt, dass mir das sehr gut tut. Als Ausgleich zum Job spiel(t)e ich (bisher) regelmäßig Badminton, kann mich also richtig auspowern. Beim Yoga machen wir zu Beginn der 90 Minuten immer erst Atemübungen, dann Dehnungen und Halteübungen, die mir als Bildschirmtäter besonders im Rücken/Schulter/Nacken-Bereich sehr gut tun. Die dritte Phase ist dann die Entspannungsphase. So richtig entspannen kann ich mich allerdings nur, wenn wir Yoga Nidra praktizieren, die geleitete Tiefenentspannung. Bei der „normalen“ schweifen meine Gedanken recht schnell wieder ab, sobald die Yogalehrerin nicht mehr spricht und ich somit keine Stimme mehr habe, auf die ich mich konzentrieren kann.

Nun war gestern wieder Yoga und ich bin um eine Erfahrung in der Kombination Yoga-Schwangerschaft reicher. Meiner Lehrerin hatte ich in der letzten Woche schon von der Schwangerschaft erzählt, einfach weil ich wissen wollte, auf welche Übungen ich vielleicht nun besser verzichten oder wie ich sie abwandeln sollte. Sie weiß also Bescheid. Gestern haben wir ein paar Vorbeuge- und Aufrichte-Übungen für die Schultern und den unteren Rücken gemacht, und als ich mich langsam wieder aufgerichtet habe, wurde mir plötzlich total schwummerin. Der äußere Rand meines Blickfeldes war verschwommen und ich fühlte mich, als stünde ich auf Watte. Eine Bekannte, mit der ich zum Yoga gehe, sah mich von der Seite an und fragte mich sofort, ob alles in Ordnung sei, weil ich aussah wie eine Kalkleiche. Ich habe ihr gesagt dass sich grad alles dreht und mich dann ziemlich plump hingesetzt. Die Yogalehrerin kam sofort zu mir, während eine andere ein Fenster öffnete. Sie hat den Rest der Gruppe dann angeleitet, während sie bei mir saß. Ich sollte mich in der Zwischenzeit hinlegen und die Füße aufstellen, die Hände auf den Bauch legen und dorthin atmen. Zuerst hat sie ihre Hände auf meine Füße gelegt und immer wieder gestrichen, dabei wohl meinen rasenden Puls gespürt und ziemlich besorgt geschaut. Nach einer Weile setzte sie sich ans Kopfende, hat meinen Kopf gehalten und sanft bewegt, dann Streichungen über Brustbein, Schultern und Kopf ausgeführt. Das hat tatsächlich auch geholfen, auch wenn es eine gute Viertelstunde gedauert hat, bis mein Puls wieder soweit war, dass ich mich aufsetzen konnte, ohne dass die Welt getanzt hat.

Ich hatte vorher ja schon gelesen, dass der Kreislauf im ersten Trimester Hochleistungen vollbringen muss, konnte das aber insgeheim nie wirklich glauben. Immerhin ist der Nachwuchs nichtmal so groß wie eine Erbse im Moment und die Gebärmutter auch nocht nicht nenneswert gewachsen. Mich hat das daher ziemlich beindruckt (und auch etwas verunsichert), dass das sich gestern so sehr gezeigt hat. Ich hatte vor dem Yoga etwas gegegessen und auch genug getrunken, darauf kann ich es also nicht schieben. Und als ich es gestern dem Herzmann erzählte, nickte der bloß und meinte, dass das dann auch erklärt, wieso ich nach einem schnellen Aufstehen (aus Poäng, vom Sofa oder Bett) erstmal kurz innehalten muss, weil ich einen Anflug von Schwindel habe, bevor es in bekannter Wirbelwind-Manier dann weitergeht. Hm. Für mich also demnächst etwas mehr Vorsicht bei Beugeübungen.

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3 Kommentare zu “Yoga

  1. sommernachtschaos 3. Februar 2014 um 04:02 Reply

    Ich wäre auch mehrmals fast weggeklappt. Manchmal bin ich auch erst 2 Stunden nach dem wach werden aufgestanden, weil ich alleine zu Hause war und mir niemand hätte helfen können. Mit mehr Bewegung fange ich jetzt in der 12. Woche auch erst wieder an. Ich habe Poweryoga & Pilates übrigens geliebt, musste aber vor 1,5 Jahren aufhören. 😦

    • drachenkatz 3. Februar 2014 um 08:59 Reply

      Ich wollte ja eigentlich weiterhin zum Badminton gehen. Aber ich glaube, das lass ich. Es wird in diversen Ratgebern aufgrund der schnellen Drehungen und der Sturzgefahr nicht empfohlen und deswegen hätte ich das wohl sowieso nur gemacht bis der Bauch zu wachsen beginnt – aber da ich seit Donnerstag einmal täglich mindestens noch Kreislaufprobleme habe, befürchte ich einfach, dass das durch das Spielen noch schlimmer wird. Ist echt ätzend. Wieso musstest du denn aufhören?

      • sommernachtschaos 3. Februar 2014 um 13:16

        Die Trainerin hörte auf und die Neue war nicht so mein Fall, weil sie nicht korrigierte und nicht auf die einzelnen Personen einging. Die Altersspanne war sehr groß. Ich war mit meinen Anfang 20 die jüngste, die anderen waren alle ü30 bis ü60. 😉

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